Rückkehr aus der Großstadt

Es ist schön, dass sie wieder da ist,
Die vertrockneten Blumen gießt,
Denn wir kennen unsere Frist,
Mit der unser Dasein noch fließt.

Kurz weilte sie in der Großstadt
Bei Lärm, Staub, Gestank, Abgasen,
Fuhr mit U-Bahnen, dem Fahrrad –
Und musste das Leben dort hassen!

Denn alles war da austauschbar,
Was in anderen Städten gesehen.
Nichts schien ihr wunderbar,
Nirgends konnte man sinnend stehen.

So kam sie zurück in den Garten,
Den sie schon sehnlichst ersehnt,
Ließ ihre Pflanzen nicht warten,
An die sich die Seele gewöhnt'.

Da sah man Zucchini reifen,
Tomaten mit zwei Metern Höhe,
Konnte nach frischen Beeren greifen
Und die Büsche strebten nach Höhe.

Sie spürte, wo Heimat lag,
Unspektakulär und hektikentwöhnt.
Dort lebt' sie jetzt in den Tag
Mit Natur und Nähe versöhnt.


©Hans Hartmut Karg
2019

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