1. #1
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    ich gehe allein

    ich gehe allein

    keine tränen
    weil tränen nicht bedeutsam sind
    da wo der wind abnimmt
    entsteht kein sturm

    zaghaftes fragen
    weil fragen keine antworten sind
    blicke bedeutsam
    wie der strand im winter

    vielleicht liebe
    oder die erkenntnis
    dass
    ein leben
    nicht für ewigkeiten ist

    keine tränen
    keine tränen
    keine tränen

    wundstill
    steht der mond
    und fragt nicht
    nach der nacht

    weil er nicht
    um den tag weiß
    weil er sich nicht
    nach sonne sehnt

  2. #2
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    Sehr schön, Lyders, so zurückhaltend leise, unsicher, verletzlich.
    was ich bisher noch nie so gesehen habe, das ein Strand im Winter bedeutsam sein kann, also im Kontext gelesen: bedeutsamer als im Sommer. Wie auch immer, ich mag diesen einfühlsam, sentimentalen Text.

    Die letzten beiden Strophen finde ich besonders schön. Ich bin da ja eigen: Ich kann vieles an der Lyrik schätzen, aber lieben kann ich nur solche Wahrheiten: der Mond (ohne Gedächtnis) hat keine Ahnung von Tag und Nacht, ist (deshalb) frei von jeder Sehnsucht; aber es gäbe keine Dichter, wenn sie wären wie der Mond. Das wäre schade für uns, die wir nicht sind wie der Mond, aber uns seiner bedienen, um Gedichte über unsere Sehnsucht nach ... ja, wer weiß das schon ... zu schreiben

    Lieben Gruß
    albaa

    p.s. Vielleicht solltest mit dem Einstellen ein bisschen langsamer vorgehen. Ich jedenfalls komme kaum mit dem Lesen nach und schon gar nicht mit dem Kommentieren.

  3. #3
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    Hallo Lyders,
    das gefällt mir ebenfalls. Albaa hat bereits viele meiner Gedanken zum Ausdruck gebracht. " Wundstill" find ich ein bedeutsames Wort darin, so allein!
    Beste Grüße
    laumaler

  4. #4
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    Manchmal kann man froh sein etwas nicht zu verstehen, obwohl ich nicht weiss ob der Text mich unbewusst dafür tadelt. Weil er eben durch seine Art des emtionalen ausnahmezustandes doch etwas darstellen wollte was ohne ihn wahrscheinlich anders gekommen wäre. Also ist er sich selbst das beste Vehikel für das Rennen um den Platz auf der Tribüne. Weil er so oft weil benutzt. Was ja auch wieder nur eine Darstellungsoption unter vielen ist. Wenn man als Autor nicht unbedingt seine Genialität unterstreichen will.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

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