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Thema: Blasen

  1. #1
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    Blasen

    Liege wieder abgeschlafft auf dem Sofa.
    Normalerweise bin ich eher
    der dünnhäutige Typ,
    sehr leicht verletzbar,
    der auch schon mal an die Decke gehen kann,
    das musst du wissen,
    besonders jetzt.
    Andererseits bin ich auch sehr anpassungsfähig
    und befriedige deinen Spieltrieb.

    Du ziehst ihn mir kurz lang,
    und leckst ihn an,
    das hast du nicht zu ersten mal gemacht.
    Dann nimmst du ihn ganz selbstverständlich
    ohne Vorwarnung in deinen Mund.
    Ich quitsche vor Vergnügen,
    denn ich liebe es, wenn man mir einen bläst,
    und ich spüre genau deine Zunge
    an meinem Ansatz.

    Sieh, so lippenstiftverschmiert,
    das hat doch was! Ein Kunstwerk!
    Ich spüre diese angenehme Spannung in mir,
    drall und prall,
    umschlossen von deinen Fingern und Lippen.
    Warte einen kurzen Augenblick, warte,
    sonst platz' ich noch gleich!
    Wir beide haben schon einen knallroten Ballon.

    Ich habe mich für dich innerlich weit geöffnet.
    Und wenn man mich jetzt genau in diesem Moment verletzt,
    würde ich ganz laut aus meiner Haut fahren,
    dann hättest du mit einem Schlag
    mein ganzes Wesen zerstört, gleichsam zerfetzt.
    Immer noch habe ich dieses Bedürfnis nach Selbstschutz.
    Ich würde ja ein Ganzkörperkondom bevorzugen
    aus reinem, schwarzem Latex,
    aber du willst mich nackt und pur.

    Geschickt hast du mich an die Gitterstäbe
    deines Bettes angebunden;
    kein Riesenstrick und alles ganz vorsichtig.
    Ich schwebe, fühle mich
    in diesem Moment federleicht,
    Du pustest mich an, und beobachtest mich.
    Ich taste mich ganz vorsichtig an deine Finger heran,
    spüre sie sanft und wiege mich leicht zitternd zu deinem Atem.

    Beinahe zärtlich nimmst du mich wieder in deine Arme
    und fingerst weiter an mir herum,
    hast es endlich geschafft,
    hast meinen Knoten gelöst,
    und mit lautem Furz
    jage ich krachend im Spiralflug durchs Zimmer,
    verfolgt von deinem Lachen und Blicken.

    Und wieder liege ich abgeschlafft da,
    diesmal versteckt unter deinem Sofa.
    Du hast immer noch nicht genug,
    denn ich spüre schon deine Hand.
    Bestimmt willst du weiter machen,
    bis du mich irgendwann zerstört hast mit deinem Spieltrieb.
    Nur für wenige Sekunden kommt es mir so vor,
    als hätte ich meine Platzangst
    für immer überwunden.
    Geändert von Anjulaenga (19.07.2019 um 16:12 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Anjulaenga,
    da hast du ja fast alles "beisammen - komponiert",
    was über-aus -leben(für einen Luftballon) ausmachen kann. Ich hab mich mit meiner Tasse frischen Kaffees sehr unterhalten und in andere Sphären versetzt gefühlt.
    Gern gelesen!
    Beste Grüße
    lautmaler
    Geändert von lautmaler (13.07.2019 um 19:40 Uhr)

  3. #3
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    Hi, das Wort Platzangst hier mit rein zu bringen, duenkt mich brillant, auch denke ich dabei an Maenner, die sich fuer immer faehig halten , LG, ist sehr lang dein Ding, aber ich kam durch, du erhaeltst eine gewisse Spannung , meinen anderen Kommi loeschte ich, war ohhh, wurde geloescht, gut so

  4. #4
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    Liebe/r lautmaler, wieso Luftballon? was für ein Luftballon? A.

    Hi Hi,i,
    schade, dass du den anderen Kommi gelöscht hattest. Meine Antwort war schon so gut wie fertig. Dass mein Ding sehr lang ist, höre ich übrigens zum ersten mal. Es macht die männlichen Anteile in mir aber sehr, sehr stolz, da schwillt sogar die Brust. Danke, A.

  5. #5
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    Lieber Anjulaenga,
    aufs Glatteis führen geht irgendwie anders.
    Wenn man zu früh den Leser/die Leserin spüren lässt, was nu so kimmt,
    erschlafft gar bald das Lachen, man spürt die Absicht und - ist verstimmt.
    Gruß,
    Festival

  6. #6
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    Hallo, Anjulaenga,
    da muss ich meinerseits meinem Vorschreiber widersprechen.
    Zwar weiß man bald, worum es geht.
    Aber es könnte sowohl das "eine" als auch das "andere" sein !
    Und das hast du eindeutig/ zweideutig gut hingekriegt!
    Gern gelesen!

    Cara

  7. #7
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    Liebes Festival,

    was war bei dem Titel schon Großartiges zu erwarten? Man kann sich deine Verstimmung und das erschlaffte Lachen gut vorstellen. Ist so, als wenn man jemanden die nackte Kimme spüren lässt. Von daher hast du mein ganzes Mitgefühl. Dennoch muss dazu gesagt werden, dass dieses geistige Ejakulat nicht für Liebhaber der besonders geistreichen Unterhaltung geschrieben worden sind, verstehst du? Es geht um Klicks, um mehr nicht. Es ist eher etwas für die Masse, für die einfacher gestrickten Gemüter, welche den plumpen Duktus, die Blödel- Intention und die erschlaffte Essenz für besonders originell halten, für welche es schon eine hohe literarische Kunst darstellt, wenn man mal einen Ballon steigen lässt. L.G.A.


    Liebe Cara 1963,

    dein besonderes hoher Kunstsachverstand kommt weder aufgeblasen, sondern widerspruchsfrei und eindeutig daher. Danke dafür, L.G.A.

  8. #8
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    Mensch Anjulaenga,
    als Mitglied des Mönchordens vom Heiligen Blasius und Ehrenmitglied des Verbandes der Anhänger des Sankt Fellatius grinse ich natürlich pflichtschuldigst über Deine Verse. Hätte ich gewusst, dass Du sie für eine ausgewählte Gruppe unter Vorsitz zweier hochdekorierter Poeten geschrieben hast, wäre mein Kommentar devoter gewesen. Cara hat mich ja schon zurecht gewiesen und nun bin ich weniger aufgeblasen. So einen netten Blödsinn muss man erst einmal zusammen kriegen. Also: Calumet auspacken, Glut anblasen und genüsslich schmauchen.
    Liebe Grüße,
    Festival

  9. #9
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    Jetzt hast du dir aber einen Orden verdient, mein lieber Ordensbruder!
    Nun, das ist ja eine ganz andere Welt für uns. Ich stelle mir da jetzt z.B. so einen großen Mönchsbläserchor mit Orgel vor, und bestimmt wird da so mancher Blasebalg im großen Bläserchor völlig durchgeorgelt.
    Pflichtschuldigst bei soviel Schall und Schmauch hast du dir aber auch zusätzlich auf deine huldigste Replik diese ehrerbittlichste Anwort verdient.
    Danke für dein humoriges und devotes Feedback, A.
    Geändert von Anjulaenga (14.07.2019 um 23:17 Uhr)

  10. #10
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    Lieber Anjulaenga,

    obwohl du dein Gedicht sehr in die Länge gezogen hast, hat es was. Originell finde ich die vielen zweideutigen Anspielungen, die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Aber sei ehrlich, ist dein Gedicht nicht aus reinem Wunschdenken entstanden? Doch Vorsicht, bei der Blastechnik deiner Gespielin bekommst du sehr schnell einen Buckel!

    LG Sidgrani
    Dichten und dichten lassen

  11. #11
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    Lieber Sidgrani,
    Deine Warnung vor einem Buckel ist wohl angebracht! Dabei sind es die Begleiterscheinungen, die allzu heftiges Blasen mit sich bringen. Wie schnell hat sich der zu Beblasende erkältet und man kann nur hoffen, dass sich alsbald ein wärmendes Lippenpaar um den Abgekühlten schließt.
    Liebe Grüße,
    Festival

  12. #12
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    Sidgrani, Festival,

    es ist schön, dass ihr die Altersproblematik von euch aus so direkt und offen ansprecht. Blasmusik mit den Dritten? Klar, dass einem dabei sofort der hässliche Buckel in den Sinn kommt und die letzte schmerzhafte Blasenerkältung nicht unerwähnt bleiben darf. Auf der anderen Seite bekommt so manche Bläserin Blasen an den Händen, weil er nicht mehr hoch kommen möchte und viel lieber unten ist. Ja, das Leben ist manchmal knallhart, wenn er weich bleibt, und ich finde es sehr schön, dass ihr diesen Aspekt hier habt mit einfließen lassen. Danke, A.
    Geändert von Anjulaenga (16.07.2019 um 21:14 Uhr)

  13. #13
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    Das "Blasen" ist ein weites Feld, wobei mir spontan das Wort "Anblasen" in den Sinn kommt. Jäger, Arbeiter am Hochofen und Musiker wissen sofort was ich meine.
    Aber auch die U-Bootfahrer kennen sich mit diesem Begriff bestens aus. Das Periskop (bzw. den Schnorchel) ausfahren, lassen mich sofort an gewisse sexuelle Handlungen denken. Befahl der U-Boot-Kapitän "Anblasen", mag es schon mal zu Irritationen gekommen sein. Erst recht, wenn er verlangte, einen Aal in die Röhre zu schieben.

    Übrigens finde ich das Wort "Blasen" ziemlich abgegriffen, wäre es nicht schöner, von "Schnorcheln" zu sprechen?

    LG S
    Dichten und dichten lassen

  14. #14
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    Lieber Sidgrani,

    we all live in a yellow submarine...
    nun, wenn ich dem Blasen/ Schnorchel - Semantiker in dir Glauben schenken darf, dann müsste ich also meine 2. Strophe wie folgt umformulieren:

    ...und liebe es, wenn man mir einen schnorchelt,
    und ich spüre genau deine Zunge
    an meinem Ansatz.

    Bei solchen Schnorchel- Fantasien wollen sofort Blasen in mir aufsteigen und es beschlägt meine Taucherbrille, während neugierige Fische meinem aufgeregten Wurm beim Ablaichen zuschauen dürfen.
    Der gemeine Kölner ruft zudem oftmals zu einer Do- it- yourself- Variante auf, bei der man sich das Luft Ansatzrohr einer Taucherbrille "überziehen" und kräftig hineinblasen soll : "bloß dir jet! " würde er sagen.
    L.G.A.

  15. #15
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    Leute, haltet ein,
    abgesehen davon daß das erste Lesen des Gedichts bei mir nur amouröses Kopfkino abliefen lies und ich erst nach Lesen der Komms und einer zweiten Lesung die erste Ebene erkannte, ist der nachfolgende Faden dazu noch ein Zacken besser. Ich hab mich weggeschmissen und auch dafür allen Beteiligten hohen Dank. Dieses charmante Kling Klang ohne Verletzte mit dem Stilett(o) gekonnt geführt sind die Luft in meiner Blase. Der Tag fängt gut an. Danke allen Protagonisten.
    LG amanda

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