1. #1
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    Kleopatras geheimer Griff

    Du Schöne, küss mich mit den rosafarbnen Lippen,
    dem Erdbeermund, den schon Villon besungen hat;
    lass meine Glans an deinen Wonnetropfen nippen
    und trink dich selbst an meinen voller Wollust satt.

    Zerquetsch mir nicht die aufgesteilte Manneszierde,
    umschlinge sie mit Kunst und gut geübter Kraft:
    So steigerst du die Lust und ungebärdge Gierde -
    benutz Kleopatras geheimen Griff; den Schaft

    ergreife fingerlos mit Seidenglanz geschmückten
    Gefältel, schaff uns Freude, Königin vom Nil!
    Wo nie uns höchste Lüste ins Paradies entrückten,
    da kennt man nicht Kleopatras und Cäsars schönstes Spiel.
    Geändert von Festival (14.07.2019 um 21:21 Uhr)

  2. #2
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    lass meine Glans an deinen Wonnetropfen nippen
    Lieber Heinz,

    hier hast Du Dich in der Aufwallung wohl verschrieben - Du meintest bestimmt eine Gans.
    Die Angst vorm Sterben ist die Angst vorm Leben. Ich bin der Nachfahre Eichendorffs, der Geld und Romantik versöhnt. Aron Manfeld

  3. #3
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    Hi Aaron,

    mit einer dummen Gans wäre doch der ganze Glanz und der Zauber dieses Werkes zerstört.
    nein, muss es nicht vielmehr Glanz heißen? ...lass meinen Glanz an deinen Wonnetropfen nippen...
    A.

    Liebes Festival,

    ob nu Glanz oder Gans, ganz egal, das Gedicht funktioniert auch ohne unsere dummen Kommentare gans gut.
    Hatte zunächst Schwierigkeiten, die vorletzte Zeile flüssig zu lesen,
    aber der Kunstgriff einer leisen Zäsur hinter "Lüste" passt in Inhalt und Form gut zusammen.
    Kleopatras genauen Kunstgriff bleibst du natürlich deiner gewogenen Leserschaft schuldig.
    trotzdem L.G.A.

  4. #4
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    Hallo Heinz,

    ziemlich direkt auf die Genitalien zugeschrieben... aber warum denn nicht?
    Zerquetsch mir nicht die aufgesteilte Manneszierde, Da wird es lustig mit den von Freud beschriebenen verborgenen Ängsten vor der Entmannung. Bedrück würde das befürchtete Martyrium evtl. abmildern. Trotz oder u.a. auch wegen dieser humorist. Einlage gefällt mir dein Gedicht gut, weil Bild-stark.



    @ Vorkommentatoren

    Glans ist die Eichel des Penis

    VG Uwe
    Geändert von Arkadier (27.07.2019 um 08:46 Uhr)
    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
    Henry van Dyke

  5. #5
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    Lieber Arkadier,
    Gans, Glanz - ich bin ganz verwirrt. Danke für Deine kleine Nachhilfe für die Unkundigen!
    Nein, Freud hatte ich nicht im Sinn und die Ängste wären nur berechtigt, wenn man an die Vagina dentata dächte, die mit Kleopatras Liebeskünsten überhaupt nichts zu tun hat.
    Lieber Anjulaenga,
    reden wir aneinander vorbei? Den seidigen Glanz hatte ich erwähnt und "Glans" ist kein Tippfehler.
    "Kleopatras genauen Kunstgriff bleibst du natürlich deiner gewogenen Leserschaft schuldig." Wer ihn nicht kennt, diesen geheimnisvollen Griff der Kleopatra, muss halt googlen oder mit seiner Freundin ein ruhiges Gespräch führen.
    Hallo Aron Mansfeld,
    nee (siehe oben), ich habe mich nicht verschrieben. Und Gänse? Wie kommst Du auf Gänse? Hab ich mich so undeutlich ausgedrückt?
    Habt Dank für Eure Kommis!
    Liebe Grüße,
    Festival
    Geändert von Festival (05.08.2019 um 19:37 Uhr)

  6. #6
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    Liebes Festival,

    dein Gedicht ist rund und stimmig, quasi ein Glansstück unter den Gedichten, und die Kommentatoren haben sich lediglich die Ecken gesucht. Wir können festhalten: Kleopatra war noch nie eine Gänsemagd gewesen, die einem bloß die Nudel stopfen will, und die nippende Gans war nur eine alberne Veralberung ob deiner anzunehmenden Aufwallung, mehr nicht. Das Gänsebild hatte sich als Elfmeter angeboten und man konnte förmlich Glans in Aarons Augen spüren, worauf meine spontane Replik denn auch abgezielt hat. Hat jetzt alles nicht wirklich was mit deinem Gedicht zu tun gehabt und ist deshalb haarscharf an der Zensur vorbeigelaufen. Habe mit meiner Freundin danach ein ruhiges und langes Gespräch geführt, und die dumme Gans musste sich bei Kleopatras Kunstgriff sofort ergooglen, ja, so unterschiedlich ist diese Welt.
    L.G.A.
    Geändert von Anjulaenga (27.07.2019 um 12:29 Uhr)

  7. #7
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    Lieber Anjulaenga,
    so eine Freundin lobe ich mir! In Deinem Sinn: Hoffentlich lässt sie es nicht beim Googlen. Ich weiß nicht, wie lange Kleopatra brauchte, um die Sache gewissermaßen im Griff zu haben, aber ein gutes Jahr sollte hinreichend aber auch erforderlich sein, um es der ägyptischen Pharaonin gleich zu tun.
    Liebe Grüße,
    Festival

  8. #8
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    Liebes Festival,

    Ein Jahr? Ich bitte dich, wir sind doch hier nicht im Seniorenheim. Sie hat es natürlich nicht beim Googlen belassen, sondern ist sofort nahtlos zum Gurgeln übergegangen. Da muss man sie wirklich loben. Den Griff wird sie aber auch bald im Griff haben, weil ich noch alte Gebrauchsanweisungen und Hands- on- Hieroglyphen im Keller aufgetrieben habe.
    L.G.A.

  9. #9
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    Lieber Anhulaenga,
    Du Glücklicher! Du von den Göttern Auserwählter! Du brauchtest Hieroglyphen? Ach, hättest Du mich doch gefragt. Ein Blick in Schillers Ode an die Freude hätte genügt. (Seid umschlungen, Millionen!)
    Eine gute Woche!
    Festival

  10. #10
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    Liebes Festival,

    und wenn es abermals Millionen verschlingen sollte, ich kann mit deinen Hinweisen zur Sekundärliteratur leider nichts anfangen. Zum Glück habe ich dich nicht vorher gefragt! Villon und Schiller in Ehren, aber wenn ich mir deren Gebrauchsanweisungen gerade mal anschaue, will da kein vernünftiger sexueller Kunstgriff bei rauskommen. Jetzt weiß ich übrigens auch, wie du auf ein Jahr kommst, das könnte in etwa hinhauen. Scheint eher was für die Liebhaber der zarten Andeutungen zu sein, die sich auch mit Kopfkinos zufrieden geben können. Nein, ich empfehle dir unbedingt auf Originalquellen zurückzugreifen, leider z.Zt nicht ergooglebar.
    L.G.A.

  11. #11
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    Ach ihr Lieben,

    das ihr einfach nicht von dieser verflixten, heißen Heimlichkeit des Griffes der Kleopatra wegkommt. Aber allein der Titel hatte mir schon gereicht zu kichern und bei Heinz ... hatte ich eh schon bunte Vorahnungen und wurde nicht enttäuscht.

    Liebe Grüße ... )

  12. #12
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    Lieber MiauKuh,
    ja, es ist schon so: Dieses, ich möchte es beinahe tantrisches Vergnügen nennen, rangiert wohl auf der Rangliste der Wollüste an oberster Stelle. Anjulaenga gibt es, wenn auch spät zu, dass dergleichen kaum in Jahresfrist einzuüben ist. Wahrlich, wahrlich - nur die Großmeisterinnen der erotischen Künste gelingt der Griff der Kleopatra und schwierig ist es allemal, in dezenter Form davon zu berichten. Wie die Geheimnisse der ägyptischen Königin über Euphrat und Tigris, sozusagen über Mesopotamien nach Hayastan gelangt sind, versuche ich noch heraus zu bekommen (ein erster Schritt ist vollbracht, werde ich doch in Kürze eine Ururenkelin Tigrans ehelichen). Und dann wird ein Schweigegelübde meine Lippen verschließen. Schön, dass ich Dich, lieber Bruder im Geiste, nicht enttäuscht habe!
    Liebe Grüße,
    Festival

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