1. #1
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    In meinem Garten

    In meinem Garten
    blühen lauter schöne Wesen
    ich hab sie ohne Zutun wachsen lassen
    sie bilden Dolden, Büsche, Hecken, Stauden
    und keine lässt sich ihre Ruhe rauben
    durch mich, den Gärtner
    den sie machen lassen

    In meinem Garten
    geh ich staunend über Wege
    wie sie von Unkraut überwuchert
    entdecke Farben, wie kein Maler je sie malte
    und hör Geraune: "Sieh, da geht der Alte!
    Was hat der hier im Garten
    noch zu suchen?"

    In meinem Garten
    wenn ich selbstvergessen wandle
    entgehe ich mit Mühe jenen Dornen
    die zu beschneiden ich bewusst vermieden
    es scheint, die haben Spass dran, mich zu pieksen
    den alten Gärtner
    dem ans Herz sie wuchsen

    In meinem Garten
    steht dann plötzlich eine Rose
    die nie zuvor gesehen wurde
    verbirgt das Stachlige in Blütenblättern
    und will wie ich die Mauer überklettern
    die Einfriedung, die wehrt
    als letzte Hürde

    In meinem Garten
    gibt es keine Grenzen
    und keinerlei Umfassungsmauern
    Ich nehm die Hand der Rose: Komm, du Feine
    wir fliegen dort ins Blaue hoch, denn keine
    befreit wie du den scheuen
    Vogel aus dem Bauer
    Geändert von kaspar praetorius (16.07.2019 um 12:19 Uhr) Grund: Gugol und traumweltreisen

  2. #2
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    Hi KP, da zeichnest ein schoenes Bild, welches mich zu erfreuen mag, LG

  3. #3
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    So scheiden sich die Geister darüber, was ein "schöner" Garten ist. Ich würde es auch halten wie im Gedicht beschrieben, wäre es meiner allein. Auch wurde ich an eine Rose erinnert, die kurz vor Weihnachten eine Blüte durch den Schnee streckte, weil wir sie im Herbst nicht zurückgeschnitten hatten.

    Formal gefällt mir das Gedicht teilweise, insbesondere dass sich jeweils nur Z4/5 reimen und dass jede Strophe identisch beginnt. Der etwas antik anmutende Verzicht auf manche Hilfsverben passt jedoch mMn nicht so ganz zu Ausdrücken wie stressen und olle. LG gugol

  4. #4
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    hallo
    beiden einen schönen gruss und ein danke fürs reinschauen.
    gugol, ist es so (siehe oben) besser?
    kp

  5. #5
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    Viel besser. LG

  6. #6
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    Hallo kaspar praetorius,

    Was für ein schöner Garten!
    ...und so hübsch zu lesen, dass die Pflanzen es sind, die den Gärtner machen lassen.

    ...aber wenn es hier schon ums wild grüne geht, ob geblümt, bedornt oder umrankend ... nun...

    ich glaube, du kannst Stauden, Büsche, Hecken und Blumen wachsen lassen.
    Aber Blumen werden keine Stauden, Büsche und Hecken bilden.
    Da würde ich eher zu dem Begriff "Pflanzen" raten.
    Und eine "Hecke", das sind zur Abgrenzung dicht zusammen gepflanzte Sträucher... (wegen der Grenzen und Umfassungsmauern, von denen du schriebst, es gäbe sie nicht )


    Liebe Grüße
    Geändert von FellUndKnochen (23.07.2019 um 10:48 Uhr)
    "Auch Luftballons, haben Platzangst"

  7. #7
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    hallo trwrn
    damit auch blumeniebhaber wie du nicht verschreckt werden, habe ich oben ein wenig zurechtgeschnitten. ich kann dir allerdings bei deiner kritik nur folgen, wenn ich zwei augen zudrücke.
    jedenfalls vielen dank für deinen besuch hier!
    kp

  8. #8
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    Hallo nochmal,

    .."Wesen", das passt in jedem Fall. Auch dazu, was darauffolgend den Pflanzen in deinem Gedicht an Sinn zugesprochen wird. Ich finde es fügt sich somit wunderbar ein.
    Über "Kelche" war ich kurz erschrocken, entschuldige.
    Ich merke immer wieder, so wie jetzt, wie sensibel das Thema Kritiken ist. Wie wichtig darauf zu achten, was man denn nun eigentlich sagen will und ob das auch relevant ist... ich übe. Nun ja.

    Vor allem also, bitte entschuldige meine Kritik. Ich habe das wohl wirklich etwas verwaschen formuliert.
    Es ging mir dabei ja nicht darum ob mir etwas gefällt, sondern rein formal darum, dass "Blumen" eine bestimmte Form ist, die Pflanzen haben (bilden) können, so wie auch z.b. Büsche Wuchsform sind, dass aber das eine nicht plötzlich das andere bildet. Oder sogar eher andersherum, könnte ein Busch Blumen bilden, so er denn blüht, was du ja geschrieben hast. Blumen implizieren das Blühen, das wäre also noch dazu eine Dopplung gewesen. (Was ja auch passen kann)

    L.G.
    "Auch Luftballons, haben Platzangst"

  9. #9
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    wenn einen das schreiben etwas lehrt, dann dies: Eine ernst gemeinte Kritik ist nie falsch, keiner muss sich dafür entschuldigen.
    danke also
    kp
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
    Sie quatschen im Cybertalk
    über Cybersex.

    (StadtHaiku)

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