Nach dem Trubel

Nach Tagen weltgierigen Trubels
Endlich wieder mit eigenem Willen
Fern des nervstörenden Jubels
Lange und ausgiebig chillen.

Da merkt man erst, was brach gelegen,
Wie sehr im wirklich prallen Leben
Der Mensch dürstet nach sanften Wegen,
Die endlich wieder Ruhe geben.

Er braucht doch mehr als Rummelzeit,
Ist auch der Zeiten Freikostgänger,
Flieht manchem Lärm und großem Streit,
Entzieht sich auch dem Seelenfänger.

Mitunter reichen ihm die Stunden,
Die ihn zur Ruhe kommen lassen:
Spazierend dreht er seine Runden
Im Wald und fern der lauten Straßen.

Manchmal reichen ihm auch Minuten,
Wenn am Balkon er Blumen pflanzt
Und er sich dabei nicht muss sputen,
Weil niemand auf der Nase tanzt.


©Hans Hartmut Karg
2019

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