Du, Blumenkind

Du gibst mir immer wieder Zeichen,
Wie wir möglichst Höhe erreichen
Und am Feld mit den Sonnenblumen
Kurz innehalten – hier im Lumen
Die Einsamkeit nur müssen suchen
Und keine teuren Reisen buchen.

Du gehst durch Dick und Dünn mit mir,
Hast dazu Dein weiblich' Gespür
Für Edles, das der Liebe Zeuge,
Wovor man sich galant verbeuge,
Dass Wortsinn noch in Seelengröße
Uns BEIDEN neue Kraft einflöße.

Mein Ego kann das gut vertragen,
Damit wir auch an schlimmen Tagen
Entlastet sind im Weltgeviert,
Wo Aufgaben man ja gebiert,
Um Wandlungen dann zu ersinnen,
Die Tugend aus der Not gewinnen.

Das gibt mir schon Erleichterung:
Sinnhaftigkeit, die hält uns jung!
Will stochern man in alten Sünden,
Um Unbotmäßiges zu finden,
Wird das Erinnern nur zur Kraft,
Die innerlich viel Unmut schafft.

Du weißt als Blumenkind stets Rat,
Gehst mir voran mit Ziel und Tat,
Holst mich aus mancher Not heraus
Und auch aus meinem Schneckenhaus.
Werden wir dann wirklich intim,
Ist diese Welt nur halb so schlimm.


©Hans Hartmut Karg
2019

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