Was willst Du mir noch erzählen,
das ich nicht schon erfahren hab.
Soll ich wie all die andern wählen,
weil Du glaubst, Du hast mehr Macht am Grab?

Wie du doch alles weißt. Ich hingegen bin nur schön.

Hab wohl gespielt wie alle Mädchen meist,
geteilt in jeder Rolle klein wie groß,
doch wirklich lockte mich nur Weiberschoß.

Mir ward der Buckel krumm
auf meinem Marsch zum Broterwerb.
Mein Körper war nur die Wohnung die
dem schwachen Kleingeist diente zum Verderb,
der mich verlassen, als mir meine Seele schrie.
Nur laut, tat ich es nie. Es mangelte an Arsch.

Lass mich in Ruh mit all den Worten.
Müde schaut mein Auge ante mortem.
Gedanken sind gedacht und schon gesagt.
Kein Sandkorn heute wert und unbehagt

Wenn ich die Augen schließe seh´ ich die Welt von gestern.
Nicht Kreatur noch Ort sind Heimat meinen rastlos Schwestern,
Frauen, die gewaltverstummt,
sind engerlingsgekrummt.

Sah Männer streben ganz nach oben
und haben´s gründlich doch verbockt.
Gut und Geld, die Frau und Kind,
selbst Hund und Katz verzockt.

An den Taten werdet ihr sie erkennen.

Niemand will die Folgen schwer benennen,
denn wer die Tätigen benennt
wird geprellt ums letzte Hemd
und aufgeknöpft.

Das alles sehe ich und bin so krätzekrank
davon, dass mir im Stricke die Erlösung scheint.
Hier sitz ich auf der Wartebank,
doch ohne Mumm.

Auch darin bin ich Euch vereint.
Hab´s nicht verdient auf Erden
noch einmal gebor´n zu werden,
als Maus vielleicht, welch höchstes Glück.

Das wär mein Meisterstück.

So wart ich beim Gewürme dort
bis in die Ewigkeit und weiter.
Ich glaub die Aussichten sind heiter.
Im Dulden hab ich Übung - Ehrenwort.

Erzähl mir nicht ich soll verzagen
und faltenfahl am Ofen liegen.
Was überragt wird abgeschlagen.
Mich schreckt am Herd nicht mehr Dein Biegen.

Dich wohl, denn Du hast Angst vorm Sterben
Die Deinen sind dann jüng´re Schergen
weil Du niemals nie ´s Maul hast aufgetan
und aus voller Brust geschrien.

"Ich will."