Thema: Taj Mahal

  1. #1
    Registriert seit
    Jul 2019
    Ort
    Bönnigheim
    Beiträge
    33

    Taj Mahal

    Ein Monument der Liebe;
    aus edelstem Marmor gebaut!
    Ein Bauwerk der Superlative;
    auf das die Welt mit Entzücken schaut!

    Die Silhouette von Agra zum Greifen nah;
    am Ufer des Yamuna gelegen.
    Das Mausoleum für Mumtaz Mahal
    erhält von den Göttern unendlichen Segen!

    Denn es wurde mit glühendem Herzen geplant;
    und von ehrlichen, fleißigen Händen errichtet!
    Shah Jahan, der Kaiser, hat gemahnt;
    dass nichts im Leben mehr gewichtet :

    Als bedingungslose Liebe reiner Herzen,
    auch wenn er selbst ein strenger Herrscher war!
    Ihr Tod bereitete ihm solche Schmerzen,
    sie starb, als sie ein Kind gebar!

    Er zog sich zurück in die Einsamkeit;
    vorbei waren Herrschaft und Kampfbegier!
    Eines Tages war er zum Sterben bereit;
    man bestattete ihn neben ihr!

  2. #2
    Registriert seit
    Jun 2016
    Beiträge
    1.287
    Hallo Widmark,

    Willkommen auf dotcom. Warum hast du diesen Text geschrieben? Die, die das Beschriebene kennen, fragen sich vermutlich, was dieser Text über die banalsten Informationen hinaus lyrisch bieten könnte (?): Fad Banales, das jeder kennt, so recht und schlecht gereimt, ohne erkennbares Metrum, in dem ich nicht einen Funken Persönliches oder gar Originelles erkennen kann. Ich hoffe nur, das ist kein persönlicher Reiseeindruck von dir, denn sonst hättest du gleich zu Hause bleiben und diesen besonderen Platz googeln können.

    LG
    albaa

  3. #3
    Registriert seit
    Jul 2019
    Ort
    Bönnigheim
    Beiträge
    33
    Hallo albaa,

    neben der Schönheit des Bauwerkes, die ich in den ersten beiden Strophen klar erkennbar hervorhebe, geht es mir auch um die Geschichte dahinter, die durchaus nicht banal ist und bestimmt auch nicht jeder kennt. Dass ein großer Herrscher seiner Ehefrau so eine Liebesbekundung in Form eines Mausoleums macht, das zu den zweifellos größten Sehenswürdigkeiten der Welt zählt, ist -gerade in einem Land wie Indien- alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Hätte ich den Text als Reisebericht geschrieben, hättest Du womöglich mit einem Teil Deiner Analyse recht. Wer aber genauer hinschaut, erkennt, worum es mir wirklich ging. Und deshalb ist auch nichts Persönliches oder Originelles mit drin. Und schlecht gereimt ist das Ganze auch nicht. Da ich Dich nicht persönlich kenne, will ich mich mit weiteren Bemerkungen zurückhalten.

    LG
    Mark

  4. #4
    Registriert seit
    Feb 2017
    Beiträge
    1.353
    Hallo Widmark, ich sehe in den ersten beiden Strophen keine besondere Schönheit hervorgehoben. Marmor gibts an fast jedem protzigen Bauwerk, Superlative ist kein Schönheitskriterium, und in S2 wird das Umland beschrieben. Richtig, ich kenne die Geschichte dahinter nicht, bin aber nach dem Lesen des Gedichts nicht wahnsinnig viel schlauer und sehe es wie albaa, dass dieses Dinggedicht wenig Lyrisches an sich hat, wofür ich es einem Sachbericht vorziehen würde. Du sprichst von dieser besonderen Liebesbekundung, beschreibst sie auch, vergibst dir aber, wie ich finde, durch dieses rein Deskriptive viele Möglichkeiten zu einem lyrischen Text.
    Formal stimme ich albaa ebenfalls zu: Kein Metrum zu erkennen, das einen guten Lesefluss erzeugt, teils murkslige Reime wie Liebe/lative und nah/Mahal.
    Normalerweise wäre es ja angebracht, Verbesserungsvorschläge zu machen. Hier finde ich es schwierig, weil für mich schon das Konzept an sich nicht aufgeht. LG gugol

  5. #5
    Registriert seit
    Jul 2019
    Ort
    Bönnigheim
    Beiträge
    33
    Also...albaa und Gugol, ich habe mir jetzt mal die Zeit genommen und einen Teil Eurer Kritiken hier im Forum durchgelesen. Es scheint Euch ja regelrecht Spaß zu machen, viele Werke anderer Dichter in Euren jeweils mehr als 1.200 Beiträgen niederzumachen. Nach dem Freud´schen Modell ist es das ES, das alle unsere unseligen Lüste in uns weckt. Die Lust, jemanden zu demütigen und zu erniedrigen, bis er sich schlecht fühlt. Sie scheint bei Euch in besonderem Maße ausgeprägt zu sein, denn konstruktive Kritik sucht man in Euren Texten zumeist vergebens. Vielleicht seid ihr gute Dichter; ich werde mir Eure Werke mal zu Gemüte führen. Unter sozial kompetenten Menschen verstehe ich aber etwas anderes als Euch. Schade, dass der Moderator solche Verfehlungen nicht aufgreift. Ich habe im übrigen immer ein offenes Ohr für Kritik, aber sie sollte im Stil und Ton angemessen und ermutigend sein, gerade wenn es sich um ein neues Mitglied handelt. In vielen Kritiken, auch gegenüber anderen Personen, erkenne ich ein hohes Maß an Arroganz und Selbstüberschätzung. Solltet Ihr aber die literarischen Erben von Goethe und Schiller sein,
    werde ich Eure Dichtkunst in höchsten Tönen preisen, Euer Verhalten wäre den genannten Personen aber sicher nicht würdig.

    So, jetzt habt ihr mich auch mal emotional erlebt. Ich hätte aber gerne auf solch einen Einstieg hier verzichtet. Ich bin aber der Meinung, dass man sich nicht alles gefallen lassen muss, so wie leider viele anderer Eurer Opfer hier im Forum.

    LG Widmark

  6. #6
    Registriert seit
    Sep 2018
    Beiträge
    475
    Hi Widmark, dein Ding hat gewisse Infos drin. Weisst du, ob es „ein Kind“ oder „sein Kind“ war? Falls es sein Kind war, solltest du das sagen, denn es machte S5 noch staerker. LG
    Geändert von Hi, i (26.07.2019 um 05:25 Uhr)

  7. #7
    Registriert seit
    Jul 2019
    Ort
    Bönnigheim
    Beiträge
    33
    Hallo Hi, i, danke für Deine Rückmeldung. Sie starb bei der Geburt des 14. gemeinsamen Kindes. Sie begleitete ihn auf einen Feldzug, obwohl er das gar nicht wollte. Aber sie spürte, wie wichtig dieser für ihn war, weil mehr als sonst für ihn auf dem Spiel stand und sie wollte ihn einfach unterstützen, indem sie in seiner Nähe war. Die Strapazen insgesamt waren wohl zuviel für eine schwangere Frau. Insofern hätte er vielleicht ein Machtwort sprechen müssen?! Aber diese Liebe in der damaligen Zeit zwischen einem so großen und strengen Herrscher und seiner Frau und noch dazu im damaligen Indien war schon etwas Besonderes. Sie gipfelt schließlich im Bau des Taj Mahal. Und um diese Geschichte im Hintergrund, die eben doch nicht so viele Menschen kennen, wie "albaa" behauptet und sicher nicht banal ist, ging es mir vorrangig in meinem GEDICHT. Die Bezeichnung DING finde ich diesbezüglich nicht ganz so passend, denn die meisten Aspekte eines Gedichts werden erfüllt, auch wenn ich an meiner Metrik sicher noch arbeiten kann. Aber dies trifft wohl auf die meisten aktuellen Dichter in Deutschland zu, auch wenn "albaa" und "Gulog" sich selbst anscheinend in anderen Sphären sehen.

    LG Mark

  8. #8
    Registriert seit
    Feb 2017
    Beiträge
    1.353
    Hey Mark, mit Dinggedicht bezeichnet man ein Gedicht, in dem kein lyrisches Ich, Du oder Es vorkommt. Es wird eben ein "Ding" im weitesten Sinne zum Thema gemacht, hier der Taj Mahal. Das ist überhaupt keine abwertende Bezeichnung, sondern eine Gattung von Lyrik. Mit guten Reimen oder Metrum hat das nichts zu tun. Würde in dem Gedicht die Beziehung, wie du sie in #7 schön ausmalst, im Zentrum stehen und nicht das Bauwerk, wäre es kein Dinggedicht, obwohl es dasselbe Thema hat. Ein wunderschönes Dinggedicht ist mMn der Panther (ja auch ein Tier ist ein Ding) von Rilke. LG gugol
    Geändert von Gugol (26.07.2019 um 09:40 Uhr)

  9. #9
    Registriert seit
    Sep 2013
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    2.167
    Zitat Zitat von Widmark Beitrag anzeigen
    Ein Monument der Liebe;... 3 Hebungen, Jamben,
    aus edelstem Marmor gebaut!.... 3 H, Daktyleen,
    Ein Bauwerk der Superlative; 3 H, Daktyleen,
    auf das die Welt mit Entzücken schaut! 4 H, Jamben und Daktyleen

    Die Silhouette von Agra zum Greifen nah; 5 H, Jamben und Daktylen,
    am Ufer des Yamuna gelegen.... 4 H, Jamben und Daktylen,
    Das Mausoleum für Mumtaz Mahal ... 4 H, Jamben und Daktylen,
    erhält von den Göttern unendlichen Segen! ... 4 H, Daktylen

    Denn es wurde mit glühendem Herzen geplant; 4 H, Anapäst
    und von ehrlichen, fleißigen Händen errichtet! 4 H, Anapäst
    Shah Jahan, der Kaiser, hat gemahnt; 5 H, Trochäen,
    dass nichts im Leben mehr gewichtet : 4 H, Jamben

    Als bedingungslose Liebe reiner Herzen, 6 H, Trochäen,
    auch wenn er selbst ein strenger Herrscher war! 5 H, Jamben
    Ihr Tod bereitete ihm solche Schmerzen, 4 H, Jambus, Daktylen,
    sie starb, als sie ein Kind gebar!

    Er zog sich zurück in die Einsamkeit;
    vorbei waren Herrschaft und Kampfbegier!
    Eines Tages war er zum Sterben bereit;
    man bestattete ihn neben ihr!
    Hallo Widmark. Ich habe hier selten ein Gedicht mit derart chaotischer Metrik gelesen. Du willst angeblich in den ersten Strophen die Schönheit des Bauwerkes hervorheben. Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Aber viele Betrachter verbinden Schönheit mit Symmetrie und Balance. Ich auch. Deshalb empfinde ich die entsprechenden Strophen bereits von der Form lieblos geschrieben. Du wirst sicher dagegen protestieren. Aber ich rede ja nur von MEINER Empfindung.

    Und hier setzt meine zweite Kritik an. Auch wenn du nun meine Art der Kritik auseinander nimmst - jede Kritik ist sowieso zutiefst subjektiv. Und ich vermute, die meisten Autoren beginnen nach anfänglichem Ärger später etwas genauer auf die Form von Gedichten zu achten. Egal, ob sie alternierend oder frei schreiben. Und nach einiger Zeit verstehen sie besser, was ihre Kritiker bezweckten: Sie wollen meist nur Hinweise auf Reserven geben.
    Geändert von Artname (26.07.2019 um 09:11 Uhr)
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  10. #10
    Registriert seit
    Jan 2011
    Ort
    schweiz/bw
    Beiträge
    9.129
    hallo artname
    gut, kreuzfahrerlyrik ist normalerweise streng metrisch à la Busch.
    aber du enttäuschst mich als musiker, wenn du hier den drive nicht mitgehen kannst.
    kp
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
    Sie quatschen im Cybertalk
    über Cybersex.

    (StadtHaiku)

  11. #11
    Registriert seit
    Sep 2013
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    2.167
    Zitat Zitat von kaspar praetorius Beitrag anzeigen
    hallo artname
    gut, kreuzfahrerlyrik ist normalerweise streng metrisch à la Busch.
    Gut, ich las die "Hervorhebung von Schönheit in den beiden ersten Strophen" als eine Lobeshymne an den "edelsten" Marmor. Kreuzfahrerlyrik? Geologenode? Wer weiß das schon genau. Dazu kann ich nur den Namen des Bluesbarden Taj Mahal hinreichend perfekt aussprechen. Daran wird auch die Lektüre diese Textes nichts ändern.

    aber du enttäuschst mich als musiker, wenn du hier den drive nicht mitgehen kannst.
    kp
    Ooch, ich könnte mir den Groove schon vorstellen. Einige stehende Jazzakkorde vom Piano, schnelle Synkopen der Rhythmusgruppe, ein verträumtes Saxofon... und das vereinzelte Aufblitzen romantischer Gefühle hinter den geschlossenen Augen von Sängerin und Teilen des Publikums.
    Geändert von Artname (26.07.2019 um 10:33 Uhr)
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  12. #12
    Registriert seit
    Jul 2019
    Ort
    Bönnigheim
    Beiträge
    33
    Hallo "artname", das nenne ich wirklich eine konstruktive und produktive Kritik, die einen auch weiterbringt. Danke dafür. Ich habe mich nun etwas tiefer in die Gepflogenheiten dieses Forums eingelesen und festgestellt, dass "Neu-Usern" gegenüber wohl große Vorbehalte herrschen, ohne die Hintergründe dafür zu kennen. Ich bin in mehreren Gedichteforen vertreten und bekam bislang überaus positive Kritiken für meine Werke. Nun scheine ich in einem sehr elitären Zirkel gelandet zu sein, der sich auch entsprechend verhält. Aber Eure Klasse scheint auf jeden Fall für Euch zu sprechen. Tja, ich habe nun wohl zwei Möglichkeiten. Entweder ich kneife und bleibe auf meinem bisherigen guten Dichterlevel (das mir zumindest von sehr vielen Usern anderer Foren bescheinigt wird z.B. schreiber-netzwerk, gedichte-oase, poeten.net usw.)... oder ich stelle mich der Herausforderung und arbeite ab sofort an der Metrik, die aus meiner Sicht nur einem elitären Kreis vorbehalten ist. Den meisten Dichtern geht es doch zunächst einmal nur um gute inhaltliche Botschaften (ihr könnt ja auch mal meine anderen Werke lesen), die sich gut reimen, sprachlich sauber sind und ein flüssiges Versmaß haben. Jambus, Trochäus usw. werden von 80-90 % der Gelegenheitsdichter und selbst von etwas fortgeschrittenen Poeten erstmal vernachlässigt. Wenn ihr diesbezüglich Zweifel habt, dann stöbert doch mal die diversen Foren durch und wagt den Blick über den Tellerrand. Dies ist aus meiner Sicht auch nicht verwerflich sondern ganz normal. So wie die meisten Radfahrer froh sind, wenn sie kleine und mittlere Anstiege problemlos bewältigen und sich nur die Spitze an den Tourmalet oder Alpe d`huez herantraut und ihn sogar überwindet. Wenn ihr gute Lehrmeister sein wollt und Reserven herauslocken wollt, solltet ihr die wichtigen pädagogischen Richtlinien diesbezüglich aber nicht vergessen. Konstruktive Kritik ist förderlich, doch die ersten Beiträge hier waren weit davon entfernt. Aber dazu habe ich mich ja hinlänglich geäußert. Gerne würde ich mich - Schritt für Schritt - auf ein höheres Level begeben, doch dazu brauche ich Menschen hier im Forum, die nicht nur sprichwörtlich die Peitsche rausholen und auf alles einschlagen, was ihnen vor die Augen kommt. Den Beitrag von "artname" nehme ich dagegen als absolut positives Beispiel, der bei aller Kritik auch ein notwendiges Feingefühl beinhaltet.

    LG Widmark

  13. #13
    Registriert seit
    Sep 2013
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    2.167
    Hallo Widmark, Danke für deine freundliche Annahme meiner Kritik. Aus meiner Sicht kann ich sie nicht sonderlich von der Gugols oder albaas unterscheiden. Es sind eben subjektive Feedbacks.
    oder ich stelle mich der Herausforderung und arbeite ab sofort an der Metrik, die aus meiner Sicht nur einem elitären Kreis vorbehalten ist.
    Metrik, die Lehre der Betonung, ist für mich nichts Elitäres, sondern eher etwas Elemtares. Manche habe den Rhythmus im Blut. Meinen sie. Andere fühlen sich stabiler auf ihre Darstellungen vorbereitet, wenn sie regelmässig Rhythmen üben. Zwar bin ich professioneller Musiker, aber ich liebe halt Übungen. Mach was dagegen.

    Ansonsten habe auch ich gelegentlich das Gefühl, hier brutal gemieden zu werden. Das finde ich nur allzu menschlich. Vor allem, wenn man Beifall mehr liebt als tödliches Schweigen im Wald.

    Klingt sicher etwas flapsig, ist aber wirklich ernst gemeint. Erst wenn man die Eitelkeit in JEDER Kritik und JEDEM Kunstwerk voraussetzt, kann man mE befreit schreiben!
    Geändert von Artname (26.07.2019 um 12:22 Uhr)
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Taj Mahal
    Von Festival im Forum Liebe und Romantik
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 08.06.2009, 17:28

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden