Thema: Im Licht

  1. #1
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    Im Licht

    Wolken erzählen der erde den regen
    wenn ihnen die stimmbänder reißen, fällt schnee.

    die knospen junger bäume zerspringen im licht.
    und ausgesetzte worte finden zurück

    in die stimme, die sie verriet. wie schön sie sind.
    im osten schleichen die berge gen himmel

    an ihren köpfen streift er die haut ab, die er über
    die täler spannt. krähen sammeln sich.

    der abgeknickte ast einer pinie ragt über den weiher
    der sich in den augen spiegelt. wie leicht,

    hast Du gesagt, sind wir am ende des tages,
    wenn die vögel in ihre lieder finden, der wind

    im winterglas steht, die knospen
    ein zweites mal springen. Ich lasse sie los

  2. #2
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    Hey 3xSB, musste deinen Text bestimmt dreimal lesen (deshalb dein Name? hahaha) bis ich den Dreh mit den Satzanfängen und -enden raus hatte. Aber es hat sich gelohnt, wenn ich auch nicht behaupten kann, alle gewählten Bilder so ganz zu erfassen (und genau das muss man vielleicht auch gar nicht). Ich kann mich nämlich trotzdem wunderbar in die Stimmung hineinversetzen und fühle mich von den Worten getragen. Offen bleibt die Frage nach der Jahreszeit, in der die Beobachtung stattfindet. Frühling mit gelegentlichem Wintereinbruch? So oder so, gern gelesen, gerade weil das Mit-Worten-Bilder-Zeichnen eine klare Schwäche von mir ist.
    Formal würde mir folgendes helfen: Nach S1Z1 ein Komma, nach S3Z1 gefiele mir ein Ausrufezeichen und nach Z2 ein Punkt oder Strichpunkt. Ebenfalls Komma nach Weiher in S5Z1. LG gugol

  3. #3
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    Guten Abend 3malSuppenBrot ..

    ...ich finde es entführend, dein Gedicht.
    Es trägt einen fort auf allem, was die Bilder in einem wachrufen.

    Und es hat doch auch eine ganz für sich stehende Sprache.
    die, wenn man ihr folgt... nicht verwirrt, sondern stimmt. Ein gesamtes hat.
    (...mag ich irren!)
    aber es scheint mir,
    du bist durch das gesamte Gedicht deinen eigenen Worten treu geblieben, sie scheinen verwirrend, doch verweisen aufeinander.
    Rätselhaft.
    Und ich finde es in deiner Weise zu formulieren... charakteristisch.
    und faszinierend. Auch dieses Gedicht.

    mit Grüßen, FellUndKnochen
    "Auch Luftballons, haben Platzangst"

  4. #4
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    Hi FellundKnochen

    "Charakteristisch"
    Was offenbart meine Sprache denn hier? Das würde mich richtig interessieren

    Danke für die netten Worte und das Lob.

    L.G
    Patrick

  5. #5
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    Hallo 3malSuppenBrot,

    dieses Gedicht ist gleichermaßen rätselhaft und schön.

    Eingebettet in poetische, zum Teil ungewöhnliche Naturbilder, der Satz

    und ausgesetzte worte finden zurück

    in die stimme, die sie verriet. wie schön sie sind.
    Ich stelle mir vor, es geht um die Stimme des Dichters, der die Worte schreibt und dann seinen eigenen Text liest.
    Später finden die Vögel in ihre Lieder, das ist gewissermaßen der umgekehrte Vorgang. Ihre Sprache macht sie zu Vögeln.

    Am Ende des Tages lässt das LI die springenden Knospen los. Und damit die Sprachen, das Denken in Worten?
    Soweit meine Assoziationen. Magst Du etwas dazu sagen?

    LG Okotadia
    Früher waren die Stühle schöne, blütenfressende Tiere. Doch sie ließen sich zu leicht zähmen...
    Zbigniew Herbert

  6. #6
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    Moin,
    das war durchaus interessant zu lesen...diese ganz besondere Eigenwilligkeit zieht sich durch ein sprachlich gewobenes zartes Bild. Ich lese und sehe Licht in Worten
    I bims

  7. #7
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    Hallo Okotadia (wie kommt den der Name zustande?)

    Das Gedicht bewegt sich in Stimmungsmetaphern.
    Der Inhalt ist so klar, wie der Leser ihn klar haben möchte.

    Mir ging es (es ist ein Teil einer größeren Reihe) um die Beziehung zweier Menschen, das steht im Vordergrund.
    Was aber neben der transportierten Stimmung, das eigentlich, konkret, Inhaltliche ist, bleibt etwas offen, so das der Leser sich darin wiederfinden darf, sofern er möchte.

    L.G
    Patrick



    Danke auch dir Morphea.

    Wenn die Zeilen hell klingen und ausschauen, bin ich zufrieden.

    L.G
    Patrick

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