Thema: Kellerkinder

  1. #1
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    Kellerkinder


    Kellerkinder

    Früher konnte man sie allerorten sehen:
    Blumen an den Kellerfenstern und auf Treppen.
    Heute ist dort keine Pflanze mehr zu sehen,
    Diese Orte sind mithin entdarmte Steppen.

    Viele Mülleimer stehen allhier,
    Die Mülltrennung ist wirklich angesagt!
    Das Feigenblatt ist offenbar Panier,
    Damit ja kein Gewissen mehr das andere plagt!

    Als es noch gute Alte in den Städten gab,
    Die mit den Blumen die Veranden schmückten,
    Hielt dies auch unsere Blicke fein auf Trab,
    Weil unsere Augen sich daran entzückten.

    Kinder der Ahnen sind längstens am Daddeln,
    Die Blumen holt man virtuell sich her,
    Doch ist dann da noch etwas zu adeln,
    Wenn es die sehnend' Seele hat so schwer?

    Man braucht das Virtuelle nicht zu gießen
    Und es verschmutzt, verblüht auch nicht.
    Doch kann man damit je genießen,
    Was aus der Ferne kommt an das Gesicht?

    Der Bildschirmblick, vereinsamt er nicht ganz,
    Wenn man nicht redet miteinander?
    Gibt es noch echte Seide, edlen Samt,
    Wenn interesselos Fremdes geht auseinander?

    Edles enteilt deshalb den Blicken,
    Weil nur noch Glitzer diese Welt regiert,
    Menschen sich weiterhin anschicken,
    Einzeln zu leben, vom Netze verführt.


    ©Hans Hartmut Karg
    2019

    *

  2. #2
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    Hey guter Alter, wenn du so gegen das Internet und virtuelle Kommunikation bist, was hast du denn hier zu suchen? Geh in deinen Garten und setze Blumen, anstatt hier gegen alles zu wettern, was nicht in deinen Geranienkistchen-Kleingeist passt!
    Das Gedicht ist ein Affront gegenüber der jüngeren Generation, die dir grade deine Welt gestaltet, wo du es nicht mehr selber kannst, die dich im Krankenhaus betreut, dir dein Brot backt usw.

  3. #3
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    Hey, guter Junger,
    ich bin doch nicht per se gegen das Internet. Davon profitieren wir ja auch.
    Mir ging es in meinem kleinen Gedicht darum, auf Folgen aufmerksam zu machen, die es eben auch gibt...
    LG H. H. Karg

  4. #4
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    Dann solltest du mit Äusserungen wie "als es noch gute Alte in den Städten gab" und "Kinder der Ahnen sind längstens am Daddeln" etwas sensibler umgehen, denn diese sind nicht nur (ab)wertend sondern auch absolut. Ebenso in der Kritik des Virtuellen: Etwas mehr Fingerspitzengefühl für Relatives und Absolutes, wenn es dir nur um "auch gibt" geht. LG gugol
    Geändert von Gugol (31.07.2019 um 11:50 Uhr)

  5. #5
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    Gugol,
    ich wollte nicht als absolut verstanden wirken. Deshalb werde ich mich künftig bemühen, dass dies nicht so verstanden werden kann.
    LG H. H. Karg

  6. #6
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    Fein, es ist tatsächlilch schwierig, eine Ansicht so zu vertreten, dass sie Optionen offen lässt, ich muss mich da selbst auch an der Nase nehmen. LG gugol

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