Tote Häuser


Klar und still liegt vor mir der Stausee,
kein Lüftchen weht, er ist spiegelglatt.
Lust überkommt mich wenn ich da rauf seh,
sähe so gern was verborgen er hat.

Endlich, sein eiskaltes Wasser umspült mich,
ich schwimme hinaus, bin vom Rand lange fort.
Tief unter mir, am Grund, offenbart sich
sein Rätsel, ein schon lange versunkener Ort.

Mir frieren die Beine, die Zähne lärmen,
ich bin versucht zu den Häusern zu gehn
um mich am Kamin wieder aufzuwärmen,
hab mich überschätzt, die Gefahr nicht gesehn.

Kraftlos schwimm ich dem Ufer entgegen,
weiß nicht ob ich es erreichen kann.
Ich glaub nicht an Gott doch erbitte ich Seegen,
komme tatsächlich dann irgendwie an

Die toten Häuser im See versunken
waren wohl um ihr Dasein betrogen.
Ich wäre vor Leichtsinn fast ertrunken
und gestern beinahe dort eingezogen.