1. #1
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    Zeitgemäßes Klagen


    Zeitgemäßes Klagen


    Ach, wie angenehm, so komfortabel
    und bequem war das Konsumsystem!
    Auch werktags immer Braten,
    außerdem stets Zuwachsraten,
    genügend Butter auf dem Brot.
    Wen kümmerte es,
    wer, wie und wann in Not?

    Alternativlos wurde gedacht
    in Fortschrittsparolen.
    Von wegen Gürtel enger schnallen
    vor vollen Regalen und Schränken?
    Wäre gelacht!

    Wissenschaftlich steht fest:
    Durchwursteln, Tricksen,
    Weitermachen wie bisher,
    geht ab jetzt nicht mehr.

    Gemeinsam zu kräftig abgesahnt.
    Milch künftig ziemlich mager,
    Honig wenig, teurer als gewohnt.
    Überleben in heißen Zeiten
    jetzt auch in gemäßigten Breiten.

    Nach uns die Sintflut
    ist nicht dran.
    Sich akklimatisieren,
    das Gebot der Stunde!
    Wen kümmert dann,
    wer, wie und wann in Not?
    Geändert von Carolus (19.08.2019 um 22:33 Uhr)

  2. #2
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    Lb. Carolus,

    wir leben in einer Überflussgesellschaft. Die Produktivität ist so gestiegen, dass gar nicht mehr alles verbraucht werden kann. Es wird viel weggeworfen was noch gut ist (Wegwerfgesellschaft). Armut ist relativ. Wichtig ist die Grundversorgung aller Menschen, so wie die Teilnahmemöglichkeit an der Gesellschaft. Materielle und geistige Not sollte es bei uns nicht mehr geben, dann braucht auch keiner zu klagen.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Gute Zeiten durch wenig Investitionen, denn eine geringe Geburtenrate bedeutet wenig Ausgaben für Kindergärten, Schulen, Universitäten. Und wenn es jahrzehntelang heißt, dass es egal ist, ob jemand Kinder groß gezogen hat oder nicht, dass jedem dieselbe Ehre gebührt, dann ist es klar, wenn so viele das bequemere und egoismusförderliche Leben ohne Kinder für sich wählen.

    Fehlentwicklungen rächen sich und das ist JETZT. Ich schlage vor, diejenigen Menschen, die Kinder groß gezogen haben jetzt mit allem zu bevorzugen. Ohne diese Menschen und deren Einsatz würde es jetzt noch viel schlechter aussehen. Dabei ist es egal, wo die Menschen ihre Kinder groß gezogen haben und wo sie ursprünglich her kamen. Ehre wem Ehre gebührt..
    Optimismus ist Pflicht (Sir Karl Raimund Popper)

  4. #4
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    Lieber Hans,

    "Überflussgesellschaft", "Wegwerfgesellschaft" bei abnehmenden Ressourcen, dazu weltweite Armutswanderung bei gleichzeitiger Klimaänderung - wozu kann und wird dies führen? Nicht einmal in der BRD sind die "Grundversorgung" aller Menschen (so z. B. Wohnungsnot, Obdachlosigkeit) wie die "Teilnahmemöglichkeit an der Gesellschaft" gewährleistet. Was nützt ein politisches Mitspracherecht, wenn dadurch kaum etwas an den gesellschaftlichen und politischen Machtverhältnissen verändert wird?
    Die "materielle und geistige Not sollte es bei uns nicht mehr geben". Leider steigt sie ungehindert an. Und warum?
    Hier müssen wir ansetzen, wenn wir nicht unter die Räder der Geschichte wie 1933-1945 kommen wollen.

    Freundlichen Gruß
    Carolus




    Hallo Zärtlichkeit,

    "Gute Zeiten durch wenig Investitionen", d.h. der Speck ist aufgezehrt, die mageren Zeiten kommen. Nicht von ungefähr trägt der Deutsche Michel als Kopfbedeckung eine Schlafmütze. "Fehlentwicklungen rächen sich und das ist JETZT." Wie sagte doch Michail Gorbatschow anlässlich der Feier des 40jährigen Bestehens der DDR: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!" Heute trifft das für die Entwicklung der BRD zu.
    Kein Wunder, wenn man jahrelang betont, dass Kinder ein Armutsrisiko bedeuten, für die Befürworter ein geistiges Armutsrisiko.

    Carolus

  5. #5
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    Zitat Zitat von Carolus Beitrag anzeigen
    Lieber Hans,

    "Überflussgesellschaft", "Wegwerfgesellschaft" bei abnehmenden Ressourcen, dazu weltweite Armutswanderung bei gleichzeitiger Klimaänderung - wozu kann und wird dies führen? Nicht einmal in der BRD sind die "Grundversorgung" aller Menschen (so z. B. Wohnungsnot, Obdachlosigkeit) wie die "Teilnahmemöglichkeit an der Gesellschaft" gewährleistet. Was nützt ein politisches Mitspracherecht, wenn dadurch kaum etwas an den gesellschaftlichen und politischen Machtverhältnissen verändert wird?
    Die "materielle und geistige Not sollte es bei uns nicht mehr geben". Leider steigt sie ungehindert an. Und warum?
    Hier müssen wir ansetzen, wenn wir nicht unter die Räder der Geschichte wie 1933-1945 kommen wollen.

    Freundlichen Gruß
    Carolus




    Hallo Zärtlichkeit,

    "Gute Zeiten durch wenig Investitionen", d.h. der Speck ist aufgezehrt, die mageren Zeiten kommen. Nicht von ungefähr trägt der Deutsche Michel als Kopfbedeckung eine Schlafmütze. "Fehlentwicklungen rächen sich und das ist JETZT." Wie sagte doch Michail Gorbatschow anlässlich der Feier des 40jährigen Bestehens der DDR: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!" Heute trifft das für die Entwicklung der BRD zu.
    Kein Wunder, wenn man jahrelang betont, dass Kinder ein Armutsrisiko bedeuten, für die Befürworter ein geistiges Armutsrisiko.

    Carolus
    Dem ist nichts hinzuzufügen. Jedenfalls von meiner Seite aus.
    Optimismus ist Pflicht (Sir Karl Raimund Popper)

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