Thema: Appokalypse

  1. #1
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    Appokalypse

    Die Welt wird verrückter und zunehmend kleiner,
    schon passt sie bequem in ein Smartphone hinein.
    Vernetzt und verbunden vom Softwaredesigner,
    global und in Echtzeit, tagaus und tagein.

    Wir chatten, wir twittern, verstärken die Meinung
    auf Facebook, auf YouTube, in jedem Kanal,
    die Wahrheit zeigt erste Zersetzungserscheinung,
    Konträrargumente sind völlig egal.

    Wo bleiben Bedenken zum eigenen Standpunkt,
    wer lässt noch komplexere Aufklärung zu?
    Ist Differenzierung bald nur noch ein Randpunkt
    und Ausbruch aus Gruppenzwang völlig tabu?

    Die Welt wird verrückter und zunehmend kleiner,
    auch risikoreicher, denn ohne Empfang,
    gefangen im Funkloch, weitab irgendeiner
    Mobilfunkantenne herrscht Weltuntergang.
    Humorvolle Lyrik ist der Hofnarr der Poesie

  2. #2
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    Hallo plotzn,

    wie bist du denn drauf? So kennt man dich doch gar nicht... Gut, der Flow ist unverkennbar, aber der Text fast schon (zu) moralisierend. Jedenfalls für einen plotznschen Schelmenstreich. Der Schalk grinst eigentlich nur ganz kurz ganz am Ende aus dem Smartphonedisplay heraus. Und (okay) auch aus dem Titel mit dem doppel-p. Vielleicht - geht mir gerade durch den Kopf - hast du das Dings nur versehentlich, aus Gewohnheit unter Humor gepostet? Nee, quatsch, du kannst ja gar nicht anders. Oder? Nur: ich bin halt bei dir immer auf die großen Brüller eingestellt - und hier komme ich aus dem Stöhnen über die Onlinesucht nur mit einem milden Lächeln heraus. Aber immerhin.

    lg VC
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

  3. #3
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    Servus VC,

    Du hast wohl recht - "Gesellschaft" wäre der passendere Faden, aber dann müsste ich mich ja gleich mit zwei Rubriken beschäftigen und Multitasking war noch nie meine Stärke...
    Die eigentliche Motivation zu dem Gedicht war mein Neid auf die Daueronliner und ihren spielerisch leichten Umgang mit diesen kleinen Wunderdingern der Technik.

    Die Qualen des Funklochs durfte ich vor ein paar Tagen beim Wandern in den Kitzbühler Bergen am eigenen Leib erfahren. Wie soll man denn so seine wichtigen Emails checken?

    Liebe Grüße,
    Stefan
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  4. #4
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    Wie soll man denn so seine wichtigen Emails checken?
    Und erst die Klicks auf dot.com zählen!?
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

  5. #5
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    Du sagst es, mein Selbstbewusstsein ist im Urlaub proportional zur Dauer der Empfangslosigkeit gesunken...
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  6. #6
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    Hm - könnte man also sagen:

    In dem Alter, in dem Empfängnisverhütung immer weniger eine Rolle spielt wird Empfangslosigkeit immer stärker störend empfunden?
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

  7. #7
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    Da verwechselst du was, mein Lieber!

    Ich möchte nur am Handy empfangen, ansonsten bevorzuge ich den sendenden Part
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  8. #8
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    Alles wird immer biblischer. Und das scheint von der Kirchenführung zu kommen. Guter Text um zu überlegen wem das nutzt ohne allzu gross zu verallgemeinern so als ob das Ding nur negatives auszeichnen würde. Ich jedenfalls glaube an Erreichbarkeit so wahr mir das Internet die Fuesse wäscht. Und so was dahergeblubbertes dient ja nur dem Drang zu verdrängen.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  9. #9
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    Erreichbarkeit war schon seit jeher ein Ziel - neue Kontinente, Mond, etc.
    Nur die nichterreichbaren Trauben stoßen sauer auf.
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