1. #1
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    wenn zauber flötet

    raunen erfüllt das hohe haus als die szene aufzieht
    den blick auf eine fern lockende bergkette freigibt
    die beinahe den stoffgebauschten himmel berührt

    aus unsichtbaren kannen fällt regen auf die bühne
    sträucher schieben sich aus dem boden in denen
    vögel nisten das orchester intoniert leises piepen

    als der gestalter das licht dimmt steigen sie auf
    bilden im schein der späten sonne einen schwarm
    dessen spitze nach süden weist der vorhang fällt
    Geändert von Perry (12.08.2019 um 15:18 Uhr)

  2. #2
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    Zitat Zitat von Perry Beitrag anzeigen
    raunen erfüllt das hohe haus als die szene aufzieht
    den blick auf eine fern lockende bergkette freigibt
    die beinahe den stoffgebauschten himmel berührt

    aus unsichtbaren kannen fällt regen auf die bühne
    sträucher schieben sich aus dem boden in denen
    vögeln nisten das orchester intoniert leises piepen

    als der gestalter das licht dimmt steigen sie auf
    bilden im schein der späten sonne einen schwarm
    dessen spitze nach süden weist der vorhang fällt

    Hallo Perry,

    Das erste herbstelnde Gedicht heuer! Ich muss allerdings ein bisschen meckern

    Mit "hohem Haus" verbinde ich in erster Linie ein Parlament, also Gesetzgebung. Das passt hier vermutlich nicht, oder? Was ist gemeint?

    Wie kann gleichzeitig der Blick auf Bergketten freigegeben werden und Regen fallen? Wenns bei uns "aus Kannen regnet/schüttet" sind die Bergketten im allgemeinen in Wolken/Nebel gehüllt; jedenfalls wirken sie dann nicht "lockend".

    "Sträucher schieben sich aus dem Boden" ist für mein Gefühl nicht sehr poetisch. "in denen Vögel nisten" gehörte im Satzbau eigentlich nach den Sträuchern; und die Gleichzeitigkeit von "schieben" und "nisten" ist irgendwie sonderbar. Ich sehe da so kleine Pflänzchen, die gerade aufgehen oder auch Sträucher, die im Frühling neue Triebe bilden, das ist auch eine Art "schieben". Aber wir sind hier im Spätsommer, da schiebt eigentlich nix mehr.


    "Orchester - intonieren - leises Piepen" passt für mein Gefühl nicht wirklich zusammen? Welche Vögel sind gemeint?
    Schwalben? Man könnte ihre Rufe als "Piepen" bezeichnen, aber als "Orchester" habe ich sie noch nie wahrgenommen;
    eher als Akrobaten. Aber da liege ich wohl komplett falsch, weil Schwalben nicht in Sträuchern nisten. Also, ich bin gespannt, was da piepst und in Sträuchern wohnt. Stieglitze? Die piepen auch. Aber nein, die bleiben da, oder?


    Lieben Gruß
    albaa
    Geändert von albaa (12.08.2019 um 15:05 Uhr)

  3. #3
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    Hallo albaa,
    Danke fürs ausführliche Reflektieren.
    Real betrachtet hast Du mit den meisten Anmerkungen recht, aber der Text soll eine Theaterinszenierung beschreiben und da ist eben alles etwas zeitgerafft und und der Kulisse etc. geschuldet. Als Aufhänger habe ich die Zauberflöte genommen, einmal wegen des Titel-Wortspiels und Papageno, dem Vogelhändler. Der Vogelflug soll das Werden und Vergehen symbolisieren.
    LG
    Perry

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