Wir haben nur das Wort

Wir haben nur das Wort,
Um einheimisch zu werden,
Sprache als Heimatort,
Wo Ahnen, die wir ehrten.

Wir haben nur das Wort,
Das uns die Sprache gibt,
Das unser Wertehort
Bleibt, wo man Worte liebt.

Die Welt kennt viele Narreteien,
Mit denen Sprache drangsaliert
Und immerzu die Kindereien,
Mit denen man den Sinn verführt.

Deshalb brauchen wir die Besinnung,
Wenn wir sie bei uns haben wollen,
Um nicht nur mit der Kampfgesinnung
Erfüllen unser Handeln, Sollen.

Schließlich haben wir auch die Ethik,
Die weiß: Ein Wort ist schnell heraus!
Nicht alles bleibt dabei Ästhetik,
Wenn es erst einmal aus dem Haus.

Das Wort steht da, so wie wir's bauen,
Mitunter wird es gar zur Kunst,
Doch müssen wir dabei auch schauen,
Dass es nicht bloß in anderer Gunst.

Einheimisch in Worten zu leben
Und Heimat finden mit dem Reim:
Was kann es für uns Schöneres geben,
Als mit der Sprache eins zu sein?


©Hans Hartmut Karg
2019

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