Als sich meine Muse verabschiedete, drehte sie sich nicht um. Es wurde dunkel und weg war sie.

Am nächsten Morgen stand ich auf wie immer. Alles war normal. Alles war still. Erst gegen Abend bemerkte ich, dass sich der Garten verändert hatte. Ich kam nicht drauf, woran es lag. Im Dämmergrau verharrte ich am Fenster und wartete auf die Lösung meiner gefühlten Frage. Mit dem letzten Sonnenstrahl verschwand alles.
Was blieb war ein Farbenmeer. Wie war das möglich? Ich beschloss mich an einem Rosenstachel zu verletzten, um mir zu beweisen, dass ich nicht schlief. Ich war wach. Der Schmerz war echt und die Farben waren es auch, denn als ich die Pflanzen um mich herum berührte, fühlte sich alles gleich an. Die Erde, das Glockenspiel, die Regenpfützen. Selbst meine Kleidung. Alles war weiches Etwas und angenehm zu spüren. Die Berührung entspannte mich. Die Farben hatten ihre eigentliche Bedeutung erhalten und waren so angenehm, dass ich mich hinlegte und in all dem unterging. Fühlen war Farbe und die Töne ringsum waren erloschen. Nicht einmal ein Geruch zärtelte an meiner Nase. Was für ein Sein. Mein letzter Gedanke galt ihr - meiner Muse. Warum habe ich sie so zwanghaft behalten wollen?