Thema: DaDa

  1. #1
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    DaDa

    1
    Die Katze spielt
    Mit den Hunden und jagt
    Sie mit gestylter Wut
    Dass die Brombeerhecken dröhnen
    Vom Lachen der Mäuse

    2
    Mutter flicht die Zeit
    in die Uhr
    Wenn die Fliege verdaut
    Schrickt der Birnbaum auf
    Und am Zifferblatt
    Hängt das lockere Fleisch
    Der Sekunde.

    3
    Die Zeit
    Ist ein Knoten im Haar
    Der Mutter. Vater klebt
    Seinen Schatten an die Wand
    Des Hauses das
    Groß die Augen aufschlägt
    Wie ein Album voll Fotographie
    Und ich kenne sie nie.

    4
    Das Reh lacht
    Bis sich der Fremde
    Seine Fellwärme stiehlt
    Und wogend gleitet
    Durch die mehlweißen Winter
    Als getarntes Reh
    Zu dem Lachen von Treibholz
    Und zu-kaltem Schnee.

    5
    Der Bauer melkt
    Die Sehnsucht aus der Kuh

    Die Äpfel rauschen leis dazu
    Geändert von 3malSuppenBrot (05.09.2019 um 09:56 Uhr)

  2. #2
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    Ganz besonders gefällt mir:

    Die Zeit
    Ist ein Knoten im Haar
    Der Mutter

    alleine dafür hat sich der Besuch schon gelohnt

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  3. #3
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    Danke dir A.D.

    Freut mich sehr, wenn hier jm. vorbeischaut

    L.G
    Patrick

  4. #4
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    Hallo Patrick,

    Das gefällt mir sehr. Also ich habe ja von Dada keine Ahnung, aber ich mag diese verrückte, verfremdete Welt, die du da beschreibst; fühlt sich gut an oder ich fühl mich gut beim Lesen: wie Alice im Wunderland

    Schön, deine Fantasie und wie du gekonnt mit Bildern und Sprache jonglierst. Klingt als hätte es auch dir richtig Spaß gemacht!

    Begeisterten Gruß!
    albaa

  5. #5
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    Hallo 3malSuppenBrot,

    erinnert mich stark an die Collagegedichte von Herta Müller. Obwohl nicht rational, entsteht die Ahnung eines Sinnzusammenhangs.
    Auch Personen wie Mutter/Vater, der mehlweiße Winter und der Endreim in 3 sind sehr Mülleresk.

    LG Okotadia
    Früher waren die Stühle schöne, blütenfressende Tiere. Doch sie ließen sich zu leicht zähmen...
    Zbigniew Herbert

  6. #6
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    Sprachpotentiale die an dem vorbeigehen was aus der Erwartung heraus ein Gefühl schafft dem wir hier die Ahnung wegnehmen uns als Fotoalbum zwischen deinen Zeilen imaginärer Bilder zu erkennen und die Schatten dann wogend gleitend Gefühle zum Lichtreflex zwischen den Augen und der Zeit machen.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  7. #7
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    Hallo Okotadia

    Entschuldige bitte, dass ich erst so furchtbar spät antwortr. Ich hatte schrecklich viel Stress, da fiel mir das alled unter den Tisch. Du hast übrigens recht. Es ist sehr mülleresk, hatte die gute einige Tage vorher gelesen und wollte mich ähnlich ausdrücken. Nun gilt es beim zweiten Versuch dieser Art, sich wieder stärker von ihr zu entfernen.

    L.G
    Patrick

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