1. #1
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    Das schwarze Loch

    Graf Liek drängt es zu allen fernen
    unbekannten Himmelssternen,
    wo er verwandte Seelen wähnt,
    nach denen er sich so sehr sehnt.
    Als Astronaut, so wird ihm klar,
    läuft allerdings er stets Gefahr,
    auf einer seiner Himmelsreisen
    mit Crew und Raumschiff zu entgleisen
    und niemals mehr zurückzukehren
    und nur den Weltraumschrott zu mehren.
    In Sonderheit die schwarzen Löcher
    ängstigen ihn noch und nöcher.
    Man sieht sie nicht, wird nicht gewahr
    dieser tödlichen Gefahr,
    bis man von ihnen eingefangen
    und von Liek, denkend mit Bangen
    an einen dunklen Höllenschlund,
    der alles frisst mit großem Mund,
    zermalmt, mit Wirbeln und mit Brausen,
    verschiebt die Reise voller Grausen.
    Als sein Freund Bruno dies gehört,
    hat er dem Graf sogleich erklärt,
    dass unser All zwar expandiert,
    doch irgendwann dann kollabiert
    und ganz in sich zusammenfällt,
    mit Mann und Maus und Sternenzelt.
    Ja, dass auch jedes Lichtes Strahl,
    der ausgesendet irgendmal,
    bei seiner Flucht die Richtung wendet
    und zurück zum Ursprung findet.
    „Und wenn das stimmt", schließt Palmström noch,
    „ist uns're Welt ein schwarzes Loch
    und jeder Stern, der ferne blinkt,
    in diesen Schwerkraftstrudel sinkt.
    Er wird, mag noch so fern er scheinen,
    sich dereinst mit uns vereinen."
    Liek spart sich drum die Weltraumfahrten.
    Man kommt zu ihm, er muss nur warten.
    Geändert von MartinKiehl (13.09.2019 um 11:36 Uhr) Grund: Tippfehler und Namensänderung der beteiligten Personen, aufgrund des Feed-backs

  2. #2
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    Lieber Ferdi,

    vielen Dank für die Kritik!
    Bei der Namensgebung habe ich mich selbst gefragt, was besser ist.
    Die Namen im Gedicht ließen sich natürlich bequem austauschen, aber wäre das besser?
    Der Vergleich mit Snoopy stimmt hier glaube ich nicht ganz, weil ein Grossteil des Reizes der Snoopydarstellungen in der Figur liegen.
    Die Namen Palmström und Korf alleine sind da eher neutral.
    Ich wurde aber natürlich durch Morgenstern angeregt, 2 unterschiedliche Gedankenstränge als Diskussion zweier Personen wiederzugeben.
    Auch passt das „Warten wollen auf den Zusammensturz des Weltalls“ sehr gut auf den morgensternschen Korf, der ja „keine Person im eigentlichen Sinn bürgerlicher Konvention“ ist und daher auch mal etwas länger warten kann.
    Wenn ich also einfach 2 neue Namen verwenden würde, würde ich mich dann nicht eher dem Vorwurf aussetzen, jemanden kopiert zu haben, ohne ihn zu zitieren?

    Zur Länge des Gedichtes: Das Gedicht hat ja eine durchaus ernst gemeinte wissenschaftliche Aussage, bei der man nicht so einfach einzelne Schlussfolgerungen dem Leser überlassen kann. Weniger gelungene Passagen des Gedichtes wegzulassen, in der Hoffnung dass der Leser das kürzere Gedicht dann immer noch versteht aber lieber liest, ist da keine Lösung. Dass ich die Aussagen des Gedichtes nicht knapper geschafft habe, ist meiner mangelnden Reimschmiedekunst geschuldet.

    Die Aussage, dass unser gesamtes bekanntes Universum ein schwarzes Loch sein könnte, in dem wir uns schon befinden ist, wenn überhaupt, gar nicht so leicht zu widerlegen. Das ist aber kein Beweis, dass dem so ist.
    Da ich mich aber nicht dem Vorwurf aussetzen wollte, unbewiesene, oder von Experten schon längst widerlegte, Behauptungen aufzustellen, habe ich die Gedichtform gewählt und auch aus diesem Grund passen die Namen Korf und Palmström sehr gut. Schließlich sind die Gedankengänge von Palmström und Korf bei M. oft etwas abstrus, so dass man durch die Verwendung dieser Namen die Aussagen die sie treffen sofort auch in Frage stellt.

    Zur Verwendung von "Und":
    Nach derzeitigem Kenntnisstand ist ein Zusammenfallen des uns bekannten Weltalls unwahrscheinlich, oder zumindest nicht erwiesen.
    Palmström hat also in seiner Erklärung Korf gegenüber, die im Gedicht nicht wörtlich wiedergegeben wird, keine erwiesene Theorie dargestellt,
    sondern Hypothesen. Dies macht er durch „Und wenn das stimmt“ kenntlich.

    Liebe Grüße
    Martin

  3. #3
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    Hallo Ferdi, das sollten Anführungszeichen sein, da ist was bei der Konvertierung
    von einem Textsystem in's andere passiert.

    Zu meinem Stil, wenn ich den habe:
    Ich betrachte mich als Reimeschmied, der zwar Texte ganz brauchbar in Versform bringen kann, aber ohne tief zu berühren.
    Man kann sich fragen, was mach ich dann auf diesem Forum?
    Ich kompensiere das, indem meine Gedichte eine, meist wissenschaftliche, Aussage machen, die vielleicht nicht immer völlig korrekt ist, aber einen wahren und vor allem ungewöhnlichen Kern besitzt. Das ist auch der Grund, weshalb ich sie nicht als Prosa, sondern als Gedicht formuliere und unter Humor einordne.
    Denn wenn etwas gereimt ist, werden eventuelle Irrtümer eher verziehen.
    Das ist zumindest meine Erfahrung aus meinem zweiten Gedichtestandbein der personenbezogenen Anlassgedichte.
    Wenn man in dieser Sparte nicht nur richtig reimt, sondern auch das Versmaß nicht zu oft verletzt, kann man unter dem Beifall des Publikums gar nicht genug Tatsachen verfälschen oder übertreiben, ohne dass dies übel genommen wird, weil ja alles gereimt ist und man im Zweifel alles auf die Schwierigkeit zu Reimen schieben kann.

    Die Namensgebung muss ich noch überdenken. So leicht ist es doch nicht sie einfach auszutauschen, weil „von Korf“ auf der zweiten Silbe betont wird und je nach Bedarf, durch Weglassen des „von“ auch mal einsilbig sein kann.
    Möglich wäre natürlich die Ersetzung des Namenspaares (Palmström, von Korf) durch zum Beispiel (Bruno, Herr Klie). Wäre das besser?

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