1. #1
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    Barbier der Barbar

    Ich bin der Schöpfer deiner Geschichte
    Verrückter Besitzer zahlloser Stimmen
    Bin ein Verführer, Liebhaber und Richter
    Auch ich mache Fehler, nur nicht die Schlimmen

    Ich bin ein genetisch erzeugter Thriller
    Ich seh alles kommen und tritt es nicht ein,
    hau ich auf den Tisch - was für ein Brüller,
    je näher die Schüsse, desto feiner mein Reim

    Mach blauen Dunst,
    nicht etwa Sinn
    Leb von der Kunst
    ich bin wie ich bin

    Ich lebe in schnell verfallenden Bildern
    Ich rudere dagegen und treibe im Strom
    haltlose Reisen kann ich gut schildern
    Du willst nicht verstehen - ich lebe davon

    Mach blauen Dunst,
    nicht etwa Sinn
    Leb von der Kunst
    ich bin wie ich bin

    was für ein Treiben galaktischer Art
    unsterblich bleiben - Barbier der Barbar
    Barbier der Barbar
    Barbier der Barbar

    Mach blauen Dunst,
    nicht etwa Sinn
    Leb von der Kunst
    ich bin wie ich bin:

    Barbier der Barbaren
    Barbier der Barbar
    Barbier der Barbaren
    Barbier der Barbar
    Geändert von Artname (09.09.2019 um 12:38 Uhr)
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  2. #2
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    Tut mir leid Artname, aber es erinnert mich unweigerlich an die wunderbare Geschichte der
    Rhabarberbarbarabarbarenbartbarbierbierbarbärbel.
    LG gugol

  3. #3
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    Oops, verblüffender Einblick in deine Art, komplette Texte zu lesen. Noch interessanter der Einblick, sie zu rezensieren. ... Grübel... ähm... wann bin ich dir das letzte Mal aus Versehen auf die Zehen getreten?
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  4. #4
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    Wie soll man blauen Dunst noch kommentieren, lieber Artname.
    Er ist und will ja überhaupt kein Sinn sein.
    Mit fetziger Musik hat das bestimmt Potential,
    man lauscht der Musik und versteht Fetzen.
    An keiner Stelle ist zu befürchten, dass diese mit zuviel Sinn überfrachtet wird,
    und das Wortspiel kommt sofort verspielt zu Geltung.
    Es drängt sich nicht auf, mehr sein zu wollen, als es kann,
    im Kopfe wird eine nichtgespielte Melodie weitergesponnen:

    Pappiere Barbar ein paar bare Barbierchen
    Hast du an der Bar an dem Bier mich erkannt?
    Ich trink an der Bar für mein bares paar Bierchen,
    bar jeder Logik mich um den Verstand.

    papiere bla bla
    und Papa wird Barbar
    paar Biere, Papa
    wird Barbier an der Bar.

    L.G.A.

  5. #5
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    Hey Artname, bin ich dir jetzt auf die Zehen getreten? Das täte mir sehr leid. Die Barbierbierbarbärbel ist wirklich eine kreative, lustige Geschichte. Und dass mich dein Gedicht daran erinnert, ist durchwegs positiv zu verstehen. Nur fiel es mir deshalb grade schwer, etwas zum anderen Inhalt zu sagen. Nun hat es anjulaenga getan und mir bleibt ein "gern gelesen".

  6. #6
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    Zitat Zitat von Anjulaenga


    Wie soll man blauen Dunst noch kommentieren, lieber Artname.
    Lieber Anjulaenga, die Redensart, jemanden "Blauen Dunst" vorzumachen, leitet sich vom Ritual einiger Zauberer ab, früher ihre Darbietungen mit blauen Nebel zu umgeben, um die Entdeckung ihrer Tricks zu erschweren. DAS allein war mir eine Erwähnung wert.
    Zitat Zitat von Anjulaenga
    Er ist und will ja überhaupt kein Sinn sein.
    Richtig... siehe oben. Aber blaue Dunst ist nicht einfach zu erzeugen. Wie ja Goethe im Faust-Prolog zwischen Direktor, Dichter und
    lustiger Person genial darstellte. Klar machen will mein Text, dass ich als Dichter keinen logischen Sinn anstrebe. Wie der Zauberer strebe ich Unerwartete, Irrationale an. Ein wahrer Poet (um mal eure Schnarchkommentare etwas anzutriggern ) sucht an den normalen Wahnsinn ranzukommen.

    Zitat Zitat von Anjulaenga
    An keiner Stelle ist zu befürchten, dass diese mit zuviel Sinn überfrachtet wird,
    Fast möchte ich mir wünschen, es spräche Weisheit aus deinem leicht überheblich auf mich wirkenden Kommentar. Allein, ich vermute, es ist spontane Eitelkeit.

    Selbst ein Dichter, der nur ein bisschen sinnvolle Gedichte schreiben will, irrt mE doppelt: Das Publikum will unterhalten werden, nicht belehrt. b) Es will seine Vernunft durch Tricks betrügen lassen, die es paradoxer Weise eigentlich garnicht durchschauen will. So spielerisch leicht das aber klingt, ist das leider, leider nicht. Und Hütchenspiele sind zu simpel.


    Zitat Zitat von Anjulaenga
    Es drängt sich nicht auf, mehr sein zu wollen, als es kann,
    im Kopfe wird eine nichtgespielte Melodie weitergesponnen:
    Ich kann nicht über fremde Gehirne verfügen. Aber wenn doch, würde ich in einem Forum am liebsten erfahren wollen, ob zweite und dritte Stimmen mitschwingen. Falls überhaupt...

    Liebe Gugol,
    Geändert von Artname (09.09.2019 um 16:01 Uhr)
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  7. #7
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    Lieber Artname,

    aber ja doch, ein ganzer fünfstimmiger Chor will da mitschwingen. Inhaltlich konnte ich nicht so ganz einsteigen. Ist ja mehr die Personenbeschreibung eines Selbstdarstellers, eines Zampanos im blauen Dunst, und an Handlung war da nicht viel. Da dein Gedicht offensichtlich aber als Song konzepiert ist, habe ich mal eine Strophe und eine Bridge mitgegrooved um ein wenig reinzukommen in das fremde Gehirn eines Dichters.
    Nun, was habe ich interessantes erfahren können? Das war jedenfalls nicht belehrende Poesie, vielleicht mit dem Wunsch/ Appell nimm mich , wie ich bin, ich bin Künstler.
    Dein Selbstanspruch auf Unterhaltung bleibst du deinem Zuhörer/ Leser jedoch schuldig. Vielleicht kommt ja noch eine irrationale Vertonung hinterher. Dann kannst du die Schnarchkommentare mal ordentlich einheizen.
    Ich freu mich drauf. A.

  8. #8
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    Lieber Anjulaenga,

    es ist lustig, deine Art der Kommentierung zu beobachten. Pass mal auf

    Zitat Zitat von Anjulaenga
    ein ganzer fünfstimmiger Chor will da mitschwingen.... Da dein Gedicht offensichtlich aber als Song konzepiert ist, habe ich mal eine Strophe und eine Bridge mitgegrooved um ein wenig reinzukommen in das fremde Gehirn eines Dichters.
    Wo schrieb ich, dass dies ein Songtext ist? Du unterstellst das einfach mal frech. Du fragst nicht mal.

    NEIN, das Gedicht ist eindeutig nicht als Songtext konzipiert.

    Zitat Zitat von Anjulaenga
    Ist ja mehr die Personenbeschreibung eines Selbstdarstellers,
    Wo ist denn hier eine Personenbeschreibung? Hilf mir bitte mal mit einem Zitat auf die Sprünge - Zitate verhindern übrigens auch Falschdarstellungem und helfen außerdem Menschen mit Aufmerksamkeitsdefiziten gut, bei der Sache zu bleiben.

    Zitat Zitat von Anjulaenga
    habe ich mal eine Strophe und eine Bridge mitgegrooved um ein wenig reinzukommen in das fremde Gehirn eines Dichters.
    Strophen sehe ich auch. Wo aber ist die Bridge? Kannst du mal zitieren und begründen?

    Zitat Zitat von Anjulaenga
    und an Handlung war da nicht viel
    Ist Handlung überhaupt eine zwingende Voraussetzung eines Gedichtes? Schrieb ich davon, ein Gedicht mit Handlung schreiben zu wollen? Nein? Worüber schrieb ich eigentlich in meinem? Darüber hast du kein Wort verloren. Kein einziges.

    Kannst du mal mein Gedicht zitieren?
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  9. #9
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    Zitat Zitat von Artname Beitrag anzeigen
    es ist lustig, deine Art der Kommentierung zu beobachten. Pass mal auf
    na ja, umgekehrt finde ich das Gedicht, wenn ich hier mal ganz ehrlich sein darf, recht unlustig. Zum Kontrast will es aber vielleicht genau aus diesem Grunde lustig kommentiert sein und nicht Ton in Ton mit einem dazu passenden "Schnarchkommentar" abgefertigt werden.

    Zitat Zitat von Artname Beitrag anzeigen
    NEIN, das Gedicht ist eindeutig nicht als Songtext konzipiert.
    Das ist sehr erstaunlich, weil ich sofort einen fünfstimmigen Chor mit einer dazugehörigen Bridge zum Refrain im Ohr hatte. Vielleicht auch nur, um mich dabei selbst ein wenig zu unterhalten.

    Zitat Zitat von Artname Beitrag anzeigen
    Wo ist denn hier eine Personenbeschreibung? Hilf mir bitte mal mit einem Zitat auf die Sprünge -
    Hm ?
    Zitat Zitat von Artname Beitrag anzeigen
    Barbier der Barbar
    -ist gar keine Person? bestimmt aber ist das ein personifizierter Geist oder sowas ähnliches. Hilf du mir jetzt mal bitte auf die Sprünge.

    Zitat Zitat von Artname Beitrag anzeigen
    Strophen sehe ich auch. Wo aber ist die Bridge? Kannst du mal zitieren und begründen?
    Wie gesagt, ich hatte sofort ein 3 strophiges Lied mit einem fünfstimmigen Chor und einer Bridge zu deinen Refrains im Ohr, eine Bridge, die mich vielleicht als Leser/in mit dem Autor empathisch verbinden sollte. Es ist eine Technik. In solch sinnlose Texte muss man sich doch irgendwie hineinbegeben. Wie kann ich dir, lieber Arname so etwas begründen, wenn du plötzlich ein Feuerwerk in einem aufmerksamkeitsdfizitären Hirn entfachst? Da bin ich wie du, da bin ich auch wie ich bin, obwohl ich z.B. keine Kunst mache, und sterben müsste, wenn ich davon leben wollte.


    Zitat Zitat von Artname Beitrag anzeigen
    Mach blauen Dunst,
    nicht etwa Sinn
    Leb von der Kunst
    ich bin wie ich bin:
    du fragst den Leser:

    Zitat Zitat von Artname Beitrag anzeigen
    Ist Handlung überhaupt eine zwingende Voraussetzung eines Gedichtes? Schrieb ich davon, ein Gedicht mit Handlung schreiben zu wollen? Nein?
    nein lieber Artname, das ist es beileibe kein Gedicht mit Handlung, mehr ist mir dazu ja auch nicht eingefallen. Da bin ich doch ganz bei dir. Ich schrieb auch nicht davon, dass es für ein Gedicht anders sein müsse, um vor den Augen einer harten Kritik bestehen zu können.

    Zitat Zitat von Artname Beitrag anzeigen
    Worüber schrieb ich eigentlich in meinem?
    Weiß ich jetzt auch nicht so recht, na ja, irgendwas sinnloses halt, was hier geschickt mit drei Refrains immer wieder untermauert wird:

    Zitat Zitat von Artname Beitrag anzeigen
    Mach blauen Dunst,
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    Leb von der Kunst
    ich bin wie ich bin
    Zitat Zitat von Artname Beitrag anzeigen
    Kannst du mal mein Gedicht zitieren?
    Das ganze? Ok, lieber Artname, gerne, obwohl es dadurch auch nicht viel unterhaltsamer wird.

    Zitat Zitat von Artname Beitrag anzeigen
    Ich bin der Schöpfer deiner Geschichte
    Verrückter Besitzer zahlloser Stimmen
    Bin ein Verführer, Liebhaber und Richter
    Auch ich mache Fehler, nur nicht die Schlimmen

    Ich bin ein genetisch erzeugter Thriller
    Ich seh alles kommen und tritt es nicht ein,
    hau ich auf den Tisch - was für ein Brüller,
    je näher die Schüsse, desto feiner mein Reim

    Mach blauen Dunst,
    nicht etwa Sinn
    Leb von der Kunst
    ich bin wie ich bin

    Ich lebe in schnell verfallenden Bildern
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    Du willst nicht verstehen - ich lebe davon

    Mach blauen Dunst,
    nicht etwa Sinn
    Leb von der Kunst
    ich bin wie ich bin

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    Barbier der Barbar

    Mach blauen Dunst,
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    ich bin wie ich bin:

    Barbier der Barbaren
    Barbier der Barbar
    Barbier der Barbaren
    Barbier der Barbar
    Also nochmal, deinen eigenen Unterhaltungsanspruch kann ich gut nachvollziehen, und was der Text jetzt nicht so direkt hergibt, kann eine gekonnte Rezitation ( mit oder ohne Musik egal ) bestimmt wettmachen z.B. als Verrückte multiple Persönlichkeit mit zahllosen Stimmen. Das LI wird ja recht plastisch in Szene gesetzt. Es ist für mich gut vorstellbar. Ein Typ, der blauen Dunst verbreitet und sinnloses Zeug von sich gibt. Eine genial lustige Person, wie im richtigen Faust-Prolog.
    L.G.A.

  10. #10
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    Danke. Nun weiß ich Bescheid .

    Ich hab also nicht behauptet, dies sei ein Song. Dann ist es natürlich deine Sache, ob du eine Bridge (Strophe, die über eine Einschränkungen oder das Gegenteil der sonstigen Strophen reflektiert) hörst. Obwohl du nicht zu wissen scheinst, was eine Bridge ist. Selber würde ich in meinem Text keine Bridge entdecken. Nun weiß ich auch, dass du garnicht nicht weißt, was eine Personenbeschreibung (Beschreibung des Äußeren der Person im Gegensatz zur Charakteristik) ist. Auch auf meine klar gestellte Frage, ob ein Gedicht eine Handlung enthalten muss, willst oder kannst du offensichtlich nicht antworten. Schade.

    Fazit: Deine Kritik baut mE nicht unwesentlich auf falsche Unterstellungen und Halbwissen. Schade. Meines Erachtens sollte eine Kritik vor allem den fremden Text besprechen und weniger die eigene Phantasie. Aber ich hab verstanden, dass dir der Text nichts gibt. Find ich, gerade bei diesem Text, logisch und zugleich, wie gesagt, schade. Nicht zu ändern.

    Für deine tonal recht überheblich wirkende Rhetorik kann ich nichts... außer Mitgefühl entwickeln.

    lg
    Geändert von Artname (10.09.2019 um 19:48 Uhr)
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  11. #11
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    Ja, lieber Artname, mit Personenbeschreibung hast du absolut recht.
    Und für dein großes Mitgefühl danke ich dir sehr, so etwas beschreibt einen wirklich großen Charakter.
    Auch danke ich dir sehr, dass du dich umgehend mit der Korrektur
    meiner unzulässigen Kategorisierung beschäftigt und sie mir verdeutlicht hast.
    Und ja doch, ein Gedicht müsste nach meinem Verständnis überhaupt keine Handlung beschreiben,
    ich glaube fast, darin sind wir beide uns 100% ig einig, ohne dir etwas unterstellen zu wollen.
    Dein Gedicht will partout kein Liedchen sein, geschweige denn Brücken schlagen, basta,
    die gibt es einfach nicht. Habe ich verstanden.
    Aber damit hätten wir die wichtigsten Punkte doch schon klargestellt,
    und das, ohne einen Millimeter in die Substanz eindringen zu müssen.
    Der Blaue Dunst zieht sich konsequent durch Gedicht und Faden.
    Es ist beihnahe so, als ob das Gerdicht nicht erkannt werden wollte.
    Das einzige, was wir zu diesem Zeitpunkt wirklich sicher feststellen können ist,
    dass es keinesfalls eine Personenbeschreibung sein kann, daran können wir uns sicher orientieren.
    Für mich hat es zudem so, wie es dasteht, einen geringen Unterhaltungswert,
    die auch mit leisen Affirmationen zu Goethes Prolog nicht herstellbar sind.
    Und daran vermag auch die Korrektur der Kategorisierung leider nichts zu ändern.
    Der Refrain ist dabei genauso gaga wie die letzte Strophe und lässt mich als Leser/in
    in der Humorecke etwas ratlos zurück.
    Vielleicht magst du noch etwas zu den Hintergründen beitragen,
    manchmal ist man ja ganz einfach auf dem Holzweg.
    Viele liebe Grüße, A.

  12. #12
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    Zitat Zitat von Anlulaenga
    Der Refrain ist dabei genauso gaga wie die letzte Strophe und lässt mich als Leser/in
    Zitat Zitat von Anlulaenga
    in der Humorecke etwas ratlos zurück.
    Diese Ecke umfasst (leider) auch "Rätselhaftes". Das wiederum kann ja bis zum Kryptischen und somit manchem Anhänger des Humors echt auf den Sack gehen.

    Und so wird
    das wohl in unserem Falle so sein. Weder zielt das Wortspiel "Barbier der Barbaren" vordergründig auf ein Schmunzeln noch ist das Ganze als Schmonzette gemeint. Andererseits sehe ich keinen Grund, ernste Anliegen humorfrei zu schreiben. Das wirst du sofort besser verstehen.

    Der amerikanische Musikprofessor Pat Pattison brachte mich darauf, dass Metaphern nichts weiter sind als (mindestens) zwei Worte, die logisch nicht zusammengehören und somit automatisch innerhalb einer Zeile für sonderbare Spannungen sorgen. Nehmen wir mal... aus der Hüfte geschossen... einen " taubstummen Pfarrer". Sorgt doch automatisch für Filme im Kopf. Oder? Das Ganze basiert auf einer Poetik, die speziell in den Staaten momentan großes Interesse erweckt.

    Ich fand diese Sicht jedenfalls recht spannend und bemerkte plötzlich, dass diese simple Kombination aus logisch unstimmigen Worten auch in der modernen deutschen Lyrik längst Einzug gehalten hat. Viele zeitgenössische Gedichte beziehen ihre Spannungen aus dieser Kombination "schwer verträglicher" Worte. Mir kam für diesen Effekt der Begriff "blauer Dunst" in den Sinn. Und so nahm das Schicksal meines Gedichtes seinen Lauf.

    Du musst es nur mal probieren: Schreib mal zwei logisch weit entfernte Worte ( Nomen oder Verb oder Adjektiv + Nomen) als eine Sinneinheit und du wirst feststellen, dass diese Kombination trotz bzw. wegen ihrer Abwegigkeit Filme auslösen kann! Bei Lichte gesehen ähnelt diese Methode, Aufmerksamkeit zu erwecken, schierer Scharlatanerie! Ein weiterer Punkt für "blauer Dunst".

    Ich überlegte mir, weshalb diese modernen Metaphern so eine Konjunktur haben. Naja, war die Welt je vernebelter?! So gesehen ist Blaue Dunst so aktuell wie Donald Trump. Wir stehen aus meiner Sicht kulturell ev. vor einer neuen Barbarei. Wobei eben der Barbier noch ein wenig Kunst unter die Barbaren bringt. (In meiner Berliner Wohngegend verwandeln sich tatsächlich immer mehr Frisöre in Barbiere.)

    So, nun habe ich etwas gemacht, was ich total hasse - ich beginne mein eigenes Gedicht zu erklären. Schande über mich! Falls wir jetzt nicht in ein konstruktives Gespräch kommen, war dies mein letzter Kommentar! Und das meine ich Ernst.

    lg

    Jetzt könntest du zwar manches besser verstehen, aber vieles immer noch nicht. Dann beachte bitte, dass ich eben selber ein Freund kryptischen Schreibens bin. Etwas, was ich auf Anhieb 100%ig verstehe, ist für mich total witzlos! Ich liebe die Pausen, die ich brauche, einen Witz zu kapieren. ich bin kein Blitzdenker, sonder eher Begriffsstutzer.
    Geändert von Artname (11.09.2019 um 10:16 Uhr)
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  13. #13
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    Zitat Zitat von Artname Beitrag anzeigen
    [COLOR=#333333] Diese Ecke umfasst (leider) auch "Rätselhaftes". Falls wir jetzt nicht in ein konstruktives Gespräch kommen, war dies mein letzter Kommentar! Und das meine ich ernst.
    Upps, das ist ja mal eine ernste Ansage. Einfach Luftanhalten geht aber auch.

    Die größte Spannung wird man vermutlich mit echten Antonymen erzeugen können, Leben Tod, Berg Tal, überheblich, bescheiden etc.
    Aber auch Nicht Antonyme wie Feuer Eis, Hund Katze, dichten/ wichtigtun haben es in sich. Ähnlich sind Spannungen zwischen Autor und Leser, wo diametrale Welten einem zunächst unüberbrückbar erscheinen wollen.
    Den taubstummen Pfarrer würde ich übrigens durch einen ,,gehörlosen" Pfarrer ersetzen, da der Begriff taubstumm impliziert, dass keine Sprache vorhanden ist, mit welcher sich dieser Pfarrer uns noch mitteilen könnte. Dem ist natürlich nicht so.
    Es scheint spannend zu sein, Dinge wieder miteinander in Beziehung zu bringen, die offensichtlich überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Da entsteht plötzlich mehr im Kopf, als da steht. Vielleicht ist ja doch irgendwo noch eine verbindende Bridge in all dieser Kryptik versteckt, die ich die ganze Zeit meine heraushören zu können. Bitte schau nochmal nach.
    Und dass dieses alles ausgerechnet in Amerika von Herrn Pattison neu entdeckt wird, setzt bei mir einen Film über eine Zustandsbeschreibung der amerikanischen Gesellschaft in Gang. In Spannung gesetzte Elemente, die im Hirn erst zusammengefügt werden, wow, genau das ist es doch. Dabei hatten Amerikas Ureinwohner längst auf dem Schirm, dass die weißen Barbaren ein barbiergetützes Outfit tragen. Nun, vermutlich würde diese Feststellung wieder unter die Kategorie Phantasiereise der Leserschaft fallen, welche dein eigentliches Gedicht viel zu wenig beachtet bzw. zitiert, und diesem einfach zuviel unterstellt.
    Aber wie ist deinem Gedicht angemessen und wertschätzend beizukommen. Hinweise auf Goethe und Professor Pat Pattison vermögen mich nicht ganz zu überzeugen oder gar zu beeindrucken. Mitsingen will jetzt auch nicht so ganz zu deiner Gedichtsidee passen. Vielleicht erstmal Pause machen und in einer hübschen Kryptik- Ecke ausruhen?
    Zitat Zitat von Artname Beitrag anzeigen
    [COLOR=#333333]...dann beachte, dass ich eben selber ein Freund kryptischen Schreibens bin.
    Einem bekennenden Kryptiker kann man mit Assoziationen nicht viel hinzufügen, wenn diese nach Vorgabe des Autors noch begründet sein sollen.

    Zitat Zitat von Artname Beitrag anzeigen
    [COLOR=#333333] Etwas, was ich auf Anhieb 100%ig verstehe, ist für mich total witzlos! Ich liebe die Pausen, die ich brauche, einen Witz zu kapieren. ich bin kein Blitzdenker, sonder eher Begriffsstutzer.
    Artname, uns eint so vieles. Lass uns ein kleines Päuschen machen, bis wir beide kapiert haben, um was es hier überhaupt gehen will, und was du vielleicht gemeint haben könntest. A.
    Geändert von Anjulaenga (12.09.2019 um 08:29 Uhr) Grund: Ortogravieh

  14. #14
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    Yo! Ausruhen ist eine sehr gute Idee. Ich danke dir sehr herzlich für deine Bereitschaft und Geduld. Ich habe erst sehr spät bemerkt, das wir beide unterschiedliche Erwartungen an diese Nische hatten und haben. Das in Ruhe geklärt zu haben, ist doch eine ordentliche Leistung von uns beiden. Ich hoffe, dass auch du mir unter diesen Bedingungen kleine Spitzen nachsehen kannst.

    lg
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  15. #15
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    Wirklich? Spitzen? habe ich gar nicht bemerkt L.G.A.

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