1. #1
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    Sternenprinz | 4/4


    Sternenprinz



    Das alles ist verbunden, tanzt und lacht,
    und wir sind hier und Zeuge all des Glanzes.
    Die Sterne jubilieren in der Nacht.

    Sind wir mit dieser Schönheit denn ein Ganzes,
    aus bloßer Asche, Scherben, Blut gemacht?
    Wir wär'n so gern ein Teil des großen Tanzes.

    Doch was, wenn Sterne uns zu Ehren grüßen
    und all der Glanz nur uns'retwegen lebt?
    Wenn sich die Schönheit erst durch uns erhebt,
    hätt' all das dann nicht alles einzubüßen?

    Wir können noch das Bitterste versüßen.
    Der Staub, der seit Äonen um uns schwebt,
    wird, wonach unser Innerstes auch strebt.
    Und alle Sterne steh'n zu uns'ren Füßen.



    Narrenprinz | 1/4 , Scherbenprinz | 2/4 , Blutprinz | 3/4, Sternenprinz | 4/4

  2. #2
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    hallo anti Chris

    nun zum ende meines Marathons ^^

    der sternenprinz
    formal wieder ein Sonett, doch diesmal stehen die Terzette gleich unverholen zum anfang des textes, ein Resümee und eine Symbiose aus den vorangehenden Sonetten macht sich kund
    asche, scherben, blut
    alles 3 sind Aspekte der Vorreiter dieser Apokalypse der "Sonetten" Prinzen, eine themenübergreifende Symbiose
    reimschema a,b,a und a,b,b,a verstärkt noch einmal die Umarmung aller bisher gelesenen Sonette dieser reihe und im sternenprinz kommen deren Sternstunden zum tragen

    1 Terzette/These
    das 1 Terzett behinhaltet die These aller zeugen
    Verbundenheit wird verdeutlicht, ein ausgelassenes fest unter den Sternen der nacht, sie alle sind zeugen der Vergangenheit
    der eigentliche Sternenprinz ist keine Person, er ist ein zusammenschluss aller 3 vorangehenden Prinzen, sie alle sind verbunden in ihrem Schicksal
    und teilen eine geschichte
    wenn ich aufgliedern müsste, würde ich sagen das sogar die Prinzen ein und die selbe Person sind

    der blutprinz beging eine tat
    der scherbenprinz erkennt sein Unglück
    der narr nimmt sein Schicksal an
    und allem zum schluss steht der sternenprinz auch wenn er in der reihe am ende steht, so ist er doch anfang und ende zugleich denn hier fing alles an, bei tanz und Freude und dem offenen Sternenhimmel bei nacht und hier wird alles enden, bei rückblickenden erreignissen

    zu sternenprinzen kann man am wenigsten sagen, da er soetwas wie einen Prolog darstellt, eine Vorgeschichte, in der vorangehend schon alles gesagt wurde wenn man sich mit ihnen befasst hat

    2 Terzett/antithese

    das 2 Terzett als Antithese dargestellt, es wirft fragen auf, interessant
    entweder ist es Prolog oder Epilog, weil innerhalb der Synthese sinniert wird das es schön war teil des großen und ganzen zu sein schlussfolgere ich somit es wäre das nachspiel
    asche, scherben, blut, Symbiose über das einzelne Sonett hinaus

    die Quartette sind als Synthese dargestellt, sie sind nicht im einzelnen zu betrachten, da sie die Gesamtheit der 3 Sonette wieder gibt
    beinhalten aber sogar in sich noch eine These und eine Antithese, was mich überrascht, weil es andeutet das alles was bisher geschah, durchaus nocheinmal geschehen könnte, da sie sich als erhaben sehen und sogar die Sterne ihnen zu füßen liegen
    ich vermute das lyr.ich steht am strand und sinniert über vergangenenes/kommendes mit dem Spiegelbild des Sternenhimmels zu seinen füßen
    vermutlich ist es eher ein Pool oder ein see der ruhig liegt, ansonsten könnte er die Spiegelung nicht sehen auf dem unruhigen gewässer, es muss also etwas sein dass die ruhe reflektiert
    die ruhe vor dem sturm

    formell natürlich wie gewohnt einwandfrei und wie ich schon sagte, ich liebe die sprache und den klang der wellen deiner Sonetten Sonette
    lg Mythenfreund

  3. #3
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    Moin Mythenfreund,

    jetzt hab ich es tatsächlich auch in einem Rutsch geschafft!
    Nun sind wir beim 4. Text, tatsächlich der, der mir am unliebsten ist, aber er hat Notwendigkeit.

    Zitat Zitat von Mythenfreund Beitrag anzeigen
    hallo anti Chris

    nun zum ende meines Marathons ^^

    der sternenprinz
    formal wieder ein Sonett, doch diesmal stehen die Terzette gleich unverholen zum anfang des textes, ein Resümee und eine Symbiose aus den vorangehenden Sonetten macht sich kund
    asche, scherben, blut
    alles 3 sind Aspekte der Vorreiter dieser Apokalypse der "Sonetten" Prinzen, eine themenübergreifende Symbiose
    reimschema a,b,a und a,b,b,a verstärkt noch einmal die Umarmung aller bisher gelesenen Sonette dieser reihe und im sternenprinz kommen deren Sternstunden zum tragen
    Korrekt, mit dieser Stellung der Terzette und Quartette zitiert der Sternenprinz quasi den Narrenprinzen in umgekehrter Form.
    Das war mir wichtig, da ja der Narrenprinz selbst kopfüber hing. Rein bildlich hatte er dann nämlich die Sterne zu seinen Füßen
    Nicht nur der Narrenprinz findet hier mit der Asche Erwähnung, auch der Scherbenprinz und der Blutprinz werden erwähnt, sind Teil des Ganzen. Dennoch sollte der Sternenprinz nicht die Zusammenfassung oder Conclusio sein. Er zeigt nur einen weiteren Aspekt des Gefüges. Daher habe ich auch hier explizit eine andere Anrede gewählt und in Wir-Form geschrieben, eben alle zusammen als Gesamtheit. Damit haben wir im Narrenprinzen ER, im Spiegelprinzen ICH, im Blutprinzen DU und im Sternenprinzen WIR.
    Soviel nur zu meiner kleinen strukturellen Vorgehensweise^^

    1 Terzette/These
    das 1 Terzett behinhaltet die These aller zeugen
    Verbundenheit wird verdeutlicht, ein ausgelassenes fest unter den Sternen der nacht, sie alle sind zeugen der Vergangenheit
    der eigentliche Sternenprinz ist keine Person, er ist ein zusammenschluss aller 3 vorangehenden Prinzen, sie alle sind verbunden in ihrem Schicksal
    und teilen eine geschichte
    wenn ich aufgliedern müsste, würde ich sagen das sogar die Prinzen ein und die selbe Person sind

    der blutprinz beging eine tat
    der scherbenprinz erkennt sein Unglück
    der narr nimmt sein Schicksal an
    und allem zum schluss steht der sternenprinz auch wenn er in der reihe am ende steht, so ist er doch anfang und ende zugleich denn hier fing alles an, bei tanz und Freude und dem offenen Sternenhimmel bei nacht und hier wird alles enden, bei rückblickenden erreignissen

    zu sternenprinzen kann man am wenigsten sagen, da er soetwas wie einen Prolog darstellt, eine Vorgeschichte, in der vorangehend schon alles gesagt wurde wenn man sich mit ihnen befasst hat
    Ja, irgendwie sind alle Prinzen eine Person bzw ein Konzept, jeder zeigt nur eine andere Ausprägung.
    Die chronologische oder geschichtliche Verbindung und Aufeinanderfolge war von mir so zwar nicht intendiert aber man kann sie natürlich genau so lesen. Die Zahlen geben da zwar eine andere Richtung vor, aber ich hatte ja eh schon gesagt, dass zwischen den Texten kein direkter inhaltlicher Zusammenhang besteht. Passt auf jeden Fall gut, wie du es da zusammenfasst.

    2 Terzett/antithese

    das 2 Terzett als Antithese dargestellt, es wirft fragen auf, interessant
    entweder ist es Prolog oder Epilog, weil innerhalb der Synthese sinniert wird das es schön war teil des großen und ganzen zu sein schlussfolgere ich somit es wäre das nachspiel
    asche, scherben, blut, Symbiose über das einzelne Sonett hinaus
    Speziell auf diesen Text bezogen, wollte ich mit der Frage eine gewisse Unsicherheit ausdrücken. Eine Unsicherheit, die uns alle betrifft.

    die Quartette sind als Synthese dargestellt, sie sind nicht im einzelnen zu betrachten, da sie die Gesamtheit der 3 Sonette wieder gibt
    beinhalten aber sogar in sich noch eine These und eine Antithese, was mich überrascht, weil es andeutet das alles was bisher geschah, durchaus nocheinmal geschehen könnte, da sie sich als erhaben sehen und sogar die Sterne ihnen zu füßen liegen
    ich vermute das lyr.ich steht am strand und sinniert über vergangenenes/kommendes mit dem Spiegelbild des Sternenhimmels zu seinen füßen
    vermutlich ist es eher ein Pool oder ein see der ruhig liegt, ansonsten könnte er die Spiegelung nicht sehen auf dem unruhigen gewässer, es muss also etwas sein dass die ruhe reflektiert
    die ruhe vor dem sturm
    Die eben von mir angesprochene Unsicherheit sollte hier dann synthesengleich von "uns" direkt abgeschmettert werden. "Wir" geben uns selbst die Antwort, schaffen uns selbst die Antwort und es liegt am Ende so, wie es für uns richtig ist. In Versform heißt das etwa "Wir können noch das Bitterste versüßen" und "alle Sterne stehn zu unsren Füßen".
    Ein Spiegelbild der Sterne hatte ich hier nicht vor Augen, nicht wie im Scherbenprinzen.
    Wohl ist der Blick auf die Sterne aber dennoch durch die eigene Täuschung getrübt, durch den "Staub", aus dem wir das machen, was eben für uns passt.


    formell natürlich wie gewohnt einwandfrei und wie ich schon sagte, ich liebe die sprache und den klang der wellen deiner Sonetten Sonette
    lg Mythenfreund
    Ich danke dir. Insbesondere, dass du das unter diesen Text auch schreibst, da er mir im Schreiprozess eben der unliebsamste war. Er war die abschließende Pflicht, die Betrachtung des WIR, die vielleicht nicht so erkenntnisreich ist, wie die Perspektive eines ER (Narrenprinz), so intim wie die Selbstbeobachtung eines ICH (Scherbenprinz) oder die gewaltige Macht eines DU (Blutzprinz) über andere.
    Dennoch gehören WIR eben zum großen Ganzen dazu und machen es erst ganz^^
    So, genug davon.

    Das hat richtig Spaß gemacht.
    ich kann dir nicht versprechen, dass ich in diesem krassen Umfang auch auf deine neusten Texte reagieren kann, aber Lust auf einen spannenden Austausch habe ich allemal!

    LG AC
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