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  1. #1
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    Freitags beim Arzt

    Als jemand, der nach einigen Negativerfahrungen versucht jeden Arztbesuch zu vermeiden, ist es für mich eine Katastrophe...wenn sich ein unvermeidbarer Gang zum Arzt ankündigt. So wie die Tage, wo ich einen Augenarzt aufsuchen musste, da alle Versuche der Selbstheilung fehlschlugen. Am Telefon von den Schmerzen berichtet, durfte ich auch sofort kommen. Nachdem ich die Eingangstür zur Straße öffnete, stand ich auch schon gleich in der Patienschlange. Nach gefühlt einer Stunde stand ich dann ganz vorne, am Empfang. Name an und Karte abgegeben, wurde ich ins Wartezimmer gebeten. Das war bis zum letzten Platz gefüllt, sodass ich im Stehen nochmal eine Stunde (nicht gefühlt, sondern gemessen) wartete...bis man meinen Namen aufrief. "Klasse", dachte ich, in Anbetracht der vielen Patientien war das nur eine sehr kurze Wartezeit. Aber zu früh gefreut, man ließ mich lediglich wissen, dass meine Karte nicht mehr gültig sei...auch wenn sie laut eingedrucktem Gültigkeitsdatum noch lange nicht abgelaufen ist. Alle Vorschläge meinerseits (bei Krankenkasse anrufen usw) halfen nichts - man gab mir zu verstehen, dass ich ohne gültige Karte keine Chance auf eine Behandlung hätte. Also ab nach Hause und alle Schubladen durchwühlen.

    Tatsächlich fand ich dann eine Karte, deren Gültigkeitsdatum noch weiter in die Zukunft reicht. Zurück zum Arzt und hinten anstellen. "Habe sie gefunden" berichtete ich erleichtert...dann zeigte ich meine Karte vor - und erntete ein Kopfschütteln. "Nein, die ist auch nicht gültig" hörte ich die junge Dame sagen, bevor sie mich abermals fortschickte. Da war ich bereits bedient, aber ich war ja derjenige...der Schmerzen hatte - und so blieb mir nichts anderes übrig als zur Geschäftstelle meiner Krankenkasse zu laufen, denn Autofahren konnte ich da bereits nicht mehr. Beim Laufen nahm ich dann noch einen Mülleimer, einen Laternenpfahl und diverse Passanten mit, denn ich lief inzwischen so gut wie blind durch die Gegend, da mir das Sonnenlicht höllische Schmerzen bereitete. Irgendwann erreichte ich dann mehr tastend als sehend die Geschäftsstelle meiner Krankenkasse. Dort hatte man mich wenigsten freundlich empfangen und nach einer kurzen Zeit festgestellt, dass mir die aktuell gültige Karte...die ich niemals in Empfang genommen hatte...bereits 2016 zugestellt worden ist- zumindest theoretisch, denn in diesem Jahr zog ich beruflich bedingt dreimal um. Die nette, und nebenbei auch sehr attraktive Dame....stellte mir ein zeitlich befristetes Schreiben aus, welches bestätigte, dass ich versichert bin und die Kasse die Kosten für die ärztliche Behandlung begleicht. Also ein dritter Versuch beim Arzt- inwischen aber mit zerrissenem Hemd und einer Platzwunde am Kopf.

    Und tatsächlich, ab sofort war ich ein offizieller und gern gesehener Patient. Nachdem ich eine weitere Stunde im Wartezimmer vor mich hin blutete, wurde ich zur Behandlung aufgerufen - sollte aber erst mal in einem Vorbehandlungsraum Platz nehmen. Dort fragte mich eine Frau mittleren Alters, die nach eigenen Angaben erst vier Tage in der Praxis beschäftigt war...und die aus ihre Inkompetenz auch keinen Hehl machte...wo denn der Schuh drückt. Ich fing meinen Satz gerade erst an, da meldete sich eine weitere Frau...die sich in der Nähe aufhielt zu Wort und sagte zu ihrer Kollegin: "die Symptome sind eindeutig, da müssen wir eine Druckprüfung machen". Und bevor ihre Kollegin antworten konnte...nahm sie zu mir Blickkontakt auf...um zu ergänzen: "das kostet 25 Euro, die sie selbst bezahlen müssen". Um das festzuhalten: beide waren weder Ärztinnen, noch wurde ich bis dahin untersucht. Und von irgendwelchen Symptomen hatte ich bis dato noch gar nicht berichtet. Ich ließ die Damen wissen, dass ich erst mal zum Arzt will, bevor ich mich für irgendwelche kostenpflichtige Leistungen entscheide. Sichtlich angefressen schob mir der Praxisdrachen ein Formular unter, das ich unterschreiben sollte. Ich sollte quasi dafür unterschreiben, dass ich auf eine ihrer Meinung nach notwendige aber kostenpflichtige Untersuchung verzichte. Dafür wird sie, um das vorweg zu nehmen, ein Schreiben von meinem Anwalt erhalten. Zwar ohne jede Aussicht auf Erfolg, aber als eine Art Denkzettel - das ist mir die Sache wert.

    Der Arzt selbst, der war absolut ok. Er war freundlich, kompetent - und er nahm sich sehr viel Zeit. Ein übervolles Wartezimmer ist eben der Preis dafür, den der Patient bezahlt, wenn ein Arzt seinen Job ernst und sich für seine Patienten Zeit nimmt. Das "Problem" sind selten die Ärzte selbst, sondern die Damen um sie herum. In Berufen, bei denen es zu Kundenkontakt kommt, haben Frauen absolut nichts verloren. Sie sind launisch, unprofessionell - und sie tragen ihre Zickenkriege vor der Kundschaft aus. Dergleichen erlebt man niemals bei Männern - höchstens bei schwulen Männern.

    Ich werde jetzt nach Büchern wie "Wie amputiere ich mir selbst Glieder", oder "Eigen-Herz-OP mit Hilfe einer VR-Brille" Ausschau halten und mir ausreichend Morphium zulegen, damit ich nie wieder eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus aufsuchen muss.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  2. #2
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    Lb. A.D.,

    dazu denke ich, es handelt sich nicht um einen Erlebnisbericht, sondern um ein Fantasiegeschichte, die auch ein wenig Angst macht. Dem LI mangelte es sicher an Organisation und Durchsetzungsvermögen, was ich hierzu empfehlen möchte. In manchen Branchen sind Frauen bei Kundenkontakten erfolgreicher und im allgemeinen sicher gleichwertig.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Lieber AndereDimension,

    Es ist schon ein schräges LI, welches du hier persiflierst.
    Festival hatte es im Wesentlichen eigentlich schon auf den Punkt gebracht,
    wobei ich den Verfasser und das LI jedoch niemals gleichsetzen würde,
    denn das grenzt schon an Verletzung der Netiquette.

    Schön wäre es jetzt nur noch, auch mal die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen :

    Steht gestern wieder so ein Typ am Empfang, völlig unangemeldet auf den letzten Drücker, macht einen hochdramatischen Aufstand und einen auf Notfall. Dafür gibt es schließlich eine Notfallambulanz. Aber solch ein Elementarwissen geht in manche Köpfe einfach nicht rein. Die kommen alle Jubeljahre, halten keine Vorsorgetermine geschweige denn Termine ein, und uns dafür umso lieber Vorträge, wielange sie nun schon warten mussten. Die kommen am liebsten freitags, rennen aber schon die ganze Woche mit solchen Glubschaugen durch die Gegend, um sich und andere damit zu tyrannisieren. Na ja, dafür haben sie aber sichtliche Glücksgefühle, wenn sie endlich eine unerfahrene "Azubiene" zwischen die Finger kriegen, um ihren Lebensfrust bei ihnen abzuladen und sie ordentlich runterputzen zu können. Und drei Tage später haste einen unverschämten Anwaltsbrief auf dem Schreibtisch liegen, weil ihnen nicht sofort der gebührende Teppich ausgerollt wurde. Seh ich, dass der mit 'ner alten Versicherungskarte von vor fünf Jahren vor mir steht. Typisch, G1,ohne Bild, steht doch drauf. Schicke ihn ihn erstmal wieder nachhause. Diese Idioten sind bestimmt hundertfünfzig mal von ihrer Krankenkasse aufgeklärt worden, raffen es aber immer noch nicht. Wegen denen wird es immer schwieriger, heute noch junge Menschen für diesen Job zu begeistern. Kundenkontakt vierter Ausbildungstag. Härte vier ist angesagt. Ich habe sie einfach ins kalte Wasser geschmissen. Doch welchen Anteil trägt unsere Kleine an einem unzureichenden Krankenkassensystem, und dass seine Krankenkasse ihren Leistungskatalog eingeschränkt hat? Unser neuer AZUBI soll lediglich die Aufklärungszettel verteilen, um den Patientenkontakt zu üben, da wird sie von diesem unempathischen und miesgelaunten Frauenverachter rundgemacht. Wielange sind sie denn schon da wäre, und überhaupt, jetzt wolle er doch bitteschön sofort mal den Chef sprechen, er würde hier gar nichts unterschreiben wollen, sie würde noch von seinem Anwalt hören und und und... Wir haben zwei Stunden auf das Häuflein Elend eingeredet, dass sie bleibt. Es wären längst nicht alle Patienten so.
    Mein Chef will diese launischen Knüttertypen und Korinthenkacker nicht mehr in seiner Praxis haben. Die vermiesen einem den ganzen Tag, sagt er. Drei von solcher Sorte, und du kannst den Laden für den Tag dichtmachen. Dann kommt so einer, macht sich auch noch über studentische Hilfskräfte her, um seine ,geistige Überlegenheit' zu demonstrieren und auszuspielen, kriegt aber nicht mal sein kleines Versicherungskärtchen geregelt. Ist so, wie ohne Geld essen gehen wollen, weil man doch schließlich einen riesengroßen Hunger habe, und der Kunde überall König wäre. Wo man sich freundlich bedienen und exklusiv bewirten lassen will, um dann später darauf zu bestehen, diese Dienstleistung gegen ein paar alte D- Mark Bestände einzutauschen. Dann rennen sie völlig unterzuckert und genervt gegen etliche Laternen, um doch noch vorher ihr Portemonaie zu holen. Sie hetzen dir kurz danach aber den Anwalt auf den Hals wegen unterlassener Hilfeleistung oder so. Dem Geld würdest du immer und ewig hinterherlaufen, weil sie sich chronisch ungerecht behandelt fühlen, vielleicht auch nur weil sie zu oft gegen Laternen gelaufen sind?!
    Hat mein Chef ihn scheißfreundlich abserviert, als der endlich mit dem Wisch von seiner Krankenkasse ankam. War wohl alles zuviel für ihn, denn die Abfuhr hat der gar nicht geschnallt. Dafür war mein Chef mal wieder viel zu freundlich. ,Der kommt wieder!' Ich habe mit meinem Chef gewettet.
    Wenn das mein Laden wäre, hätte der die gesamte Ladung Frauenpower erfahren dürfen, die hätte ich ihm nicht vorenthalten. So etwas hätte der sich ein für alle Male gemerkt, fürs Leben...
    L.G.A.
    Geändert von Anjulaenga (17.09.2019 um 14:59 Uhr)

  4. #4
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    Guten Tag, Festival,

    dein Kommentar verstieß gegen die Netiquette (beleidigend / Gleichsetzung des LI mit dem Autor) und wurde von mir entfernt.
    Bitte betrachte dies als Ermahnung, die Grundregeln einzuhalten.

    Viele Grüße
    Richmodis
    Geändert von Richmodis (17.09.2019 um 17:58 Uhr)

  5. #5
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    "In Berufen, bei denen es zu Kundenkontakt kommt, haben Frauen absolut nichts verloren. Sie sind launisch, unprofessionell - und sie tragen ihre Zickenkriege vor der Kundschaft aus. Dergleichen erlebt man niemals bei Männern - höchstens bei schwulen Männern."

    Aber so was darf man im Namen eines lyrischen Ichs ungestraft schreiben oder wie oder was? Vielleicht sollte mal eine Diskussion darüber stattfinden, wie und wo die Abgrenzung von persönlicher Meinung zum lyrischen Ich zu machen ist und wann dieser Deckmantel zur Meinungsmache missbraucht wird. Wäre die Moderation auch so nachsichtig, wenn mein lyrisches Ich fände, Frauen seien als Moderatoren gänzlich ungeeignet, weil sie ....? Was auch immer, es ist ja nicht meine persönliche Meinung. LG gugol

  6. #6
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    Hallo Gugol,

    ADs Text enthält eine bewertende Aussage zu weiblichen Angestellten und Schwulen. Und auch, wenn ich diese genauso wie du ärgerlich, weil verallgemeinernd und abschätzig, finde: Der Text steht in der Rubrik "Alltägliches /Biografisches" und nicht in einer Diskussionsrubrik. Du sagst ja selbst: "Vielleicht sollte mal eine Diskussion darüber stattfinden ...". Das zeigt ja schon, dass die Sache nicht so einfach ist. Wer will beurteilen, ob ein Text pure Meinungsmache ist oder nicht? Und nach welchen Kriterien soll das geschehen?

    Im Übrigen sehe ich immer wieder - wie auch hier (Anjulaenga) schmunzelnd, dass ihr es auch ohne beleidigende Äußerungen hinkriegt, mit fragwürdigen, verallgemeinernden, what ever - Aussagen eines Textes/Gedichts im betreffenden Faden umzugehen/fertigzuwerden.

    Viele Grüße
    Richmodis
    Geändert von Richmodis (17.09.2019 um 17:58 Uhr)

  7. #7
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    Biografisches?? Ja dann gibt der Autor ja gleich zu, dass es da nicht um Lyrik geht, sondern um seine Meinung. Nun denn, bin Gast in diesem Forum und habe mich den Entscheiden zu beugen, aber wenn ich Festivals harmlose "Beleidigung" mit ADs diffamierender, klar sexistischer Äusserung vergleiche, bleiben mir ob der Ermahnung an Festival (zu meinem Glück) die Worte im Hals stecken. LG gugol

  8. #8
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    Zitat Gugol

    "In Berufen, bei denen es zu Kundenkontakt kommt, haben Frauen absolut nichts verloren. Sie sind launisch, unprofessionell - und sie tragen ihre Zickenkriege vor der Kundschaft aus. Dergleichen erlebt man niemals bei Männern - höchstens bei schwulen Männern."
    Wenn dies der Maßstab wäre...würde es mindestens die Hälfte der Romane, die wir zur Weltliteratur zählen, nicht geben. Ist also Blödsinn...was Du da erzählst.

    Zitat Gugol

    Biografisches?? Ja dann gibt der Autor ja gleich zu, dass es da nicht um Lyrik geht, sondern um seine Meinung
    Die Rubrik nennt sich: Alltägliches, (Komma) Biographisches...kann also etwas Alltägliches...oder etwas Biographisches sein - oder auch die Kombination aus beidem. Aber selbst wenn...biographisch heißt nicht autobiographisch - den Unterschied muss ich dir hoffentlich nicht erklären.
    aber selbst dann, wenn es eine autobiographische Geschichte wäre...sollte sie ja zwingend das wiedergeben...was auch geschah...sonst wärs ja nicht biographisch. Und wenn da ein Protagonist dies oder das sagte...das nicht mehr dem Zeitgeist entspricht...das als beleidigend oder abwertend verstanden werden kann...dann sollt es erst recht erzählt werden, denn ansonsten würde ja ein wesentlicher Bestandteil der eigentlichen Geschichte verschwiegen werden, sodass diese nicht mehr als biographisch durchgehen könnte.

    Ich hatte dich an anderer Stelle bereits gebeten vorher nachzudenken...bevor Du dich zu Wort meldest - leider vergeblich.


    Hallo Anjulaenga,

    vielen Dank für deine Gegengeschichte. Was raus muss, das muss raus. Und natürlich hat jede Medaille zwei Seiten.


    Nachtrag:

    Hallo Hans,

    dich hatte ich leider überlesen - sorry, und bitte nicht persönlich nehmen.

    Ich schätze deine Art... die Dinge nüchtern zu betrachten, auch wenn deine Betrachtung von meiner hin und wieder...mal mehr, mal weniger...abweicht.

    Gruß, A.D.
    Geändert von AndereDimension (17.09.2019 um 20:57 Uhr)
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  9. #9
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    Zitat Zitat von AndereDimension Beitrag anzeigen
    In Berufen, bei denen es zu Kundenkontakt kommt, haben Frauen absolut nichts verloren. Sie sind launisch, unprofessionell - und sie tragen ihre Zickenkriege vor der Kundschaft aus. Dergleichen erlebt man niemals bei Männern - höchstens bei schwulen Männern.
    Klar, wer kennt sie denn nicht, deine homophoben Griesgram - Opis, die du uns so herrlich schön beschreibst. Wer bei allem nicht erkennen will, dass du dich von den Äußerungen deines LIs erheblich unterscheidest, weil du sie vermutlich sogar immer noch übertrumpfen würdest, der will dir aber gehörig übel nachreden. Und das ist nicht nett! Dich mit diesem Zitat überhaupt in Verbindung oder auch nur in die Nähe davon bringen zu wollen, liebe AndereDimension, das grenzt doch nun wirklich fast an böswilliger Verleumdung und Beleidigung. Denn welcher Schwachmat würde solch einen bodenlosen Blödsinn uns als zeitgemäße, intellektuelle Meinungsäußerung verkaufen wollen, um dann hinterher nicht mehr ganz ernst genommen werden zu können? Du ganz bestimmt nicht!
    Zitat Zitat von AndereDimension Beitrag anzeigen
    Wenn dies der Maßstab wäre...würde es mindestens die Hälfte der Romane, die wir zur Weltliteratur zählen, nicht geben.
    Richtig, ich halte das auch für weltliteraturreif. Wie anders könnte man sonst aus der Perspektive deines kleingeistigen LI's berichten. Geht doch gar nicht anders. Und nur dein LI kann hinterher behaupten, dass sei nunmal der Horrizont seines (leicht beschränkten) Zeitgeistes, welches seine Existenzberechtigung habe, weil es Teil unser aller auto/biographischen Realität seie, die er hier widerspiegele und welche vertreten sein muss. Dann könnte ja schließlich jeder daherkommen und hier seinen menschenverachtenden Scheiß von sich geben, weil sie auch dazugehören und vertreten werden wollen, wie es manche Rapper und Nazimusiker praktizieren, die sich obendrein noch eine goldene Nase damit verdienen. Soweit darf es doch erst gar nicht kommen. Aber das verstehen wieder mal die wenigsten.
    Nein, dich damit in Verbindung zu bringen, arme AndereDimension, verstößt eindeutig gegen die Netiquette. Es reicht schon, wenn dein LI solch hirnloses Zeugs von sich gibt. Und somit kann es nur als bitterböse Satire gemeint sein. Satire arbeitet aber nunmal mit den Mitteln der maßlosen Übertreibung. Du kannst nicht davon ausgehen, dass jeder diesen Unterschied sofort begreift. Manche werden behaupten, dass sich nur ein krankes Hirn solche Protagonisten ausdenken kann, welches spätestens freitags den Arzt oder einen Wochenendnotdienst aufsuchen sollte.
    Dabei kannst du sie alle täglich erleben. Man muss nur hinschauen und genau zuhören. Die muss man sich überhaupt nicht ausdenken.
    Und wenn du dein LI dieses frauen- und schwulenfeindliche Fazit nach dem freitaglichen Arztbesuch ziehen lässt, dann ist es eben so. Basta, Punkt. Hirnlose Schwachmaten sind nun mal ebenfalls armer Bestandteil unser aller Wirklichkeit. Auch solche benötigen ein biographisches Sprachrohr, um in einer Gesellschaft und der Weltliteratur angemessen vertreten zu sein. Und sie können verdammt froh sein, in deinem LI ein solches gefunden zu haben. Inklusion bleibt natürlich die schwierige Aufgabe für den entsetzten Rest, selbst in diesem Forum. Lass dich nur nicht aus der Ruhe bringen, liebe AndereDimension, oder entmutigen. Dass mit dem Sprachrohr kommt sehr authentisch und glaubhaft rüber und bei vielen im Stillen bestimmt auch gut an. Der Zeitgeist befindet sich gerade im Rückwärtsgang, und den hast du einfach nur gut und treffend beschrieben.
    Zitat Zitat von AndereDimension Beitrag anzeigen
    Die Rubrik nennt sich: Alltägliches, (Komma) Biographisches...kann also etwas Alltägliches...oder etwas Biographisches sein - oder auch die Kombination aus beidem. Aber selbst wenn...biographisch heißt nicht autobiographisch - den Unterschied muss ich dir hoffentlich nicht erklären. aber selbst dann, wenn es eine autobiographische Geschichte wäre...sollte sie ja zwingend das wiedergeben...was auch geschah...sonst wärs ja nicht biographisch. Und wenn da ein Protagonist dies oder das sagte...das nicht mehr dem Zeitgeist entspricht...das als beleidigend oder abwertend verstanden werden kann...dann sollt es erst recht erzählt werden, denn ansonsten würde ja ein wesentlicher Bestandteil der eigentlichen Geschichte verschwiegen werden, sodass diese nicht mehr als biographisch durchgehen könnte.
    Ich befürchte fast, ( Komma) ... die tiefere, stammelnde Dialektik deiner vielsagenden biographischen Erklärung,( Komma) ... selbst wenn sie eine autobiographische wäre, ( Komma) oder sogar Kombination aus beidem, ( Komma) ob nun quer - oder hochgestapelt, gequirllt oder im Fieberwahn (Komma) ...sie wird an manchem schlichten Gemüt scheitern und einfach an denen vorbeigehen, (Komma) ... die jetzt immer noch verwirrt und ungläubig mit dem Kopf schütteln,( Komma) ... weil die das alles einfach nicht raffen. (Punkt). Es muss ihnen erscheinen, (Komma) ...als wenn du dein LI für dich sprechen lässt, (Komma) aber das lass mal schön deren Problem sein.( Punkt ) Du bist an keiner Stelle verpfichtet, ( komma) darauf eingehen, (Komma) etwas dazu sagen, ( Komma)... geschweige denn irgendetwas geradebiegen oder richtigstellen zu müssen. Lass die Zicken und Schwulen ruhig mal richtig austoben, dann wird sich die ganze Problematik allen plötzlich von ganz alleine erklären.
    Da hast du ja ein verdammt raffiniertes Dingens rausgehauen, und ich gratuliere dir zu diesem Erfolg. Es ist sehr vielschichtig, wie es Richmodis bereits angedeutet hatte, was jeden Leser sofort hellauf entgeistern muss, und was vor allem nicht der Hauch einer flachen Provokation in sich birgt, halt eine intellektuelle, feingeistige Satire vom Allerfeinsten.
    L.G.A.
    Geändert von Anjulaenga (18.09.2019 um 19:47 Uhr)

  10. #10
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    Was soll ich dir da antworten, Anjulaenga. Im Laufe meines Lebens habe ich gelernt...dass man Menschen, die schon an der Frage scheitern...am besten nicht auch noch mit der Antwort belastet- und schon gar nicht dann, wenn es nur eine einzige Antwort gibt. So stoße ich bei dir hoffentlich auf Verständnis...wenn ich es erst gar nicht versuche...dir zu erklären, was das exemplarische Beispiel vom "einfachen" Beispiel unterscheidet - um nur mal ein (in konkreten Fall exemplarisches) Beispiel zu nennen. Was mir ein Beispiel ist, das könnte dir ein Vorbild sein - muss aber nicht. Ein Angebot, ein unverbindliches - ein Angebot, wie es zB (einfaches Beispiel) der Meister seinem Lehrling macht.

    In diesem Sinne dir noch einen schönen Abend. Oder gleich ein schönes Leben - nicht weil ich großzügig bin...sondern weil ich auch dir all das gönne (sofern Du es nicht schon besitzt)...das ich mir leisten kann.

    A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  11. #11
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    Zitat Zitat von AndereDimension Beitrag anzeigen
    Was soll ich dir da antworten, Anjulaenga.
    Ich bin gespannt.

    [/QUOTE]
    Zitat Zitat von AndereDimension Beitrag anzeigen
    Im Laufe meines Lebens habe ich gelernt...dass man Menschen, die schon an der Frage scheitern...am besten nicht auch noch mit der Antwort belastet- und schon gar nicht dann, wenn es nur eine einzige Antwort gibt.
    Welche Frage?

    Zitat Zitat von AndereDimension Beitrag anzeigen
    So stoße ich bei dir hoffentlich auf Verständnis...wenn ich es erst gar nicht versuche...dir zu erklären, was das exemplarische Beispiel vom "einfachen" Beispiel unterscheidet - um nur mal ein (in konkreten Fall exemplarisches) Beispiel zu nennen. Was mir ein Beispiel ist, das könnte dir ein Vorbild sein - muss aber nicht.
    alles klar!


    Zitat Zitat von AndereDimension Beitrag anzeigen
    Ein Angebot, ein unverbindliches - ein Angebot, wie es zB (einfaches Beispiel) der Meister seinem Lehrling macht. In diesem Sinne dir noch einen schönen Abend. Oder gleich ein schönes Leben - nicht weil ich großzügig bin...sondern weil ich auch dir all das gönne (sofern Du es nicht schon besitzt)...das ich mir leisten kann...
    Danke, liebe AndereDimension für dein Angebot- ein Angebot eines einfachen Beispiels, wohlbemerkt nicht eines exemplarischen Beispiels, deren Mühe du dir unterzogen hast, welches du aber schon gelernt hast, dass ich an der Frage bereits scheitere, während du du mir aber trotzdem ein großzügiges Leben gönnst, und erst gar nicht versuchst, mir zu erklären wenn es zum Beispiel nur eine einzige Antwort gäbe.
    Deine Antwort spricht schon für sich. Was soll ich dazu noch sagen. Wenn dein LI die gleiche Nummer in der Praxis abgezogen hat, kann ich das arme Lehrmädchen gut verstehen.
    Meister, du hast es bestimmt nicht so gemeint, dein LI aber schon. oder wie, oder was? egal. Noch mehr Knödelsätze halt ich eh nicht aus. Dann muss ich zum Arzt.

    L.G.A.

  12. #12
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    Das "Problem" sind selten die Ärzte selbst, sondern die Damen um sie herum. In Berufen, bei denen es zu Kundenkontakt kommt, haben Frauen absolut nichts verloren. Sie sind launisch, unprofessionell - und sie tragen ihre Zickenkriege vor der Kundschaft aus. Dergleichen erlebt man niemals bei Männern - höchstens bei schwulen Männern.
    Das Problem sind die Ärzte selbst, die aus der Erwartungshaltung der Eltern und Erzieher zum Geltungsberuf gegriffen haben - aus meiner Sicht braucht man kein langweiliges, ödes Medizinstudium, um Arzt zu sein. Ähnlich wie bei den Lehrern, werden diejenigen auf die Menschheit losgelassen, die durch Arschkriecherei, dem Geld der Eltern und Mittelmässigkeit ein Studium überstehen.
    Die Angst vorm Sterben ist die Angst vorm Leben. Aron Manfeld

  13. #13
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    Hallo Anjulaenga,
    entschuldige, wenn ich mich einmische! Aber vielleicht dient es der Klärung, wenn ich versuche, ein exemplarisches Beispiel zu verdeutlichen.
    Wenn Du auf einem weißen Schimmel reitest, bist Du mit dem Kopf dem Himmel näher und weißt, was ein exemplarisches Beispiel ist. Du verstehst wahrscheinlich nicht, was ich meine. Also: Zweiter Versuch.
    Wenn Du zum Beispiel an einem Exempel klar machen möchtest, was Du meinst, handelst Du sozusagen exemplarisch und jeder weiß gleich, was Du meinst. Und nun weiß ich auch nicht mehr weiter.
    Liebe Grüße,
    Festival

  14. #14
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    Lieber Aron Manfeld,

    Obwohl der Text hierfür keinerlei Anhaltspunkte bietet, scheint mir diese generalisierte Stammtischklatsche gegen die gesamte Ärzteschaft völlig angebracht, um angemessen in die vorurteilslose Niveaulosigkeit einzusteigen.

    Liebes Festival,

    verarschen können AD und ich und zum Beispiel selber, dafür brauchen wir nicht die Unterstützung eines schimmligen Pferdes. Wenn dir aber auch nach dem zweiten Versuch nichts mehr zum Text einfällt, was ich sehr gut nachvollziehen kann, dann könntest du als exemplarisches Beispiel natürlich wieder bei der MOD gemeldet werden. AD, was meinst du ?
    L.G.A.

  15. #15
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    Hallo Anjulaenga,
    was sind das für Töne? Fällt dem einen oder anderen nichts Besseres mehr ein als eine Meldung bei den Mods?
    Hintergrund meines Beitrags war, dass ich - vielleicht irre ich mich ja - unter einem Exempel bisher immer ein Beispiel verstand. Exemplarisch würde also bedeuten, anhand eines Beispiels etwas verdeutlichen. Bleibt mein Unverständnis über die Zusammenballung von "exemplarisches Beispiel". Das ist, wie ich meine, vergleichbar mit einem weißen Schimmel.
    So, nun erwarte ich eine weitere Mahnung seitens der Mods (die ich dann auch nicht verstehen würde).
    Gruß,
    Festival

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