1. #1
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    Mutter... Oh, Mutter!

    Fast dreißig Jahre war ich
    eingesperrt in deiner
    keimfreien Gebärmutter.

    Nun habe ich mir
    seit drei Tagen schon
    nicht mehr die Hände gewaschen
    und dein Desinfektionsmittel
    habe ich leergetrunken.

    Es schmeckte nach Freiheit.
    Es schmeckte nach Freiheit, Mutter!

    Den ganzen Tag lang
    habe ich in der Sonne rumgesessen
    und mich NICHT
    mit Sonnencreme eingeschmiert!

    Hast du das gesehen?
    Hast du es gesehen, Mutter!?

    Du wolltest mich auf den Strich schicken,
    ja das wolltest du!
    Du wolltest mich der kapitalistischen Bestie
    zum Fraß vorwerfen!
    Mich!
    Deinen einzigen Sohn!

    Die Stadttauben sprechen zu mir.
    Sie sagen,
    dass sie nur zu gerne
    deinen Part übernehmen würden.

    Mutter...
    Oh, Mutter!
    Hörst du mich, Mutter?

    Ich werde mir die Fingernägel
    so lang wachsen lassen,
    dass ich damit im Wald
    nach Trüffeln graben kann.
    Lass dir das gesagt sein!

    Mit Erbrochenem
    werde ich übelriechende Anklagen
    gegen deine Unmenschlichkeit
    auf alle Gehwege schreiben
    und die ganze Stadt
    wird über dich die Nase rümpfen
    und mit dem Finger auf dich zeigen.

    "Da geht es", werden sie schreien.
    "Da geht das Monster,
    das seinen einzigen Sohn
    verstoßen hat!"





    (Das ist ein kurzer Auszug aus meinem noch namenlosen Roman, der mit ziemlicher Sicherheit niemals und nirgendwo erscheinen wird.)

  2. #2
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    Diese überraschenden Wendungen die niemand nicht brauchen würde um das was du hier verzapft hast schätzen zu lernen. Weil ohne Anklage auch kein Verzeihen, weil man sich ja immer noch besser mit Nettigkeit strafen kann.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  3. #3
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    Ich werde es an meinen Protagonisten weiterleiten

  4. #4
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    Aber bitte nicht so brühwarm wie dieses Gedicht, sonst glaubt der noch ich hätte es nötig gehabt mich unbedingt dahingehend zu äußern wie man dem Gedicht vorwerfen könnte , mir gefallen zu haben.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  5. #5
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    Ok, dann werde ich das besser für mich behalten.

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