1. #1
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    Das Vorzeigeschloss

    Das Vorzeigeschloss

    Seine gestrenge Gemahlin befahl, ihn abermals hinter
    Schloss und Riegel zu setzen. Ihm war sein Herumtreiben wieder
    zum Verhängnis geworden. Der Thronfolger hatte noch keinen
    Erben gezeugt und sobald er sich ohne Begleitung bewegte,
    hoben die Mägde die Röcke an und sie zeigten ihm alles,
    was sich darunter verbarg. Die Gemahlin wusste um seine
    Schwäche für generöse Bedienstete, hatte sie ihn doch
    etliche Male beim Akt ertappt. Sie entschloss sich für eine
    überaus drastische Lösung: Ihm wurde ein eiserner Keuschheits-
    gürtel befohlen und übergezogen. Hiernach erhielt er
    uneingeschränkten Freigang, doch fand das geschickte und durchbruch-
    geile Gesinde stets einen Weg, um den Gürtel zu öffnen.

    Heute bewohnt der Flegel das Turmzimmer. Seine Gemahlin
    schloss ihn dort ein. Er wartet geduldig auf längere Haare.
    Geändert von Hi, i (21.09.2019 um 13:51 Uhr)

  2. #2
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    zeigt gut wie leicht es fällt sich an Protagonisten abzureagieren, indem es den Anschein erweckt nur der Spassvermehrung nicht entschieden genug entgegentreten zu können. Weil die innere Rebellion in den Märchenbereich abdriftet.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  3. #3
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    Aber nicht doch, wenn du glaubst im Leben würde alles ums Schnudelwutzen gehen, dann muss man auch mal dazu stehen, dass nicht alles losgelöster von sich selber ist als man selbst wenn man gerne mal mehr sagen will als unbedingt nötig.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  4. #4
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    WAS FÜR EIN TRAURIGES KLEIN KLEIN...

  5. #5
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    Alles gut, nur eine Empfindung, auch von Dir hab ich viel gelesen und ich weiß, Du kannst mehr... - Vielleicht stumpft man hier ja auch ab? - Ich weiß es nicht wirklich.- bin nur eine aufmerksame Leserin

    Lieber Gruß
    Celestine

  6. #6
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    Hey Hi, i, vierzehn formal m.E. einwandfreie Hexameter hast du hingelegt. So etwas als “klein” zu bezeichnen, zeugt davon, dass da jemand null Ahnung von anspruchsvollen Gedichtformen hat.
    Ob ich das Thema der Geschichte persönlich mag, ist irrelevant; ich erkenne darin ein interessantes Konzept. Du beginnst bei einem neutralen Märchenschauplatz: Schloss, Prinz mit Gemahlin, Gesinde… Aber am Ende mündet die Sache in ein bekanntes Märchen, allerdings mit vertauschten Rollen. Klein? Nein!
    Da ist also ein schöner Prinz, bereits verheiratet, der sich lieber mit dem Gesinde vergnügt, als sich um die Zeugung eines Stammhalters zu kümmern. Das gefällt seiner Gemahlin gar nicht und sie trifft entsprechende Vorkehrungen, damit er seinen wertvollen Samen nicht am falschen Ort verschwendet. Um ihn selbst, um seine Gunst oder Liebe scheint es ihr nicht zu gehen. Anders den Mägden: Sie sind von dem Prinzen dermassen angetan, dass sie sich alles mögliche einfallen lassen, um ihn von seiner Fessel zu befreien. Nimmt mich ja wunder, wo sie all die abmontierten Schlösschen hingetan haben. Er wiederum lässt sich auch noch zuoberst im Turm etwas einfallen, um die Mägde zu sich herauf zu holen, auch wenns Geduld braucht. Kleine Geschichte? Nein! LG gugol
    Geändert von Gugol (20.09.2019 um 08:19 Uhr)

  7. #7
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    Alles gut, hab mich wahrscheinlich nicht richtig ausgedrückt. Deine Geschichte ist gut. "Mit Klein klein" meine ich nur Thema.
    LG Celestine

  8. #8
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    Danke für den Hexa Hinweis. Der Text will also keine kleine Geschichte, sondern eine von den ganz großen sein, ist schließlich mit einwandfreien Hexametern geschrieben, donnerwetter!
    Da das Enjambement ausschließlich ein lyrisches Stilmittel der Schriftsprache ist, welcher in diesem Fall eher durch einen Hakenstil brilliert und auffällt, muss schon recht deutlich darauf hingewiesen werden, welch hohe hexametrische Kunst hier Einlass in dieses Gedicht gefunden hat. Sonst würde diese Besonderheit allzu leicht übersehen werden, und sie könnte entsprechend ungewürdigt bleiben. Besonders sollte solcher Umstand den Leuten nahegebracht werden, die null Ahnung von anspruchsvollen Gedichtsformen haben. Da dieses große Gedicht zudem ohne jegliche Strophengliederung verfasst ist, ist zu erwarten, dass der gemeine Leser diesen nahezu blocksatzartigen Klumpen spontan einer banalen Prosawelt zuordnet. Nur ein entsprechender Aufklärungsthread wird den kleinen dummen Leser noch aufklären können, wie er die Zeilen mit den kleinen Zäsuren und Betonungen zu rezitieren hat. Ich hätte es auch überlesen.
    Ob diese Samenkomödie mit Reminiszenzen an bekannte Märchen eine große Geschichte oder eine klebrige Schmierenkomödie verkörpert, mag im Auge des Betrachters liegen. Blitzsaubere Hexameter machen jedenfalls aus einem Esel immer noch kein Rennpferd.
    L.G.A.
    Geändert von Anjulaenga (20.09.2019 um 21:09 Uhr)

  9. #9
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    Hi Celestine und Anjulaenga,

  10. #10
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    Gebe mich als der "gemeine Leser" geschlagen

  11. #11
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    Hi, ich mag mein Ding oben sehr , sehe ein Pferd und finde es in keiner Weise anzueglich, verstehe aber, wenn andere es tun und
    einen Esel sehen, steckt auch beides in mir , LG L.A.F.

  12. #12
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    Habe noch eine geschlagene Stuinde drüber gebrütet
    und gebe mich mit Gemeinheiten dann auch geschlagen.
    denn im Grunde ich bin keinen Hexameter weiter gekommen.
    Aber vielleicht ist das der eigentliche Trick an der Sache,
    dass hierbei ordentlich Schaum geschlagen werden muss,
    bis einem selbst plötzlich die Pferde erscheinen,
    die mit einem durchgegangen sind.
    Die kann man natürlich obendrein noch ganz ganz toll finden , das ist keineswegs anzüglich.
    Und obs hinterher doch nur ein tollwütiger Esel war, wer wollte das schon sagen können...
    Wenn ich mir dazu meine innere Verfilmung betrachte,
    sehe ich einen ganz schlichten Film, der weniger zum Brüten anregt,
    eher was zum gemütlichen Einschlafen. Inhalt egal.
    Der Thronfolger beim Rapunzelturm auf einem lahmen Esel,
    und Gesinde, was ordentlich besamt werden will. oder so ähnlich.
    Von der hochtrabenden Antwort#6 von Gugol auf Celestines Ratlosigkeit hatte mich denn wohl ein wenig zu der off topic Antwort#8 verleiten lassen.
    sorry, A.

  13. #13
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    Hi, weiss gar nicht, was sagen jetzt, will ja nicht was Neues anzetteln: Ich versuche jeden Tag, ein guter Mensch zu sein. Es ist okay, L.A.F.

  14. #14
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    Hi,i, alles gut, bleib ein guter Mensch, habe mich nur vergaloppiert und ein wenig ereifert. A.
    Geändert von Anjulaenga (23.09.2019 um 11:26 Uhr)

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