1. #1
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    Seniorendichter

    So sind sie, die sonoren Herrn,
    wenn sich die Haare lichten.
    Mit ernster, krauser Denkerstirn
    beginnt man jetzt zu dichten.

    In Stadt, im Land, inkontinent,
    sie laufen aus und segeln,
    hinaus in die senile Welt...
    und hin, nach Kunst der Regeln.

    Sie leben ihre Ader aus,
    es schwallt, sie sind erkoren.
    Der Aderlass bestimmt den Kurs,
    man schießt aus allen Poren.

    Ein Leuchtturm zwinkert hilfsbereit.
    Man deutet fremde Zeichen.
    Schon muss die Welt in harter Zeit
    kurz weicher Schonkost weichen.

    Alternative letze Strophe für Richmodis :

    Ein Leuchtturm zwinkert hilfsbereit.
    Mann deutet fremde Zeichen.
    Dann muss die Welt für kurze Zeit
    dem Mittagessen weichen.
    Geändert von Anjulaenga (23.09.2019 um 08:39 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Anjuleanga,
    ich kann hier nur minimal einen kritikpunkt finden,
    das wort schweben würde ich mit rudern oder was anderem austauschen,
    ansonsten sehr humoriger treffender schluss, der gefällt.

    lg vom GE-wicht
    " wir stehen noch am anfang, alles ist möglich, wir träumen nur nicht groß genug." - noel fizpatrick-
    (24 std. nachdem cockerpoo henry den genickbruch operiert, einzementiert überstanden hatte und gassi auf der wiese machte)

  3. #3
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    Ein Leuchtturm zwinkert hilfsbereit.
    Mann deutet fremde Zeichen.
    Dann* muss die Welt für kurze Zeit
    dem Mittagessen weichen.

    * Nicht nur sich reimende Anapher, sondern auch etwas mehr Hauch von Allgemeingültigkeit. Wat meenste?
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  4. #4
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    Liebes GE-wicht,

    habs jetzt mal mit Segeln probiert, danke für dein Feedback, A.


    Lieber Artname,

    jip, habs geändert, danke, A.
    Geändert von Anjulaenga (20.09.2019 um 13:12 Uhr)

  5. #5
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    In Stadt, im Land, inkontinent,
    sie laufen aus und segeln,
    hinaus in die senile Welt...
    und hin, nach Kunst und Regeln.

    Ich will dich, lieber Anjulaenga, ja nicht zur Verzweiflung treiben: Aber mir gefällt zwar das segeln, jedoch die Regeln dünken mir recht zwanghaft darauf gereimt, weil m. E. nach Regeln wollen die älteren Herren doch eben gerade nicht segeln, jedenfalls nicht, bevor die Glocke zum Essenfassen läutet. Du nimmst mit dem segeln nach Regeln dem äußerst witzigen Schluss den Wind aus den Segeln. Und das finde ich schade.

    LG
    Richy


    In Stadt, im Land, inkontinent
    Sehr spaßig.

  6. #6
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    Hallo Anjulaenga

    und hin, nach Kunst der Regeln.
    und wider allen Regeln


    Schon muss die Welt in harter Zeit
    kurz weicher Schonkost weichen.
    gesunder Schonkost weichen


    das wären meine Vorschläge dazu

    ...und ich freue mich schon darauf irgendwann dann auch ein Seniorendichter zu sein

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  7. #7
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    Oh, naaain, Anjulaenga, du hast das Mittagessen gestrichen. Das war doch das Beste am Gedicht. Schonkost ist mir too much; daran ändert auch das nette Wortspiel harte Welt/weiche Schonkost nichts. Mittagessen war viel verschmitzter, weil dezent. Büdde lass doch wenigstens die erste Version auch stehen.

    Rich

  8. #8
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    Touche! Wirklich sehr lustig.

    Was mir aber nicht ganz einleuchtet, ist die Schreibweise von man.
    Durch Überschrift und ersten Vers hat man (und frau) doch ohnehin das Bild eines männlichen Dichters vor sich.
    Wozu die Betonung, die zudem die Betonung im Gedicht stolpern läßt, weil man (und frau) Mann eigentlich betonen müßte.

    Sehr lustig auch die Zweideutigkeit von "sie laufen aus" zwischen "inkontinent" und "und segeln"
    Allerdings haben Männer im Alter eher das umgekehrte Problem.

    LG MK

    Von der Aussage finde ich es allerdings nicht verwerflich, wenn Senioren, wenn auch spät, anfangen zu dichten.
    Deshalb finde ich es richtig, dass du deinen Beitrag unter Humor, Satire und Rätselhaftes gepostet hast und nicht im beschwerdekasten.

  9. #9
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    Lieber MartinKiehl,

    oh mann, ja doch, im nachhinein sieht es wirklich besser aus, wenn man dem Mann sein mänliches n nimmt. danke für die Durchsicht, A.

  10. #10
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    Lieber Anjulaenga,

    gekonnt vom Stapel gelassen! Die Verschmelzung von Dichter uns Seefahrer ist wirklich gelungen.

    Meine beiden Lieblingsstellen sind:

    und die trockene Schlusspointe:

    Dann muss die Welt für kurze Zeit
    dem Mittagessen weichen.

    Liebe Grüße,
    Stefan
    Humorvolle Lyrik ist der Hofnarr der Poesie

  11. #11
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    Deine beiden Lieblingsstellen? lieber plotzn

  12. #12
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    Ähm, ja, da war doch noch eine zweite...

    In Stadt, im Land, inkontinent,

    Inkompetent in Sachen Rauskopieren

    LG, Stefan
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  13. #13
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    Lieber plotzn,

    zum inkontinenten Rauskopieren wollen mir spontan drei Dinge einfallen, die mir ganz besonders gut gefallen:

    tschüss, L.G.A.

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