Thema: Herbst

  1. #1
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    Herbst

    Der Herbst, der ist ein karger Mann
    den ich gar nicht ausstehn kann
    er will mit mir flanieren

    Er stiehlt mit krähenfrecher List
    was an mir frei und fröhlich ist
    doch ich will musizieren

    Ich packe die Gitarre ein
    und buch den Flug nach Spanien
    dort singen die Geranien!

    Darauf der Herbst, da komm ich mit
    der Flegel weiß nicht, was ihm blüht
    Ei was, dort ist´s noch Sommer!

    (Der Herbst ist doch ein dommer... )
    Geändert von Onegin (25.09.2019 um 10:47 Uhr)
    Love´s not Time´s fool W. S.

  2. #2
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    Hallo Onegin,
    gerade lese ich Dein Gedicht "Herbst" und es klingt so gar nicht nach Herbst. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass es hier in meinem Gemüsegarten sommerlich heiß ist, riesige Artischocken ihre blauen Köpfe dem azurblauen, wolkenlosen Himmel entgegenstrecken... "das kommt mir auch Spanisch vor" Heute gibt es jedenfalls Artischocken, hab ich beschlossen. Du bist schon ein Verführer...dem
    "Ich packe die Gitarre ein
    und buch den Flug nach Spanien
    dort singen die Geranien! "
    ...kann man kaum widerstehen. Und auch nicht
    dem-"Drauf ruft der Herbst, da komm ich mit
    der Flegel weiß nicht, was ihm blüht
    Ei was, dort ist´s noch Sommer!

    (Der Hebst ist doch ein dommer... )
    dem Hebst noch ein r einpflanzen, aber vielleicht war" ja gewollt?!
    Gern gelesen!
    Beste Grüße
    lautmaler

  3. #3
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    Hallo lautmaler,

    freut mich, wenn esd gefällt, war ein kleines Nebenprodukt.... danke für den Hinweis mit dem r in Herbst

    Gruß Onegin
    Love´s not Time´s fool W. S.

  4. #4
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    Hallo Onegin,

    auch wenn es sich "nur" um ein Beneprodukt handelt:

    Der Herbst, der ist ein karger Mann
    den ich gar nicht ausstehn kann
    er will mit mir flanieren

    den ich nicht wirklich leiden kann



    Er stielt mit krähenfrecher List
    was an mir frei und fröhlich ist
    doch ich will musizieren

    doch will ich musizieren

    Ich packe die Gitarre ein
    und buch den Flug nach Spanien
    dort singen die Geranien!

    Drauf ruft der Herbst, da komm ich mit
    der Flegel weiß nicht, was ihm blüht
    Ei was, dort ist´s noch Sommer!

    Darauf der Herbst; da komm ich mit

    Ach was, dort ist noch Sommer


    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  5. #5
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    Hallo A.D.

    Ohne Umschweife

    Der Herbst, der ist ein karger Mann
    den ich gar nicht ausstehn kann
    er will mit mir flanieren

    den ich nicht wirklich leiden kann
    "nicht ausstehen können" ist intensiver als "nicht leiden können". Es bleibt bei meiner Variante.

    Das "nicht wirklich" gehört übrigens wie "ziemlich" "oder ein bisschen" zu den Wendungen, die man in der Regel in Gedichten vermeiden sollte( Es gibt Ausnahmen). Denn sie schwächen Aussagen ab, schränken sie ein, relativieren sie, überführen sie ins Nicht-Fisch-Nicht-Fleisch-Hafte und sorgen so dafür, dass die Texte blass rüberkommen

    Er stiehlt mit krähenfrecher List
    was an mir frei und fröhlich ist
    doch ich will musizieren

    doch will ich musizieren
    .

    In meiner Version fällt das "Ich" auf eine Hebung xIchxXxXx und wird damit betont, bei Dir auf eine Senkung. Damit verliert das "Ich" an Gewicht. Es soll sich aber so kräftig wie möglich gegen das "er" aus "er will mit mir flanieren" absetzen und durchsetzen. Ich habe das "Ich" deswegen bewusst auf eine Hebung gestellt

    Drauf ruft der Herbst, da komm ich mit
    der Flegel weiß nicht, was ihm blüht
    Ei was, dort ist´s noch Sommer!

    Darauf der Herbst; da komm ich mit

    Ach was, dort ist noch Sommer
    In dem "Ei was" steckt durch den hellen Ei-Laut die helle Freude darüber, dem kargen, mürrischen, dunklen Herbst ein Schnippchen geschlagen zu haben. Und das willst Du zugunsten eines blassen "Ach was " aufgeben? Nicht mit mir.

    Alle Deine bisher erörterten Redaktionsvorschläge laufen fatalerweise auf den Abbau subjektiver Emphase zugunsten einer Normsprache heraus, die sich am Erwartbaren orientiert. Dadurch verlieren die Texte an Leuchtkraft. Diese Tendenz ist mir auch schon anderweitig bei Dir aufgefallen.

    Gekauft und umgesetzt habe ich aber Deinen Vorschlag, das wenig spektakuläre "ruft" ersatzlos zu streichen. Dafür gebührt Dir auch Dank.

    Gruß

    Onegin
    Love´s not Time´s fool W. S.

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