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  1. #16
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    Du lebst dich ja hier dementsprechend aus

  2. #17
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    Aber nicht ganz ohne Mitwirkung. Und vermutlich auch nicht in der vergötterten Vorbildfunktion wie international tourende Künstler oder ist hier jeder seine eigene Band und jeder Beitrag ein Liveevent?
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  3. #18
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    Lieber Terrorist,

    zu deiner Überschrift:
    Fragen geben ja oft ungeahnte Auskunft über das LI.
    Sie lassen laut Forumsnetiquette aber keine Rückschlüsse auf den Autor zu.
    Bei Neil scheint das ganz anders zu sein. Gerade im Hyde Park darf man schon Rückschlüsse ziehen,
    Gerüchte streuen und seinen eigenen Klatsch- und Tratschgedanken nachhängen.
    Jedoch die unendliche Plattheit ist ja nicht unser aller Freiheit.

    Was soll das für eine blödsinnige Frage im Auge eines Betrachters sein, der sie stellt.
    Es ist eine Scheinfrage.
    Wie schwarz muss ein Neger sein, um sich als Neger zu fühlen?
    Diese Frage impliziert, dass eine Identität auf die bloße sexuelle Ausrichtiung
    oder ein Merkmal reduziert werden könnte oder gar müsste.

    Dabei ist Schwulsein doch keine Behinderung oder automatisch Dauerauftrag für schwule Personen, die in der Öffentlichkeit agieren.
    Und das nur, weil manche Schwule ihre Fürsprecher und Identifikationsfiguren benötigen und suchen.
    Wieso muss eine solche Frage wie ein hinterhältiges Stöckchen dem Leser hingehalten werden,
    Es ist keine echte Frage, sondern ein framing, welches den Leser in das Korsett einer solchen Betrachtung zwingt.
    Wieso müssen plötzlich Frauen und Männerküsse gezählt werden,
    um damit die wahre Authentizität eines Schwulseins zu ermessen zu können.
    Selbst im Hyde Park sollte Herr Tennant küssen wen und wie er wollte.
    Er tritt vor sein Publikum, um Musik und kein Schwulsein zu präsentieren.
    Schwulsein muss nicht präsentiert werden.

    Zur Beantwortung deiner ( in meinen Augen bodenlos platten) Frage:
    Für mich dürfte Neil so schwul sein, wie er eben will.
    und er selbst kann auch nur so schwul sein, wie er letztendlich kann,
    Jede Aussage darüber kann nur spekulativ und damit verletzend sein.
    Was weiß ich denn, wie eng ihm noch seine katholisches Kindheitsjäckchen sitzt, was ihm seine Eltern gestrickt haben,
    Ein Jäckchen, was ihm vielleicht linkisches Bühnenverhalten abverlangt,
    und womit er für seine Betrachter erklärbar und fassbar wird.
    Sollte doch aber alles scheißegal sein. Es will um Musik gehen, die einem gefällt oder nicht.
    Welch enge Betrachtung, ihn als inoffiziellen Abgesandten einer gay community betrachten zu wollen,
    indem man solch eine Frage in den Raum wirft.

    Öffentlichkeitsarbeit einer Schwulenbewegung war und ist wichtig und richtig, überhaupt keine Frage.
    Will Herr Tennant sich überhaupt als Gallionsfigur vor den Karren eines geschlossenen Denksystems spannen lassen, das sich als Schwulenbewegung versteht? Denn wenn die Musik sich von Anfang an als 'Camp' einer Schwulenszene verstehen wollte,
    wäre sie anders. Da will aber kein ' Achtung schwul' auf dem Label stehen.
    In ihrer Offenheit darf sich auch der Hetero-Tänzer bei den Pet Shop Boys zuhause fühlen und von seinen Beziehungen träumen.
    Und erst das macht alles in meinen Augen zu einer emanzipierten und grenzüberschreitenden Darbietung,
    bei welcher die Pet Shop Boys schwul sein können , "selbst" sein können, aber nicht schwul sein müssen um mit Sendungsbewusstsein
    einen Schwulenauftrag zu transportieren. Für eine Schwulenbewegung mussen die Jungs vielleicht so schwul sein, wie man sie braucht.
    Übrigens Erotikpunkte für das Gedicht = 0, aber darum ging es wohl auch gar nicht.

    L.G.A.
    Geändert von Anjulaenga (06.10.2019 um 09:27 Uhr)

  4. #19
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    In ihm konkurrieren ja gerade Musik und Identifikation, weil eben "Dreamland" diese spezielle Botschaft hat die so eklatant Arschtritte durch sein Verhalten bekommt und ich glaube nicht, dass er ihn nicht gerne geküsst hätte.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  5. #20
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    Glaube, hätte,Tätärätte... Vielleicht hatte Neil auch gerade überhaupt keine Lust zu einem Kuss, weil Chris seinen Müll nicht runtergetragen oder gerade einen Seitensprung hingelegt hat. Das öffentliche " ich stehzudir Getue" bei jedem Konzert mag die heißen, romantischen Erwartungen mancher ( überwiegend schwuler) Fans elektrisieren, was für einen Künstler gleichermaßen nervig, schamlos und übergriffig sein muss. Wenn ich auf der Bühne stünde, empfände ich die obige öffentliche Fragestellung und Reduktion auf mein gelebtes Schwulsein einfach nur als unangenehm. Was soll das denn werden, was geht die Fans das an? Ich wollte doch kein Feedback haben, ob ich ein überzeugender oder guter Schwuler bin, nur weil ich mich mal geoutet habe. Alles weitere ist und bleibt ureigenste Privatsache, es sei denn, ich wollte meine private Zweisamkeit öffentlich machen und auf die Bühne bringen, bestimmt aber kein Neil Tennant. Und auf solche Fans wollte ich dann auch gerne verzichten.
    Natürlich kann ich nicht ausschließen, dass das Li in solchen Vorstellungen seinen enormen erotischen Kick verspürt und deshalb unter Erotik inserieren muss. Ich kann aber sehr wohl wahrnehmen, dass es ihm vorrangig um ein stillschweigendes öffentliches Statement gehen will. Es geht ihm dabei weder sonderlich um Erotik noch um erotische Projektionsflächen, geschweige denn um Musik. Dieses eingeforderte Statement wäre gegeben, wenn Neil auf der Bühne ein Küsschen verteilt hätte nach dem Motto: Hey Leute, seht her, wir lieben uns, und wir sind ganz ganz doll schwul. Ginge er dem Ansinnen dieser Fans nach, würde er schnell zu der schwulen Kunstfigur mutieren, die er sicherlich nicht sein möchte. Denn dann wäre er auch anders. Wenn diese Zeichen wie ein öffentliches Mantra auf der Bühne eingefordert oder gar instrumentalisiert werden sollen, dann stellt soetwas nunmal einen recht einfach gestrickten Kitsch dar. Es gerät zu einer inszenierten peinlichen Seifenoper, wie sie bei Heteros nicht plumper hätte sein können. Gerade die offenen Texte von PSB lassen Räume entstehen, die keine spezielle Botschaften mit eklatantem Arschtritt enthalten. Dein Li erlebt Projektionen in seinem Dreamland, lieber Terrorist. Schwule können aber noch selbstbewusster, sie können z.B. ganz normal. Sie können tanzen und die Musik von PSB genießen.
    L.G.A.
    Geändert von Anjulaenga (06.10.2019 um 14:51 Uhr)

  6. #21
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    Sachlichkeit ist genau das was es braucht, wenn es um verletzte Gefühle geht, weil niemand auch keinen vom Thron stoßen will, kann, darf und soll. Und wenn du die widernatürliche Umarmung stattdessen gesehen hättest, wäre der Kuss wesentlich entspannter gewesen, weil ein gewisses Schwulsein sich ja nicht ernster nimmt als wie die Erotik des sich Neckens, wenn man noch ein Hühnchen miteinander zu rupfen hat.

    Aber danke trotzdem für soviel Schaum vorm Mund. Weil ja auch ständig der Druck dahin besteht aufzutreten, wenn es sein muss, egal wie gerade die Gefühle gegenüber wem auch immer sind. Ich verlange 10 Strafküsse von Neil auf meine blanke Textarbeit, da er deine Einschätzung zu seiner Textarbeit wahrscheinlich nicht so lapidar absondern würde, weil ja sonst kein Grund wäre deswegen durchzujubeln. Weil er als regular guy vom Paradies singt und damit alle Benachteiligten meint. Weil es eben so rüberkommt wie er Musik machen könnte, als wäre es nicht Geschmackssache.

    MFG!
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  7. #22
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    Zitat Zitat von Terrorist Beitrag anzeigen
    ... wenn du die widernatürliche Umarmung stattdessen gesehen hättest, wäre der Kuss wesentlich entspannter gewesen, weil ein gewisses Schwulsein sich ja nicht ernster nimmt als wie die Erotik des sich Neckens,....
    Ja, wenn man es so betrachten will, scheint es denn wirklich ein wirkliches erotisches Problem zu sein, was sich da vor uns auftut. L.G.A.

  8. #23
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    Hoffentlich wird der Faden nicht allzu populär, weil sich sonst niemand mehr als nötig rausnehmen würde, nur weil er einen Plattenvertrag hat. Und das ständige wie geil ich bin Gesinge irgendwann abfärben würde auf die armen Fans, die nun für wirklich nichts was können.

    MFG!
    Der Roman: "Verballistik"
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