1. #1
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    blick aus dem fenster

    auch dieser tag spricht nur in andeutungen zu mir
    der himmel ist zur hälfte bedeckt die andere klart auf
    ich überlege die schuhe anzuziehen rauszugehen

    du hast immer gesagt nach strandgut zu suchen
    lohnt sich gerade bei schlechtem wetter denn es ist
    der wind der treibendes ans flache ufer schwemmt

    auch die drachen fliegen höher kurven rasanter
    zeigen den möwen dass wir flügel haben wie sie
    der erdanziehung wenn auch nur kurz zu entfliehen

  2. #2
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    Hallo Perry,

    es gibt Tage, an denen man sich einfach so treiben lässt, zwischen Erinnerungen und einer undeutlichen Zukunft.

    Das "auch" am Anfang der ersten Strophe zeigt, dass eine eventuell erhoffte Veränderung auch an diesem Tag nicht eingetreten ist. Alles bleibt weiter in der Schwebe und die Impulse etwas zu unternehmen, ähneln sanften Wellen, die auf den Strand des Bewusstseins treffen.

    In der zweiten Strophe treibt dann einer wertvolle Erinnerung an den Strand, welche sich eben als kostbares Treibgut zeigt und welches mit dem Wind der Melancholie erst angeschwemmt werden konnte.

    In der dritten Strophe wird angedeutet, dass wir Menschen auch in unseren Gedanken und Empfindungen fliegen können und es scheint, als wenn wir wenigstens, wenn auch nur in besonderen Momenten und nur für kurze Zeit, die gewöhnliche Raumzeit, überwinden können.

    So zumindestens lese ich, in deinem Blick aus dem Fenster und ich bedanke mich für den schönen und auch wehmütigen Spaziergang, der sich mir zwischen den Zeilen eröffnet hat.

    Liebe Grüsse,
    Miserabella

  3. #3
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    Hallo Miserbella,
    treffender hätte ich den Text selber auch nicht interpretieren können.
    Danke fürs Hineinspüren und LG
    Perry

  4. #4
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    Hallo Perry,
    mir gefällt sehr gut dein Blick aus dem Fenster.
    Ich glaube, es wäre noch besser, wenn du zwei Sachen bei Andeutungen belassen würdest, und zwar, in der zweiten Strophe, die Erklärung nach "schlechtem Wetter" .
    In der letzten Strophe würde ich so enden:

    zeigen den möwen
    dass wir flügel haben.

    Lyrik lebt ja von Andeutungen, nicht wahr?

    LG
    Carlos

  5. #5
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    Hallo Carlos,
    danke für dein Interesse und die Anregungen.
    Was die Andeutungen anbelangt, ist das sehr vielschichtig bis hin zur Metapher.
    Z.B. ist "schlechtes Wetter" ja eher nicht geeignet rauszugehen, deshalb wir als Denkanstoß der Wind als Strandgutspender angefügt.
    Bei den "Drachenflügeln" ist es eine Metapher für eine kurze Flucht aus dem Alltag des Seins.
    LG
    Perry

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