Thema: Graue Sonne

  1. #1
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    Graue Sonne

    Der Gräser Grün widmet sich dem Joch des Moores
    Nun ist es an Ihnen die nass trüben Kluften zu umrahmen
    Die Waldung, nicht fern von hier, wirft Schwaden aus
    Präzise Schmiegsamkeit weht idyllisch gen überall

    Gramerfüllte, gelagerte Leere lenkt ohnehin eisern weiter
    Jeder noch so winzig Laut vermag Ihr die Zügel zu entreißen
    Von Aug´ zu Seel´, wie Poesie in Zwielicht´s Wiege
    Von Ohr zu Herz, offensive Naturfertigkeiten liegen in Ketten

    Feucht-nasse Unterholzvergabelungen im Kampf gegen die Gezeiten
    Wohl nur das Kriechgetier badet in dem Dunst der Zweige
    Schnecken zeichnen glitzernde Pfade, Funkentanz im Zwielicht
    Die Moorschleicher folgen den im verborgen liegenden Gestirnen

    Dampf erklimmt die Nebelleiter, eine Chronische Zirkulation
    Leise berstende Schlammblasen spielen zum fernen Krötengesang
    Geschwärzter Morast erweckt den Anschein der Deplatzierung
    Ich spiele ja doch keine Rolle, ich muss aber will nicht gehen....

    Graue Sonne, trüb sah Sie mich an
    Graue Sonne, Isolation der Verbindung

  2. #2
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    Hallo Uthelm,
    ein erster Eindruck Deines Textes ist:
    da purzelt wirklich sehr Viel durcheinander!
    Sprachstil: manchmal fast barocke Anklänge mit Inversionen Der Gräser Grün...) oder Abostrophierung: "von Aug zu Seel`..wird in Relation mit technisierenden bzw. abstrakten Begriffen wild gemixt: Zirkulation, Deplatzierung, Isolation,
    Die Haltung des LYIch bleibt unklar. will es etwas beschreiben?...und so bleibt für mich auch die letzte Zeile im unklaren, da die Schlüssigkeit, auch in den poetischen Bildern oft nicht gelingt. Es fällt mir als Leser schwer in der dargestellten "Welt" eigene Anknüpfungspunkte zu finden...
    vielleicht, -muss nicht sein- sind in diesem Text auch viele Bilder auf "Effekt" formuliert...

    Teilweise ist der Sprechrhythmus ziemlich holpernd, was es zusätzlich erschwert eine innere Geschlossenheit am /im Text zu finden
    Einige Satzzeichen hätten beim gliedern helfen können wie z.B. in Z4 S4:
    (Da taucht urplötzlich ein ICH auf)" ich muss aber will nicht gehen" da wäre ein Komma nach "muss" oder nach "aber" schon für das Verständnis hilfreich - zumal ja davor Satzzeichen auftauchen.

    Im Ablauf scheint der Text eine Aufzählung an Herbstzeitbildern sein zu wollen - nicht immer mit tatsächlichen herbstlichen Bezug: S4 / Z2 spricht da von Krötengesang (meiner Kenntnis nach eher im Frühling), an deren Ende unvermittelt das ICH in Erscheinung tritt, dass ich irgendwie nicht ganz nachvollziehbar ob der eigenen Unbedeutung beklagt...Eine gedankliche Vernetzung und Assoziation finde ich leider nicht.
    Aber Vieles bleibt eben im Dunkeln für mich...

    gitano
    "Die Deutlichkeit ist die Höflichkeit in der Kritik."
    feiner Satz von M. Reich-Ranicki

  3. #3
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    Hallo gitano,
    erstmal wow für deine Analyse meines Textes. Noch nie hat jemand einen meiner Texte so auseinander genommen wie du. Danke dafür!
    Ich bin ehrlich... Viele Dinge von denen du da sprichst, den kann ich einfach nicht folgen. Ich habe zu wenig Wissen über diese ganze Thematik "dichten" um so darüber nachzudenken wie du. Ich schreibe einfach aus dem Bauch heraus. Habe auch nicht die perfekte Rechtschreibung oder Grammatik. Ich habe ein Bild/Thema im Kopf und schreibe drauf los. Ohne jegliche Ahnung was ich da eigentlich mache.
    Ich finde es toll wie du die Sprachstile ansprichst. Das hatte mich schon immer interessiert da ich diese ganzen alten Gedichte und Sprachstile sehr gut finde. Man kann ja nur dazu lernen.

    Du hast den Herbst angesprochen. Aber weder das noch Jahreszeiten sind da das Thema. Grob zusammengefasst geht um eine Beobachtung eines sumpfigen Bioms. Ich habe diese Zeilen auf ein bestehenden Song geschrieben. Die Stimmung und die Melodien waren eher düster/nachdenklich und ich hatte spontan diese Bilder im Kopf. Wie gesagt, ich denke nicht zu viel nach. Es ist ein Fluss dem ich folge. Es ist wie fast alles was ich schreibe ein verträumter Natur Text mit einer Brise Abneigung gegen die Menschheit. Die Verpackung muss ja nicht immer sofort einen Sinn ergeben...
    Und es ist schön zu sehen wie du und vielleicht andere darüber nachdenken und Kritik üben. Das gefällt mir.

    Ich habe noch viel mehr solcher Texte, jetzt bin ich mir aber unsicher weil hier richtige Profis sitzen und ich mich nicht wirklich erklären kann. Aber was soll´s. Alles aus Spaß, kein Stress. Man kann nur lernen.
    Danke dir nochmal!

  4. #4
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    Hi Uthelm,
    eine wunderbare "Nebenwirkung" dieses Forums und anderer auch, ist: Man kann dazu lernen! - wenn man denn möchte...Wenn nicht , dann nicht.
    Sorry für die Fremdwörter in meinem Kommentar....dachte dass die allgemein präsent sind bei Leuten die sich hie rtummeln...Irrtum.
    Sollte kein Fachgesülze werden...
    Trotz des Bauchflussgefühls beim Schreiben... im Nachhinein spricht nix dagegen die aufgeschrieben Gedanken etwas zu ordnen, eventuell so, dass für einen Leser nachvollziehbar werden.
    Es gibt hier eine Menge Leute, die Dir auf diesen Weg behilflich sein könnten...wenn Du denn magst.
    Frag die Leute wie Du das ein oder andere bewerkstelligen kannst...Alle hier haben mal angefangen
    Beste Grüße
    gitano
    "Die Deutlichkeit ist die Höflichkeit in der Kritik."
    feiner Satz von M. Reich-Ranicki

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