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  1. #31
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    Zitat Zitat von Arkadier Beitrag anzeigen
    Unbestritten sind ausgetoßene Väter, die nicht selten den finanziellen Ruin danach erleben, unübersehbar tendenziell zunehmend. Das hat aber gesellschaftliche Gründe aus einem anderen Kontext heraus. Ausgehend davon war einmal die relative existenzielle Sicherheit des Nachwuchses Prämisse im Familiendasein. Dieses Durchhalten war aber zugegeben nicht selten gesellschaftlich erpresst. Heute ist es mehr die Findung des persönlichen Glücks, eines ja schon pervertierten Individualismus, der dabei das Wohl der Kinder weit ausspart. Dabei tritt eigentlich nur eines zutage: Die defizitäre Voraussetzung der Paarfindung. Es besteht der Anspruch auf eine bis an das Lebensende dauernde romantische Liebe; Die kann es nicht geben. Durch auch häufigen Partnerwechsel wird diese immer wieder neu initiiert. Im Grunde steckt aber die Unfähigkeit dahinter, die oft unvollständige Persönlichkeitsentwicklung der Paarleute fertig zu stellen. Das vollständige Erwachsenwerden ist aber Grundlage der von E. Fromm so bezeichneten wahren Liebe. Leiden tun darunter die Kinder, für die später ebenfalls die vorschnelle Trennung in der Beziehungskrise eine starke Option darstellt. Das Problem des existenziellen Ruins verstoßener Väter muss gesellschaftlich noch gelöst werden. Man ist ja schon dran und hat bspw das Sorgerecht Richtung Wunsch der Väter nach Wechselmodell und finanziellen Ausgleich mit Berücksichtigung der Betreuungstage verbessert, auch wenn dies noch nicht perfekt ist.

    Zum Temperament: Es ist ein sehr unscharfer Begriff hinsichtlich der Entstehung. Klar gibt es da sehr Erbanlagen- betonte Aspekte, doch folgendes:
    Ein Kind wird ständig penetrant kritisiert. Es wird unweigerlich ungehalten als Erwachsener auf Kritik reagieren, weil es Kritik mit Angriff auf seine Integrität gleichsetzen wird. Diese Eigenart wird auch dem Temperament zugeschrieben. Es ist also eine Eigenschaft, die sowohl erblich als auch entwicklungsbezogen verankert ist.
    Es geht mir nicht um die finanzielle Situation nach dem Ausgestoßensein, das ja oft nur einer Laune entspringt. Es geht um die Tatsache, dass diese Väter nicht mit ihren eigenen Kindern in einem Haushalt leben dürfen. Früher war der Zusammenhalt mehr erzwungen, so wie in vielen anderen Ländern noch heute. Genau da kommt heute zunehmend der Nachwuchs für unsere Gesellschaft her. Hierzulande kostet die Freiheit (mangelnder Zusammenhalt) eine geringe Geburtenrate. "Wie gut, dass es auf der Welt noch genügend unterdrückte Frauen gibt, die Kinder kriegen, so müssen die hiesigen emanzipierten Frauen das nicht selbst erledigen", dieser Satz ist nicht ganz falsch. Oder? Meine Beobachtung ist die, dass Machos noch am ehesten Väter werden und ich fürchte, es liegt daran, dass mit denen der Zusammenhalt noch am ehesten funktioniert. Die "Strickpullis" antizipieren und ahnen auch aufgrund von leidenschafts-defiziten, die sie schon in der Frühphase der Beziehung nicht übersehen konnten, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass sie fernab ihrer Kinder "landen", aufgrund des einsamen und oft allseits unterstützen Wunsches der Mutter. Wenn die sich verzockt hat und die Trennung doch nicht wollte und leidet, weil es durch ihre Lilalaune zerrüttet ist, sind ihre einstigen Ratgeberinnen und Ratgeber plötzlich nicht mehr so ansprechbar. Mit Trauer wollen die dann nichts zu tun haben. Auch wenn sie dahingehend ermuntert haben. Ich glaube, du verstehst was ich meine.

    Ich bin übrigens froh über meine Kinder. Die gefallen mir auch weil sie jedes in seinem Stil und seiner Art anders sind als ich. Gene halt ich bin auch völlig anders als meine Geschwister. Trotz jeweils gleicher Einflüsse. Der Apfel und der Baum. Oft Lichtjahre.

    Und.. ich liebe Kritik. Auch an mir. Obwohl ich in der Kindheit das Objekt der Diskriminierung und der Entwertung schlechthin war. Ich wurde mit Kritik überhäuft. Regelrechtes Familien-Mobbing und trotzdem: ich lebe gern. Es machte mich damals grübelnd und so zu einem Kritikhaufen auch in eigener Sache.
    Geändert von Zärtlichkeit (01.11.2019 um 15:32 Uhr)
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    Heute wird ein guter Tag, in einem Land, wo nicht Bomben irgendwelcher Krieger Menschen zerfetzen, mit hinterher jeweils einer stolzen Mutter und zig traurigen Müttern.

  2. #32
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    Naja, Zärtlichkeit, Du stellst dich am Ende als Opfer dar - und bist letztendlich doch mehr Täter.

    Solche Aussagen...

    Ich bin übrigens froh über meine Kinder. Die gefallen mir auch weil sie jedes in seinem Stil und seiner Art anders sind als ich
    .

    ....sind mir suspekt

    Mir gefallen Bilder, Autos, Lieder, ......aber Kinder?
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  3. #33
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    Zitat Zitat von AndereDimension Beitrag anzeigen
    Naja, Zärtlichkeit, Du stellst dich am Ende als Opfer dar - und bist letztendlich doch mehr Täter.

    Solche Aussagen...

    .

    ....sind mir suspekt

    Mir gefallen Bilder, Autos, Lieder, ......aber Kinder?
    Du hältst dich an einem einzigen Begriff auf, lieber andere Dimension, so etwas war mir schon immer suspekt. Hast du denn überhaupt Kinder? Es ist ein tiefes Gefühl, das mich durchströmt, wenn es mich anlässlich von Unterhaltungen oder Beobachtungen oder während des Sinnierens überfällt, wie ich sie liebe, meine Kinder und es ist dabei das Empfinden von Gefallen, sie gefallen mir, wie sie sind und das sag ich ihnen auch. Und sie freuen sich darüber, wenn sie es hören. Du darfst mit Dreck drauf schmeißen, wenn es dir gefällt. Es ändert nichts an diesem Gefühl, das nur haben kann, wer Kinder groß gezogen hat. Hast du? Oder bist du der berühmt berüchtigte "Kapitän an Land", der ja immer der beste Kapitän ist?

    Und Opfer, was heißt Opfer? Ja, das war ich. Ich war als Kleinkind unschuldig, so wie jedes Kleinkind unschuldig ist und es kam über mich, Ablehnung und kritik in allem, aus allen Richtungen. ich konnte nichts dafür außer dass man vielleicht schon damals sah was ich für eine Missgeburt bin. Aber ich bin heute kein Opfer mehr. Ich verstehe mich mit meiner Mutter mittlerweile gut. Der Schlüssel? Nach ergebnislosem "ins Gespräch kommen wollen der Übergang in Vergebung. Und mit meinen eigenen Kindern habe ich es anders gemacht, völlig anders als ich ers erlebte. Ich habe an sie geglaubt, ihnen über den Kopf gestrichen, sie umarmt, mit ihnen Sachen gemacht und ihnen gesagt, dass ich stolz auf sie bin auch in Situationen, wo sie Zweifel an sich hatten, gerade dann und ich konnte sie lieben. Es muss schlimm sein, wenn man sein eigenes Kind nicht lieben kan. da hab ich fast Mitleid mit meinen Eltern und Verwandten und so. Die konnten ja auch nichts dafür, für das Gefühlsvakuum. Woher ich das hatte und habe? Keine Ahnung! Gene? Freude an der schönheit der Natur? Meine Kinder haben sich jedenfalls auch gut entwickelt. Bei ihnen war es aber nicht so knapp am Abgrund wie bei mir. Das muss ich sagen!

    Beste Grüße von einem liebenden Vater zweier stolzer Söhne, der Täter ist. Ich tat es: Vater werden und sein. Und Merkel reist derweil nach Indien und wirbt dort um Fachkräfte für unser Land, für dich, für mich, wenn wir alt sind und selbst nicht emhr arbeiten können. Wenn Merkel es hinbekommt, ist es auch gut, wenn in diesem Land viele Menschen keine Eltern geworden sind. Und wenn nicht, dann müssen wir also alle zurück stecken und verzichten. Auch gut!
    Geändert von Zärtlichkeit (02.11.2019 um 08:40 Uhr)
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  4. #34
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    Ich weiß wovon ich rede - und bleibe gerade deshalb dabei: "gefallen" im Zusammenhang mit Kindern wirkt auf mich befremdlich.
    Da fragt man sich was denn wäre...würden die Kinder dem Herrn nicht oder nicht mehr gefallen?!? Nein, Kinder müssen nicht gefallen...auch nicht den eigenen Eltern. Etwas, das mir nicht gefällt...das gebe ich weg...von dem trenne ich mich - was die eigenen Kinder angeht...da gibt es diese Option für mich nicht.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  5. #35
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    Zitat Zitat von AndereDimension Beitrag anzeigen
    Ich weiß wovon ich rede - und bleibe gerade deshalb dabei: "gefallen" im Zusammenhang mit Kindern wirkt auf mich befremdlich.
    Da fragt man sich was denn wäre...würden die Kinder dem Herrn nicht oder nicht mehr gefallen?!? Nein, Kinder müssen nicht gefallen...auch nicht den eigenen Eltern. Etwas, das mir nicht gefällt...das gebe ich weg...von dem trenne ich mich - was die eigenen Kinder angeht...da gibt es diese Option für mich nicht.
    Wirklich? Diese Option gibt es aber. Ich habe es einst S C H M E R Z L I C H erfahren auch wenn ich im Haushalt blieb und geduldet wurde! Mich selbst erzogen habe, mit Werten aus der Kunst (Udo Lindenberg, Georg Danzer, Hildegard Knef waren meine Ersatzeltern ohne es zu wissen). Werte gesucht und gefunden. Und damit zu Hause genervt! Weil dort andere werte herrschten (heute nicht mehr, heute ist man mit diesen anderen Werten krachend gescheitert). Per Plattenspieler habe ihc öffentlich vorgetragen, was ICH will. Zärtlichkeit. Wie viele Kinder sind noch ärmer dran und in öffentlicher Ersatzerziehung? Hundertausende. Übrigens auch welche, die das von sich aus wollen, weil ihnen ihre Eltern nicht gefallen. Das hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Alles, obwohl die Eltern leben und Platz hätten und alles, obwohl die eine Seite es sich anders wünscht. Wurdest du als Kind geliebt? Wenn ja, es gibt auch andere Fälle. Deswegen bin ich froh, dass mir meine Kinder gefallen. Und ich ihnen...
    Geändert von Zärtlichkeit (02.11.2019 um 11:08 Uhr)
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  6. #36
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    Zitat Zitat von Zärtlichkeit Beitrag anzeigen
    Wirklich? Diese Option gibt es aber. Ich habe es einst S C H M E R Z L I C H erfahren auch wenn ich im Haushalt blieb und geduldet wurde! Mich selbst erzogen habe, mit Werten aus der Kunst (Udo Lindenberg, Georg Danzer, Hildegard Knef waren meine Ersatzeltern ohne es zu wissen). Werte gesucht und gefunden. Und damit zu Hause genervt! Weil dort andere werte herrschten (heute nicht mehr, heute ist man mit diesen anderen Werten krachend gescheitert). Per Plattenspieler habe ihc öffentlich vorgetragen, was ICH will. Zärtlichkeit. Wie viele Kinder sind noch ärmer dran und in öffentlicher Ersatzerziehung? Hundertausende. Übrigens auch welche, die das von sich aus wollen, weil ihnen ihre Eltern nicht gefallen. Das hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Alles, obwohl die Eltern leben und Platz hätten und alles, obwohl die eine Seite es sich anders wünscht. Wurdest du als Kind geliebt? Wenn ja, es gibt auch andere Fälle. Deswegen bin ich froh, dass mir meine Kinder gefallen. Und ich ihnen...

    Ja eben - siehst Du...und diesen gleichen Fehler machst Du nun auch - nur mit dem Unterschied, dass das Ende noch offen ist. Ich mache dir keinen Vorwurf, Du bist ein Kind deiner eigenen Erfahrungen. Tief in deinem Unterbewusstsein glaubst Du...dass du deshalb gehen musstest...weil du nicht alles richtig gemacht hast...weil du deinen Elternen nicht gefallen konntest. Aber das ist falsch. Es mag Gründe geben...warum es besser für das Kind ist...wenn die Eltern es in andere Hände geben...aber mit gefallen hat das nichts zu tun. Ein Kind ist kein Möbelstück...das man...wenn es einem nicht mehr gefällt...abgibt.
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  7. #37
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    Zitat Zitat von AndereDimension Beitrag anzeigen
    Ja eben - siehst Du...und diesen gleichen Fehler machst Du nun auch - nur mit dem Unterschied, dass das Ende noch offen ist. Ich mache dir keinen Vorwurf, Du bist ein Kind deiner eigenen Erfahrungen. Tief in deinem Unterbewusstsein glaubst Du...dass du deshalb gehen musstest...weil du nicht alles richtig gemacht hast...weil du deinen Elternen nicht gefallen konntest. Aber das ist falsch. Es mag Gründe geben...warum es besser für das Kind ist...wenn die Eltern es in andere Hände geben...aber mit gefallen hat das nichts zu tun. Ein Kind ist kein Möbelstück...das man...wenn es einem nicht mehr gefällt...abgibt.
    Ein Kind ist erstmal das, was in deinem Haushalt gar nicht existent ist, was ich dir auch nicht vorwerfe. Aber so kannst du die Grenzbereiche gar nicht kennen, die NUR die erleben, die Kinder und Jugendliche in ihrem Haushalt haben bzw. nicht nur übergangsweise hatten. Der Kapitän an Land... Ps: es gab zeiten, da gefiel ich meinen Kindern nicht. und das war auch auszuhalten. Obwohl es lohnt, damit zu arbeiten... Das ist der Sinn. Und jedes Kind, das in andere Hände gegeben wird ist dann da, wo es dann ist. In dem Haushalt dann. Und es gibt welche, die sich kontinuierlICH da fern halten, wo Minderjährige wohnen. Die müssen sich allerdings fragen lassen, welches Verhältnis sie zu "Verantwortung" haben und inwieweit sie einfach andere für sich machen lassen. Oder?
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  8. #38
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    Moin Lightning,

    der Krieg ist Gegenstand allgemeinen Interesses und da, wo er nicht tatsächlich geführt wird, da wird er mit Leidenschaft und unter Hingabe von sehr viel Freizeit simuliert. Die entsprechende Hardware- und Softwareindustrie setzt Milliarden um. Von meiner Seite keinen Cent. Das unterscheidet mich von der Welt. Ich nehme es so hin. Fremde Welt. Und die Damen wettern deswegen gegen mich ganz genauso wie die Herren, die bei den Damen deswegen so beliebt sind, weil sie so schön kriegsgeil sind, so kriegsgeil wie eben diese Damen selbst. "Heil Hitler" keiften sie mit gestreckten Armen. Jeder konnte es sehen. Und anschließend das Gejammer, weil man zwangsweise die Ostgebierte verlassen musste. Da wollten sie es dann nicht mehr gewesen sein sondern nur die bösen Männer waren es Diese Damen und diese Männer sind halt eine Welt - fernab von meiner. Gruß Henrik
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