1. #1
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    Der Augenblick...

    Sommerregen, leichter Wind,
    dunkle Wolken, schwer wie Wein,
    sich bewegen wie ein Kind
    ohne dumpfen Ballast sein..
    Licht und Dunst jetzt trinken,
    ganz im Sein versinken
    und der Augenblick
    er lächelt hell zurück.

    Alles was ich ständig will
    wird auf einmal leicht und still,
    Sonnenstrahl und Schattenspiele
    alles lebt und weckt Gefühle.
    Leicht und schwer gebunden
    hab ich Sein gefunden:
    und der Augenblick
    funkelt hell zurück.

    Gedanken spielen mit mir fangen,
    bin getrieben von Verlangen.
    Doch der große Lindenbaum
    träumt und lebt den Sommertraum:
    Mächtig, grün und weise
    lockt er mich ganz leise
    Und der Augenblick
    holt mich sanft zurück.

    Schmerz weckt in mir Selbstmitleid,
    bin begrenzt durch Endlichkeit.
    Ein Herbstblatt fällt, leuchtet mit Würde
    Wandel, Wandel ist nicht Bürde:
    Das Leben ist Magie,
    die Kinder wissen wie
    und der Augenblick…
    holt mich ins Spiel zurück.
    Geändert von macin (28.10.2019 um 09:13 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Macin

    ich las deinen Augenblick, und fand auch für mich dabei den Augenblick des Innehaltens.
    Mir gefällt vor allem dein Spiel mit den Gegensätzen die du durchgehend verwendest, wie hell/dunkel schwer/leicht etc.
    Du lässt hier all das schwere und leichte im Leben miteinander tanzen und sich zu einem Gleichgewicht (in Augenblicken) finden. Das gelingt dir durch passende und klare Bilder, und auch durch die äußere Form. Es ist in deinem Augenblick alles in Harmonie sowohl Form als Inhalt was das alles für mich sehr stimmig macht. Das ist wirklich ein schönes und gelungenes Werk.

    Viele Grüße
    question

  3. #3
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    Hallo Question,

    Vielen Dank für die Anerkennung, es ist ein etwas älteres Werk, welches ich nun überarbeitet habe. Es ist aber auch ein Lied und deshalb freut mich Dein positiver Kommentar besonders.

    Danke und LG
    macin

  4. #4
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    So klingt es wenn man endlich das Rätsel gelöst hat und ohne Schwerkraft seine Bewegungen in ewigem Maßstab der Wechselwirkung von Schicksal und Zufall durch pure Überzeugungskraft artikuliert. Und die einzelnen ballastbeladenen Zeilen nur noch ein weiterer Schritt auf dem Weg sind, wo man zu Fuss nicht hinkommt.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  5. #5
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    Hallo macin,

    wunderschön, diese Leichtigkeit in der Balance der Gegensätze, verbunden und motiviert durch den Wunsch, "sich bewegen wie ein Kind".
    Wie dieses eintauchen in die Magie von Augenblick und Spiel. Sanfte Selbstkritik und Ironie runden dieses besondere Lesevergnügen ab.

    Dafür ein herzliches Dankeschön!
    Carolus

  6. #6
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    Zitat Zitat von macin Beitrag anzeigen
    Sommerregen, leichter Wind,
    dunkle Wolken, schwer wie Wein,
    sich bewegen wie ein Kind
    ohne dumpfen Ballast sein..
    Licht und Dunst jetzt trinken,
    ganz im Sein versinken
    und der Augenblick
    er lächelt hell zurück.

    Alles was ich ständig will
    wird auf einmal leicht und still,
    Sonnenstrahl und Schattenspiele
    alles lebt und weckt Gefühle.
    Leicht und schwer gebunden
    hab ich Sein gefunden:
    und der Augenblick
    funkelt hell zurück.

    Gedanken spielen mit mir fangen,
    bin getrieben von Verlangen.
    Doch der große Lindenbaum
    träumt und lebt den Sommertraum:
    Mächtig, grün und weise
    lockt er mich ganz leise
    Und der Augenblick
    holt mich sanft zurück.

    Schmerz weckt in mir Selbstmitleid,
    bin begrenzt durch Endlichkeit.
    Ein Herbstblatt fällt, leuchtet mit Würde
    Wandel, Wandel ist nicht Bürde:
    Das Leben ist Magie,
    die Kinder wissen wie
    und der Augenblick…
    holt mich ins Spiel zurück.
    Grüße,


    Zitat

    hab ich Sein gefunden:

    in

    hab ich das Sein gefunden:

    Return:

    Hmm, lesenswert.

  7. #7
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    Danke für Eure Anerkennung und Kommentare!

    Lieber Horst, "das Sein" gibt es für mich nicht, nur unendliche Spielarten und Ausprägungen davon, insofern ist diese offenere Ausdrucksweise mein Zugeständnis an den heute so oft in den Fokus gestellten Individualismus (mit dem ich zuweilen durchaus auch so meine Schwierigkeiten habe)!

    Danke nochmal und LG
    macin

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