Thema: Damenrasur

  1. #1
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    Damenrasur

    Ich habe mir ein Bein rasiert
    und mich dann gleich deshalb geniert.
    So richtig schön mit Schaum und Klinge,
    denn Frauen tun halt solche Dinge.

    Doch weit gefehlt wurde mir klar
    als ich nicht mehr ein einz'ges Haar
    auf meinem Schenkel konnte sehen.
    Ich hatte sogar längst die Zehen
    vom haarigen Bewuchs befreit.
    Das Knie samt Kehle und die Wade.
    Ich spende doch sonst wenn ich bade
    für solchen Blödsinn keine Zeit.

    Was soll denn an 'nem glatten Bein
    schöner als an Haaren sein?
    Zumal doch schon nach vier fünf Stunden
    zarte Streichversuche münden
    in übelsten Schürf- und *Kratzwunden
    die sich womöglich noch entzünden.

    Bitte klär mich jemand auf
    was es damit auf sich hat.
    Und warum nimmt Frau in Kauf
    Achseln, Muschi, Beine glatt
    zu schaben, rupfen Tag für Tag
    Während Mann mit glatten Beinen
    sich öffentlich nicht zeigen mag.
    Sinn ergibt das ja wohl keinen.

    Zumal die abrasierten Härchen
    sich erst allein und dann in Pärchen
    spätestens am Abfluss sammeln
    um dort zusammen als ein Propfen
    eben diesen zu verstopfen
    und unten später zu vergammeln.

    Mir wird beim Betrachten klar,
    dass das kein guter Einfall war.
    Ich lass‘ das Enthaaren sein,
    betrachte stolz mein and'res Bein.
    Stell' fest, dass es schon Locken kriegt
    und viel mehr als das and're wiegt.

    Sollte jemals Man(n) erwarten,
    dass ich die Haare mir entferne
    schreite ich sofort zu Taten,
    erfülle die Erwartung gerne.
    Ich werde den Rasierer schwingen
    im spitzen Winkel mit den Klingen
    gründlich über's Haupthaar fahren,
    mir den Kopf komplett enthaaren!

  2. #2
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    Hallo unbekannte Autorin,

    Dein Gedicht kommt witzig rüber und ich sah vor meinem geistigen Auge den Werbespot von Barbara Schöneberger, in dem sie ihre prächtige Beinbehaarung zur Schau stellt.

    Wie ich Deinem Profil entnehme, bist Du 27. Herzlichen Glückwunsch – Du hast es gut. Im fortgeschrittenen Alter braucht man nicht mehr zupfen und rasieren. Das hat sich dann erledigt, wenn man in jungen Jahren zu viel gezupft und rasiert hat, so wie ich. Irgendwann haben Beine, Achsel- und Augenbrauenhaare die Schnauze voll und kommen nicht wieder, weil sie samt Wurzel vernichtet wurden. Bleiben nur noch wenige Stellen übrig, denen man den Kampf ansagen muss …

    Die metrische Form Deines Gedichtes ist ausbaufähig. Sie wechselt zwischen Jambus und Trochäus und die Strophenlängen sind unterschiedlich. Ich bin auch nur eine Hobbyschreiberin und muss bezüglich der Verslehre noch viel lernen. Aber wenn Du möchtest, könnte ich Dir aufgrund meines bisherigen Wissens zur Metrik ein paar Vorschläge unterbreiten.

    Liebe Grüße
    Dabschi
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

  3. #3
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    Moin Dabschi,

    danke für deine Kritik. Wenn ich des Inhalt mal außen vor lasse, bleibt mir nur noch zu gestehen, dass ich Strophenlängen bewusst gerne variiere. Manchmal sogar nachträglich, wenn mir auffällt, dass mir ein Gedicht im Format (Länge der Strophen, Metrik und vor allem auch die Reimform) zu „Mainstream“ erscheint. Dann kommt es mir vor, wie geleiert.
    Das soll keine Ausrede sein, denn ich weiß, dass die meisten Menschen gerne eine gewisse Linie verfolgen und ihnen das System mit seinen Regeln Sicherheit gibt (so geht es mir bspw. im Straßenverkehr mit Geschwindigkeitsbegrenzungen)

    Wenn du noch möchtest, bin ich offen für deine Vorschläge denn vielleicht bekommt mich die Welt ja tatsächlich noch dazu, mich anzupassen ...

    Liebe Grüße
    Unbekannte Autorin

  4. #4
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    Tag die Damen, oder auch...Hallo Buschvolk

    offen gestanden; auf mich wirken Text und der anschließende Dialog etwas unappetitlich. Mir reicht es vollkommen aus...wenn ihr einfach nur gut ausseht...ohne groß drüber zu reden wie es dazu kam.... Und die Schöneberger, die ist ja so schon total die Nervensäge...und die muss ich mir jetzt auch noch mit Pelz vorstellen - na herzlichen Dank!

    Finde ich gut, Unbek. Autorin, dass Du dem Mainstream den Kampf ansagst. Allerdings; halbfertige Texte...mehr Mainstream geht gar nicht....

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  5. #5
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    Hallo Unbekannte Autorin,

    Wenn ich des Inhalt mal außen vor lasse, bleibt mir nur noch zu gestehen, dass ich Strophenlängen bewusst gerne variiere. Manchmal sogar nachträglich, wenn mir auffällt, dass mir ein Gedicht im Format (Länge der Strophen, Metrik und vor allem auch die Reimform) zu „Mainstream“ erscheint. Dann kommt es mir vor, wie geleiert.
    Also mit soner Einstellung wirste nie ne bekannte Autorin. (Spaß )

    Wenn du noch möchtest, bin ich offen für deine Vorschläge denn vielleicht bekommt mich die Welt ja tatsächlich noch dazu, mich anzupassen ...
    Ich habs mal versucht, konnte aber nicht alles wortwörtlich übernehmen, damit war ich irgendwie überfordert. Ich habe auch die Pointe in der letzten Strophe nicht verstanden. Gerade gab das LI zu verstehen, dass es die Enthaarung zukünftig sein lassen möchte und in der nächsten Strophe würde es sich sogar den Kopf komplett enthaaren, wenn Man(n) das erwarten würde. Hä? Verstehe ich nicht.

    Na wie auch immer, hat mir jedenfalls Spaß gemacht, an Deinem Gedicht ein bisschen herumzutüfteln.

    Ich habe mir ein Bein rasiert
    und mich dann gleich deshalb geniert.
    So richtig schön mit Schaum und Klinge,
    denn Frauen tun halt solche Dinge.

    Doch weit gefehlt, mir wurde klar,
    ich konnte nicht ein einzges Haar
    auf meinem Schenkel dann mehr sehen.
    Ich hatte sogar längst die Zehen,
    das Knie samt Kehle und die Wade
    vom Haar befreit in meinem Bade.

    Ich hatte sonst, war stets gescheit,
    für solchen Blödsinn keine Zeit.
    Was soll denn an dem glatten Bein
    nun schöner als mit Haaren sein?

    Ich merke schon nach vier fünf Stunden,
    es juckt, ich kratze und die Wunden,
    die sich womöglich noch entzünden,
    ja ohne Klinge nicht entstünden.

    Ach bitte klär mich jemand auf,
    warum nimmt Frau das nur in Kauf?
    Wir schaben, rupfen Tag für Tag,
    ein Mann sich glatt nicht zeigen mag.

    Zumal die abrasierten Härchen
    sich erst allein und dann in Pärchen
    gemeinsam hier am Abfluss sammeln,
    um später vor sich hin zu gammeln.
    Sie formen sich zu einem Propfen,
    um diesen Abfluss zu verstopfen.

    Mir wird jetzt beim Betrachten klar,
    dass das kein guter Einfall war.
    Ich lasse das Enthaaren sein,
    betrachte stolz mein andres Bein.
    Stell fest, dass es schon Locken kriegt
    und viel mehr als das andre wiegt.

    Und sollte jemals Man(n) erwarten,
    dass ich die Haare mir entferne
    schreite ich sofort zu Taten,
    erfülle die Erwartung gerne.
    Ich werde den Rasierer schwingen
    im spitzen Winkel mit den Klingen
    gründlich über's Haupthaar fahren,
    mir den Kopf komplett enthaaren!
    Zur letzten Strophe fiel mir nichts ein.

    Liebe Grüße
    Dabschi
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

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