1. #1
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    Liebe flieht (Odenstrophen)

    Liebe flieht aus dem Land/schnell mit den Freuden fort.
    Schmerz ein Schrei in der Glut./Lang in der Last von Flut,
    strömte Licht in den Raum,
    jener Geister die wachsend blühn.

    Blühend leuchtet die Welt/über die Wesen hell.
    Grenzen gibt es da nicht/Schranken errichten wir.
    Hört ihr Laute der Lichter?
    Liebe flüstert durch Geist mit Kraft.
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  2. #2
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    Hallo Hans,
    was will der Dichter uns sagen? Von einer Ode erwarte ich, dass sie sich mit großartigen Themen beschäftigt und diese in gehobener, feierlicher Form
    den Lesern/Leserinnen übermittelt. In der ersten "Odenstrophe" stellst Du fest, dass die Liebe mit den Freuden schnell aus dem Land flieht. Im zweiten Halbvers ist ein der Schmerz ein Schrei in der Glut und zusammenhanglos (vielleicht bin ich ja zu begriffsstutzig) geht es im zweiten Halbvers weiter, der dann von zwei Folgeversen vollendet wird: "Lang in der Last von Flut strömte Licht in den Raum, jener Geister die wachsend blühn."
    Die zweite Strophe macht mich nicht klüger: "Blühend leuchtet die Welt (aus der ja soeben Freuden und Liebe verschwunden sind) über die Wesen hell." Weiter geht es völlig zusammenhanglos: "Grenzen gibt es da nicht - Schranken errichten wir." Dann wendest Du Dich - ja, an wen? - und fragst: "Hört ihr Laute der Lichter?" Den Schluss bildet der Vers: "Liebe flüstert durch Geist mit Kraft."
    Hast Du Dir Dein Gedicht mal laut vorgelesen? Mach mal: "Blühend leuchtet die Welt über die Wesen hell." Oder auch: "Hört ihr Laute der Lichter?"
    Das, was hier poetisch klingen soll, ist der Versuch, mit paar Alliterationen ein bisschen Schwung in die Bude zu bringen. Schau mal, wie der Schiller das macht (Auszug):

    "Freude sprudelt in Pokalen,
    in der Traube goldnem Blut
    Trinken Sanftmut Kannibalen,
    Die Verzweiflung Heldenmut – –
    Brüder, fliegt von euren Sitzen,
    wenn der volle Römer kreist,
    lasst den Schaum zum Himmel spritzen:
    Dieses Glas dem guten Geist."

    Oder der Hölderlin (auszugsweise):

    "Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht
    nicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht;
    doch ist mir einst das Heil’ge, das am
    Herzen mir liegt, das Gedicht, gelungen,

    willkommen dann, o Stille der Schattenwelt!
    Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel
    mich nicht hinab geleitet: Einmal
    lebt ich, wie Götter, und mehr bedarfs nicht."

    Ich denke, Du hast Dich ein wenig verhoben.
    Gruß,
    Festival

  3. #3
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    Lb. Heinz,

    meine Vorlage war
    von MarleneM

    Der Wein des Lebens( asklepiadeische Odenstrophe)

    Gestern warst du noch leer, Becher aus dem sie trank.
    Heut’ gefüllt mit dem Saft, den ihr das Leben schenkt,
    gossen ein ihr doch Hände
    unerwartet den roten Wein.

    Zitternd noch jene Hand, die sie verhalten reicht
    anzunehmen, was rot in jenem Becher glänzt.
    Farblos bliebe uns Leben,
    wenn der Wein im Pokal vergärt.

    Also nimm, was man gibt - trau einer Hand, die schenkt.
    Tag wird rasch uns zur Nacht, die uns versenkt im Schwarz.
    Drum halt fest jenen Becher,
    trink ihn aus! - Das Bouquet flieht schnell.

    Deine Erwartungshaltung für meine Fähigkeiten war hier eindeutig zu hoch. Mir ging es darum die Form nachzuempfinden. Für die Aussage könnte ich die Bedeutung erklären, doch die sollte vom Leser eine für ihn passende Bedeutung erhalten.

    LG Hans
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  4. #4
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    doppelt gepostet

  5. #5
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    Hallo Festival und Hans, ich hätte seit längerem Lust auf eine alkäische Ode, aber genau was du, Festival, ansprichst, gelingt auch mir nicht: Grosses Kino produzieren mit feierlichen, um nicht zu sagen schwülstigen, Formulierungen. Hat mir einer von euch oder sonstwer einen Tipp? Wie macht ihr das, so richtig aus den Vollen schöpfen? Bei mir wird das immer alles so nüchtern deskriptiv. LG gugol

  6. #6
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    Lb. Heinz,

    habe das Gedicht am 5.11.2013 geschrieben und es mit der Suchfunktion hier im Forum nicht gefunden. Tut mir leid wenn es doppelt gepostet sein sollte.

    LG Hans

    Lb. Gugol,

    ich hatte noch nie Lust da drauf. Wenn ich so was schreibe kämpfe ich mich nach einer Vorlage Zeile für Zeile voran.

    LG Hans
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