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    Götzes komödiantisches Goethe-Crossover

    Götzes komödiantisches Goethe-Crossover


    Götz: Hast du je von einem ander'n als dir selbst geschrieben?
    Faust: Nein, ich bin dein Schatten und du bist die Zukunft der Monarchie geblieben!
    Götz: Ich weiß, ich würde gerne ein Götze ohne Goethe sein, aber ich bin nur Goethes zukünftiger Reichtum.
    Faust: So geht's mir auch, in meinem Drama hat Goethe mich an den Teufel verkauft.
    Dann hat mich Goethe an sich den Kindern zum Lesen erlaubt,
    und er kriegt als böser Schreiber auch noch den ganzen Ruhm.

    Götz: Faust ist traurig. Goethe hat ihn an den Teufel verkauft!
    Iphigenie von Tauris: Ist mir egal. Ich bin schon Gott. Mit dem Teufel habe ich nichts zu tun wegen Goethe.
    Deswegen reimt sich bei mir auch eigentlich nichts. Dank Goethe, deswegen spiele ich hier in meiner eigenen Welt auch die erste Flöte.
    Außerdem verbinde mich nicht mit Goethes Schamesröte,
    denn ich bin eine Frau und Göttin und nicht Goethe,
    weswegen er sich als Mann aufführte,
    als ob ihm wegen Männlichkeit einer abbricht in seiner Zeit mit revolutionärem Getöte.
    Götz: Ähm, was hast du überhaupt in meinem Drama verloren?
    Wegen dir bin ich nicht geboren.
    Ich bin Götz von Berlichingen,
    und ich erhebe gegen Goethe meine Klingen.
    Ihn werde ich zu Faustus Sklaven machen,
    denn als wir alle durch den Tod gingen,
    werde ich Goethe von Götzes Sieg zwingen zu singen.
    Du wirst lachen,
    aber auch ich kann lange Sätze machen.

    Faust: Und - was ist nun? Hat mich der Teufel?
    Götz: Ich habe den Schreiber ohne Leib,
    Dir zum Sklaven gemacht, wie der Mann hat das Weib.
    Du bist nun sein langer Schatten,
    an dem auch 1984er Ratten nach chinesischem Horoskop was hatten.
    Stella: Und wann ist mein Auftritt?
    Götz: Ich gebe dir gleich 'nen Tritt.

    Götz: Sei doch endlich zufrieden oder haderst du noch?
    Goethe ist dein Vater und einen neuen Vater haben wir doch!
    Denn du bist Goethes Kot,
    er ist tot, und du bist da,
    es ist wahr, für dich ist da alles im Lot!
    Doch liegt in deinem Ende längst begraben,
    dass wir dich ins Nichts hin gaben.

    Iphigenie von Tauris :So war es nie einfach mit den beiden Lügnern,
    wie Götz' Wut gegen meinen Schöpfer ausbrach,
    so wählte ich lieber Goethes verweste Leiche zum Gatten,
    als ob ich d'rüber lach,
    wenn der kranke Geist von Goethe,
    sich verhält zu Goethe, als suchten beide nach Gegnern.
    Götz macht mit seinem Schwindel vor mir jedoch eine schlechte Figur.
    Er kann sich selbst nicht in der Vergangenheit beschatten,
    Und pur über all seine Marotten,
    kann man über Götz nur spotten.

    Götz: Was hatt'se schon wieder zu bohren?
    Die hat für mich längst verloren!
    Mein neuer Schöpfer ist geboren,
    und lebt!
    Knüpf er dich im nächsten Dialog vor!
    Mein Schöpfer strebt,
    und gab dir, Iphigenie, bisher ohne Grund ein Sprachrohr.
    ...und am Titel immer noch mein Name klebt!
    Faust, wirf dich in die Sporen!
    Iphigenie: So gebet mir Aspirin,
    so behandelt man keine Queen!
    Wartet! Wo geht ihr hin?
    Ich glaub', ich spinn.

    Faust: Sie hat einen Spleen.
    Halt an, Götz,
    wir sind schon fast in Wien.
    Götz: Vergiss nie, sie kommt aus der Antike.
    Sie tut als komme sie aus ganz großer Riege.
    Ihr Wort ist eh und je nur Gepläge, wie's mir erschien,
    will sie sehen, wer mich präge, also werden wir flieh'n.
    Wenn ich dir mein Geheimnis preis gebe, dann damit Goethe nicht siege!
    Faust: Ich kann nicht mehr gehen,
    ich kann sie selbst am Horizont nicht mehr sehen.
    Hier im Wald, raus aus Bayern,
    ist es zwar kalt,
    aber ich sag es dir, dass sie recht hat, Götz!
    Davon musst du nicht gleich reiern!
    Götz: Das ist nicht warum ich kotz,
    hier ist es dunkel und eisig,
    erzähl weiter, bitte fleißig!
    Ich habe nur Rotz.
    Faust:Götz, vergiss jetzt nicht, worin Iphigenie interveniert:
    Wenn du mir keinen Himmel versprechen kannst,
    warum quälst du mich dann, du miese Kröte?
    Warum hälst du dich ran, wie geniert?
    Warum du mich nicht übermannst, will ich wissen!
    Wenn Goethe mich mochte,
    und mich dein Gott will missen,
    merkst du da nicht, dass ich schon dachte,
    dein Gott ist gerissen?
    Iphigenie denkt sich das nicht aus,
    sie und ich kommen aus diesem Buch nie lebend raus!
    Aber du Götz, bist für den da oben das ganze Herzblut,
    Wie ich hetz!, dass ich brenne nicht einmal in Höllenglut!
    Sondern aus dem Nichts kam ich in das Drama [wird unterbrochen]
    Götz: ...[hat zu Ende gebrochen] Stop - ich kenne den wahren Schreiber!
    Fressen mich die Raben, und holen mich die Schaben!
    Aber ich spüre Figuren und 3D-Leiber.
    Der da oben hat einen Buchstaben in dem meinigen Namen weggelassen,
    aber sonst stimmen diesmal alle Laut- und Silbenklassen!
    Ich bin kein Schrott. Ich bin fast Goethe!
    Faust: Ist das Gott? Oh, wie öde!
    Nur Schlüssel können von Schlüsseln verschlossene Türen öffnen.

  2. #2
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    Ja gefällt mir, musste mir sogar das Lachen verkneifen. Für jemand mit einem derart angespanntem Verhältnis zu Johann Wolfgang wie mich gab es ordentlich was zu bedenken und erkennen. Denn das macht es ja aus was mir gefällt.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

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