1. #1
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    Versunken (alkäische Ode)

    Versunken (alkäische Ode)

    Wer oft durch Wald und blühende Fluren schweift
    das Auge an verwunschener Schönheit labt
    verweilt auch gern am dunklen See und
    lauscht dem Geflüster der Wassergeister

    Sie ziehen jeden magisch in ihren Bann
    der allzu nah ans glatte Gestade tritt
    Ein Schritt zu viel, es ist geschehen
    Hände ergreifen den Unbedachten

    und zerren ihn hinab in die Unterwelt
    Ein kurzes Gurgeln, schon ist es wieder still
    Der See liegt friedvoll da, zu hören
    einzig das Schmatzen der Wassergeister


    gugol / L.A.F.

  2. #2
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    Hallo Hi!

    S2,V1 ist mir zu schematisch, zu sehr "von der Stange"; kein eigenständiger, als gestaltet erkennbarer Vers. Das Wiederholen der "Wassergeister" sticht heraus; ich weiß nicht, ob es schadet oder nützt. "Laben" ist ein Wort, das ich nicht mag; ich bin daher nicht sicher, ob es mir hier aus persönlichen Gründen nicht gefällt oder ob es wirklich nicht ganz reinpasst.

    Inhaltlich eher etwas, das man einem Romantiker zuschreiben würde und daher in Odenstrophen, erst einmal, ein wenig verkleidet erscheinend.

    Gruß,

    Ferdi

  3. #3
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    Hey Ferdi, mit den Kritikpunkten, die mehrheitlich auf Geschmacksachen beruhen, können WIR gut leben und sagen danke, dass du dich damit befasst hast. Ode bedeutet ja erstmal einfach Lied/Gesang, pathetisch, emotional soll sie sein, also warum nicht auch romantisch? Natürlich entspricht der Stil nicht dem unseren, den wir normalerweise pflegen. Die schmatzenden Wassergeister sollten eine kleine Selbstironie betonen und müssen unbedingt nochmal vorkommen, soll die Geschichte sinnvoll enden. LG gugol und L.A.F. (Hi, i)

  4. #4
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    Hallo Ihr Lieben,

    Ihr habt euch hier ein einfacheres Thema als bei Vogelfrei ausgesucht, da kann dann auch weniger schiefgehen (ich wisst schon, mein Sager ); aber das klingt dann halt auch mehr nach Fingerübung, während "vogelfrei" der mutigere Versuch war, dem man halt anmerkte, dass den Autoren die Erfahrung mit der Form fehlt.

    Was mich aber auch interessiert, Ferdi, du sagst oben

    Inhaltlich eher etwas, das man einem Romantiker zuschreiben würde und daher in Odenstrophen, erst einmal, ein wenig verkleidet erscheinend.
    Wenn ich Höderlin Ode "Des Morgens" lese, dann ist da ja auch diese Naturromantik, oder?

    Vom Taue glänzt der Rasen; beweglicher
    Eilt schon die wache Quelle; die Buche neigt
    Ihr schwankes Haupt und im Geblätter
    Rauscht es und schimmert; und um die grauen

    Gewölke streifen rötliche Flammen dort,
    Verkündende, sie wallen geräuschlos auf;
    Wie Fluten am Gestade, wogen
    Höher und höher die Wandelbaren.

    Komm nun, o komm, und eile mir nicht zu schnell,
    Du goldner Tag, zum Gipfel des Himmels fort!
    Denn offner fliegt, vertrauter dir mein
    Auge, du Freudiger! zu, solang du

    In deiner Schöne jugendlich blickst und noch
    Zu herrlich nicht, zu stolz mir geworden bist;
    Du möchtest immer eilen, könnt ich,
    Göttlicher Wandrer, mit dir! - doch lächelst

    Des frohen Übermütigen du, daß er
    Dir gleichen möchte; segne mir lieber dann
    Mein sterblich Tun und heitre wieder
    Gütiger! heute den stillen Pfad mir.


    Lieben Gruß
    albaa

  5. #5
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    Hi albaa, wir mussten lernen, mit Kritik umzugehen und wissen sie heute besser und schaetzend zu verstehen. Danke.
    Pathetisch schreiben ist etwas ganz Neues fuer uns und eine tolle Herausforderung, und der Faden von Ferdi hilft wie immer weiter, wofuer wir uns auch bedanken.
    Uns selber gefaellt sowohl „Vogelfrei“ als auch dieses hier, aber beide sind noch weit davon entfernt von dem, was wir uns unter einer Ode der heutigen Zeit vorzustellen beginnen, und mal keine Pointe zu haben, verlangt genauso ein ganz anderes Denken. LG G+L
    Geändert von Hi, i (10.11.2019 um 05:15 Uhr)

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