1. #1
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    Zwei Gedichte am Morgen


    Zwei Gedichte am Morgen

    Noch ganz vom Schlafe traumummantelt,
    Im Unbewussten, das schon handelt,
    Und doch ein wenig geistumnebelt,
    Wo das Bewusstsein ausgehebelt,
    Wird Halbwachheit mir nun erzeugt,
    Wenn sich der Tag zm Wachen beugt
    Und mit Sprachschöpfung, Innenschau
    Das Wort den Vers findet genau.

    So ist das mit der Dichterlaune,
    Die halbwach und ohne Geraune
    Erwächst aus ihrer Unterlage,
    Nach oben strebt und ohne Frage
    Als Dichters Wille stehen kann,
    Der aufnimmt, abgibt wie ein Schwamm
    All das, was ihm die Lust zuführt,
    Womit sie ihn zum Handy führt.

    Gedichte, zwei, entstehen so
    Und das Gemüt wird endlich froh,
    Wenn da die Last der Nacht entschwindet,
    Weil Musengnade sich einfindet,
    Das Wort zum Vers gesprungen ist,
    Wo sich freundlich Muse einmischt,
    Und mit dem aufsteigenden Licht
    Entspannt sich das Dichtergesicht.


    ©Hans Hartmut Karg
    2019

    *

  2. #2
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    Ob es sich im verschlafenen Zustand gut dichten lässt, beurteile jeder selbst an obigem Text, denn wäre dieser nicht zur Morgenstunde in beschriebener Verfassung entstanden, würde er sich selbst ad absurdum führen (das hat nichts mit Verwechseln von Autor und lyrischem Ich zu tun).

    So ist das mit der Dichterlaune,
    Die halbwach und ohne Geraune
    Erwächst aus ihrer Unterlage,
    Nach oben strebt und ohne Frage
    Als Dichters Wille stehen kann,
    Der aufnimmt, abgibt wie ein Schwamm
    All das, was ihm die Lust zuführt,
    Womit sie ihn zum Handy führt.
    Was es mit dem Handy auf sich hat, habe ich nicht verstanden, jedoch dass bei manchen Menschen die Gedichte aus der Matratze (Unterlage) aufsteigen schon. Ich persönlich würde einen feinen Brunch bei voller geistiger Wachheit ein bis zweimal die Woche einem täglichen verpennten Doppelfastfoodfrühstück vorziehen, aber nun, jedem das Seine. LG gugol

  3. #3
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    Hallo Dr. Karg,

    bis einschließlich Zeile 6 bist Du im Takt...ist das auch sprachlich ok - ab Z 7 wirds dann etwas ungemütlich und wacklig. Schön, wenn einem der Traum den Text bereitet...den man dann nur noch servieren muss. Hab das aber auch schon anders erlebt:

    Zwei Texte reifen auf dem Klo,
    der Dichter lässt mich wissen:
    Das alles ist wohl irgendwo
    einfach nur beschissen.

    Zwei Texte reifen auf dem Klo,
    der Dichter lässt mich fühlen:
    Alles für den Arsch und so,
    einfach zweimal spülen.


    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  4. #4
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    AndereDimension,
    das "Wacklige" ist Absicht, weil es das Zwischen von Schlafen und Wachen symbolisiert.
    Übrigens: Nicht alles ist "für den Arsch"!
    Gruß HHK

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