1. #1
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    Liste der Verletzten

    Liste der Verletzten

    Stolz ist Ehre genug -
    und wird doch gefühllos gebrochen,
    hilflos gelistet im System
    aus verletztem Stolz.

    Ehre bedarf gelebter Gefühle -
    und wird mit Stolz getragen.
    Fragliches Handeln in unüberlegten Zeiten gerechtfertigt
    aus verletzter Ehre.

    Gefühle nähren Stolz und Ehre,
    gipfeln in schöpferisch gelisteten Potential.
    Brachial die Rechtfertigung von Stolz und Ehre
    durch verletzte Gefühle.


    kA
    12/11/2019
    Blätter fallen - Menschen auch...

  2. #2
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    Lb. Saalenixe,

    Stolz und Ehre sind subjektive Gefühle die oftmals von anderen nicht geachtet oder gewürdigt werden. Wenn dies offensichtlich geschieht ist dies auch verletzend. Die Liste der so Verletzten ist sicher lang und eine Heilung ist dann sicher auch nicht leicht.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Das ist mir unnachvollziehbar weil ich mir meine Gefühle niemals verletzen lasse und Stolz und Ehre für mich 2 Charaktere aus dem Horrorfilm sind, wo Zombies plötzlich unüberlegte Zeiten erleben. Die wir leider so nicht ganz verarbeiten können, weil die Hilflosigkeit ja immer noch im System vorhanden ist. alles in allem durch Perspektivenvertauschung sehr amüsant nachvollziehbar wie es gewesen sein könnte, wenn man nur den Text kennen würde.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  4. #4
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    Hallo Hans, hallo T.,

    danke für die Kommentare.

    In etwas abstrakter Weise, für mich eine eher ungewohnte und für Nixen untypische Erzähl- und Formulierungsweise habe ich eine Zeitspanne aus meiner ganz privaten Vergangenheit niedergeschrieben.

    Es ist so, als wenn man ein schönes impressionistisches Bild der alten Meister, auf maximal 5 Farben reduziert und es expressionistisch nochmal malt. So habe ich es mit dem Gedicht gehandhabt. Oft schwafel ich und erzähle weithals in Emotionen hinein - zumindest bei den meisten meiner Gedichte. Hier wollte ich bewußt viel Freiraum lassen, vieles wirkt unverständlich und teils zusammenhanglos. Und trotzdem steckt ein kleiner Sinn dahinter, nämlich eine persönliche Vergangenheit, die nicht sehr positiv war.

    LG Saalenixe
    Blätter fallen - Menschen auch...

  5. #5
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    Lb. Saalenixe,

    Hier wollte ich bewußt viel Freiraum lassen, vieles wirkt unverständlich und teils zusammenhanglos. Und trotzdem steckt ein kleiner Sinn dahinter, nämlich eine persönliche Vergangenheit, die nicht sehr positiv war.
    Wenn Du es bewusst für andere unverständlich und teils zusammenhanglos schreibst, was hat es dann noch für einen Sinn dies überhaupt anderen zu zeigen?

    LG Hans
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  6. #6
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    Hallo Hans,

    ich habe nicht bewußt das Werk für andere unverständlich und zusammenhanglos geschrieben, sodass es gar keinen Sinn ergibt. Ich wollte für mich ganz persönlich mal ausprobieren, wie es ist, ein Werk zu verfassen, was eben nicht auf Gefühlsschwafelei basiert, wie es sonst mein Stil ist. Ich wollte bewußt für mich ein kubistisch anmutendes Gedicht schreiben, was reduziert und abstrakt einen (meinen) Teil einer Geschichte wiederspiegelt.

    Ich schrieb es für mich in dieser Form, nicht um anderen zu gefallen. Würde ich dies, so wäre "die Nixe" nicht mehr authentisch.

    Deine (und eines jeden Anderem) Meinung sei dir vergönnt, wie auch ich viele Meinungen zu Werken habe. Jedoch behalte ich mir meine Meinung zu Gedichten hier oft für mich - vielleicht auch besser so.

    Wie gesagt, ich schreibe für mich und nicht für´s Publikum zum Wohlgefallen - und wenn Werke misslingen, so ist das auch okay.

    Man liest voneinander....

    Nixe
    Blätter fallen - Menschen auch...

  7. #7
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    Du zeigst es den anderen wie es ist so zu schreiben, dass man anderen nicht gefällt. Hans glaubt alle wüssten wie das ist, aber ich sehe darin gerade den entscheidenden Schritt ein bisher unerforschtes Neuland zu betreten, ohne dass man sich in den Vordergrund drängt. Einfach auch als nicht Überbewertung des Publikums, weil mir das ja auch suspekt ist, was die sich abseits ihres Kommentars sonst noch so zusammenreimen. Und das Gedicht gibt darauf mehr als nur Hinweise, die aber leider niemand versteht und deshalb braucht es einfach auch mal Abstand voneinander, um sich nicht gegenseitig in die Quere zu kommen und nochmal solche Gefühle wie aus dem Gedicht in die Endlosschleife zu transponieren.

    MFG!
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  8. #8
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    Hallo Saalnixe, sehr anregende Zeilen! Beim ersten Lesen denke ich:

    1. Ja, bescheiden empfundener Stolz ist Ehre genug. Damit meine ich den Respekt, den man sich selber in aller Stille für eine kaum beachtete Bewältigung einer Lebensaufgabe zollt. Zum Beispiel der Stolz von Eltern angesichts ihrer erwachsenen Kinder, die ihnen noch immer Freude bereiten. Aber auch der Stolz auf geleisteten Widerstand, wenn auch aus verletzter Ehre.

    2. Oft verbindet man Stolz und Ehre mit Eitelkeit. Geltungssucht ist ja auch wirklich auch eine Quelle nerviger und starker Gefühle! Aber ....

    3. ... Andererseits vermisse ich bei vielen Menschen das Vermögen, zu zeigen, dass sie stark empfinden. Klar, starke Gefühle sind leider oft mit Gewalt verbunden. Aber es gibt auch Menschen, deren starke Gefühle Gewalt verhindern! und es gibt viele vorsichtige Menschen, die ihre starken Gefühle nur gegen sich selber einsetzen - leider!

    Ist doch angesichts eines kleinen Gedichtes eine recht grosse Ausbeute. Formal ähnelt dein schönes Gedicht etwas meinem letzten. Hat dich diese Form angeregt? Oder reiner Zufall?

    Lg

    P.S. Sehr interessant finde ich deine Aussagen zur Form: Stichwort "Gefuhlsgeschwafel" bzw. "kubistisches Gebilde". Für mich ist die Sprache der Gefühle sehr einfach. Wir können die Quellen unserer Ängste, Freuden oder Wünsche meist sehr genau benennen. Unscharf hingegen sind unserer Vorstellungen von abstrakten Begriffen. Deshalb würde ich der Dichterin genetell zur Sprache der Gefühle raten! abstrakte Worzen benutzen die, denen die Worte der Gefühle ausgehen.
    Geändert von Artname (13.11.2019 um 12:13 Uhr)
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

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