Thema: Meine Nation

  1. #1
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    Meine Nation

    Die Herkunft, Wurzeln und mein Erbe
    Vom ersten Tag bis zu dem Tod
    Von der Geburt und bis ich sterbe
    Die Leitkultur und mein Gebot

    Was mich berührt und mich bewegt
    Ob spät am Abend, früh am Morgen
    Was tief in mir etwas regt
    In klarer Reinheit und dem Sinn
    Verschafft mir leider viele Sorgen
    Sagt mir jedoch wer ich bin

    Mit ihr geh ich auch unter
    Ich schütz sie
    bis zum letzten Tag
    Egal was andere mal sagen
    Halt an ihr fest so fest ich nur vermag
    Ich kann es, will es einfach wagen
    Stunde um Stunde, Schlag auf Schlag

    Die Zugehörigkeit!
    Die einzige Nation!
    Zu der ich ewiglich mit ganzem Leib gehöre
    Ist meine
    Pro
    krasti
    nation
    Ich bleib ihr treu
    Ja wohl ich schwöre!

  2. #2
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    Hallo Papalagi,

    mir gefällt dein Gedicht.
    Dein Metrum fängt sehr stabil an, verliert hintenraus allerdings leicht. Allerdings verlierst du die gesamte Form. Das ist der Teil, der mir nicht wirklich gefällt. Das Reimschema wird sehr wechselhaft, sodass der Reim nicht mehr seine harmonieunterstützende Funktion haben kann, die ihm eigentlich zukommen soll. Am Anfang ist dein Gedicht inhaltlich eigentlich noch harmonisch. Du erklärst, was deine Nation für dich ist und wie du dazu kamst. Das ist schon was harmonisches. Das heißt im Klartext, dass ich bis zur Strophe 3 das einheitliche Metrum und das Reimschema beibehalten hätte. Danach zerstörst du das ganze, um deine Pointe zu setzten (die der Hauptgrund ist, weswegen mir dein Gedicht gefällt.

    Ich habe mir mal die Mühe (oder das Vergnügen?) gemacht, dein Gedicht zu verixen. Falls du Fragen dazu hast, darfst du gerne nachfragen.

    Die Herkunft, Wurzeln und mein Erbe
    xXxXxXxXx
    Vom ersten Tag bis zu dem Tod
    xXxXxXxX
    Von der Geburt und bis ich sterbe
    xXxXxXxXx
    Die Leitkultur und mein Gebot
    xXxXxXxX
    Metrisch sehr einheitlich und somit gut gelungen. In V2 würde ich "Vom ersten Tag zu meinem Tod" schreiben. Ist zwar vermutlich auch nicht die eleganteste Variante, aber "bis zu dem Tod" finde ich etwas sperrig und konstruierter. Falls du dem lI einen Migrationshintergrund andichten wolltest, dann bräuchte das mehr solche Formulierungen. Weswegen ich nicht davon ausgehe, dass das dein Ziel war.

    Was mich berührt und mich bewegt
    xXxXxXxX
    Ob spät am Abend, früh am Morgen
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    Was tief in mir etwas regt
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    Verschafft mir leider viele Sorgen
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    Sagt mir jedoch wer ich bin
    XxxXxxX
    Wenn man V3 und V6 streicht, passt es metrisch. (Und du würdest meinem Wunsch des gleichen Schemas näher kommen. XD)
    Wenn du in V3 "Mein innerstes zu tiefst erregt" schreibst, dann passt beides.
    Für V6 fällt mir nichts ein...

    Mit ihr geh ich auch unter
    xXXxxXx
    Ich schütz sie
    xXx
    bis zum letzten Tag
    XxXxX
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    Hier stimmt das Reimschema gar nicht mehr. Unten hast du zwar den Kreuzreim, aber oben gar keinen mehr. Zudem wird das Metrum sehr wirr. Vielleicht fällt dir etwas ein, wie man das richtet. Dann helfe ich dir gerne, das noch zu verbessern.


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    Ab dieser Strophe darfst du gerne das Metrum und das Reimschema zerstören, wie du es ja auch gemacht hast. Und auch der Witz mit der Prokrastination kommt bei mir gut an. Ich war so dumm... sagen wir unbedarft, wie du es dir erhofft hast und fragte mich, welche Nation dabei rauskommt. Die Überraschung ist dir also gelungen. Dass mir das Gedicht an sich besser gefällt, kannst du noch schaffen. Ich glaube, ich habe dir an der einen oder anderen Stelle gezeigt, wie es mir noch besser gefallen würde.

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  3. #3
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    Vielen Dank! Habe deinen ausführlichen Kommentar erst jetzt gelesen. Eine solche konstruktive Kritik finde ich sehr sehr gut.
    Bin ein Migrant (hast du ja gut erkannt ) und verstehe das mit den x-en eher schlecht. Deshalb Dankeschön für die Auflistung. Wollte mal von dem ewigen abab weg. Scheint aber nicht gut gelungen zu sein.

    Habe das Gedicht deinen Vorschlägen entsprechend überarbeitet. Bin gespannt auf deine Meinung dazu.

    Die Herkunft, Wurzeln und mein Erbe
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  4. #4
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    Hallo Papalagi,

    das gefällt mir schon deutlich besser. Die Form ist beibehalten (ich habe mir jetzt nicht die Mühe gemacht, das Metrum zu analysieren, aber es liest sich schon flüssig) und die Message kommt dennoch (inhaltlich) an.

    Grundsätzlich spricht auch nichts dagegen das abab zu brechen. Aber dann durchgehend. Und wenn man auf eine Pointe hinführen möchte, hilft es dabei, sie zu zünden, wenn man davor die Form aufbaut und dort bricht. Am besten ist es, wenn man bspw. auf ein klares Reimwort hinsteuert und es dann fallen lässt und das Reimschema damit bricht. Wie in dem alten Witz, in dem Fritzchen ein Gedicht schreiben soll:
    Wir stehen hier und angeln barsch,
    Das Wasser steht uns bis zum Knie.

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