Thema: im jutesack

  1. #1
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    im jutesack

    schneeflockenfrankiert
    zur hauptpost getragene
    weihnachtsfrohbriefe

  2. #2
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    Hey saegefisch, da sah ich mich gleich unterwegssein beim Lesen, auch wenn es in unserem Dorf keine Haupt-, genaugenommen gar keine, Post mehr gibt. Mir gefällt, wie du diesen vorweihnächtlichen Gang durch erste Flocken einfängst. Ich würde wahrscheinlich "Weihnachtsbotschaften" anstelle von "Frohbriefen" wählen, aber letzteres geht auch gut. LG gugol

  3. #3
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    Hallo Gugol,

    mir gefiel am Weihnachtsfrohbrief der Gegensatz zum Drohbrief und das Überraschende daran, wie wenn einer ein Geschenk auspackt und nicht weiß, was sich darin versteckt; ich selbst hätte als Alternative in Z3 vermutlich Weihnachtspakete gewählt, aber froh ist ein so weihnachtliche Wort, oh du fröhliche und der Wunsch nach frohen Weihnachten und einem guten Neuen Jahr, der in hundert Varianten Aufdruck und Innenseite von Weihnachtsgrußkarten ziert (ach ja, ich seh grad: Weihnachtsgrußkarte wäre auch gegangen ^^)

    herzlichen Dank und liebe Grüße,
    saegefisch

  4. #4
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    Hallo saegefisch,

    Ein wirklich feines Kleines! Ob es haikuesk ist, kann ich nicht sagen. Für ein Haiku steckt vielleicht zuviel Gedankliches darin, das sich in den Wortprägungen äußert? Aber ich kenne mich mit Haikus nicht wirklich aus, deshalb die Frage (das "?").

    Wie auch immer: Ob Haiku oder nicht, mir gefällt es sehr gut!

    Lieben Gruß
    albaa

  5. #5
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    ganz lieben Dank dir, Albaa, und ja,
    es heißt das Haiku und es freut mich, dass dir das Gedicht gefällt,

    ganz sicher bin ich nicht, ob ich deine Frage an den Text richtig verstehe, ich hab eine Weile drüber nachgedacht, mir scheint, du vermisst eine Unmittelbarkeit des Erlebens, wenn die Wortwahl bewusst erfolgt.

    ich meine, ein Nachdenken über den richtigen, passenden Ausdruck ist eine wichtige Grundvoraussetzung des Schreibens, und auch da, wo Wörter und Wendungen intuitiv hochsteigen und plötzlich da sind, müssen sie danach befragt werden, ob sie die wirklich gemeinten sind, und beim Haiku und seinen verwandten Formen kommt auch noch die Bindung an eine bestimmte Silbenzahl dazu, wenn man ihn streng sieht (was meiner Meinung nach nicht zwingend ist: ich habe mal einen mit "falscher" Silbenzahl geschrieben, den ein literaturbegeisterter Japaner dann so gemocht hat, dass er ihn ins Japanische übersetzt hat - einer der Auslöser dafür, dass ich inzwischen am ganz strengen 5/7/5 zweifle, warum soll man da päpstlicher sein als die Japaner selbst, und so ganz eins zu eins übertragen lässt sich die Form eh nicht).

    Vielleicht hilft hier ein Blick auf die Situation: ich bin bei leichtem Schneefall zur Würzburger Stadtpost gelaufen, hab ein Päckchen und Weihnachtsbriefe hingetragen, und war von der ganzen Situation plötzlich unvermittelt und poetisch froh gestimmt, und dieses Erleben find ich in die Worte des kleinen Gedichts hineingeschrieben in einem Wortraum, der für einen andern offen und betretbar ist, deshalb denk ich, dass es die richtigen Worte sind und gleichzeitig die Form gewahrt ist, sonst hätt ich es in eine andere Rubrik eingestellt, die weniger streng ist,

    lieben Gruß,
    saegefisch

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