Thema: Drangsal

  1. #1
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    Drangsal


    Sobald,
    der Mond,
    erklommen,
    die Nacht.

    Taumelnd,
    benommen,
    meine Hand,
    schreibt und schreibt

    Welch Ungetüm,
    mein Schicksal,
    zu Lasten mir,
    bloß nur vermacht

    Wahllose Einsamkeit,
    finster die Nacht.
    Sehnsucht in Tobsucht,
    Leidenschaft entfacht

  2. #2
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    Hey StummeWelt, warum machst du nach jeder Zeile Komma oder Punkt? Das sieht furchtbar aus und ist teils inhaltlich völlig sinnlos, wie z.B. nach sobald, nach Mond oder nach Hand. Und warum machst du es ausgerechnet da nicht, wo eins hingehört (am Ende der Strophen)? LG gugol

  3. #3
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    Drangsal

    Guten Morgen!
    Hat sich heute morgen gut angehört.
    Vielen Dank!

    (überarbeitet)

    Sobald
    der Mond
    erklommen
    die Nacht.

    Taumelnd
    benommen,
    meine Hand
    schreibt und schreibt.

    Welch Ungetüm
    mein Schicksal
    zu Lasten mir,
    bloß nur vermacht.

    Wahllose Einsamkeit,
    finster die Nacht.
    Sehnsucht in Tobsucht,
    Leidenschaft entfacht.

  4. #4
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    Hallo Stumme Welt!

    Langsames Anschwellen vom "Mond" zu "Sehnsucht in Tobsucht" und "Leidenschaft" - formal umgesetzt durch immer länger werdende Zeilen. Das scheint auf den ersten Blick gelungen. Die ersten drei Strophen könnten aber auch glatt in je eine Zeile gepackt werden. Bei der dritten hakt's aber im Rhythmus (vierte Zeile hat als einzige zwei statt einer Hebung). Die vierte Strophe lässt sich kaum noch in eine Zeile packen, hier wären zwei abschließende Zeilen (ein richtiger Vers mit Gegensatz "finster die Nacht" - "Leidenschaft entfacht") die geeignete Wahl. Dann erhieltest du das Strophenschema: 1 - 1 - 1 - 2, das auch ob der länger werdenden Zeilen deiner formalen Idee nahekommt. Probier's doch mal aus!

    Deine Wortwahl scheint mir hier und da noch etwas wacklig zu sein:
    Die ganze Formulierung der dritten Strophe ist reichlich unklar und rhythmisch holprig. Ist dein "Ungetüm" riesig oder unheimlich? Wer hat dir hier ein "Ungetüm" vermacht? Dein Schicksal? Ist es in der Mondnacht nicht eher selbst dieses "Ungetüm"?

    Was meinst du mit "wahllose Einsamkeit"? Unfreiwillige Einsamkeit? Was mit "Sehnsucht in Tobsucht"? Sehnsucht, die sich in Tobsucht Bahn schlägt? Sehnsucht nach was?

    Ich finde die Übereinstimmung von formaler und inhaltlicher Idee trotz allem bemerkenswert, und glaube, es lohnt sich, daran noch zu feilen.

    Gruß
    Majolu

  5. #5
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    Werde ich machen.
    Vielen Dank!



    Sobald der Mond erklommen die Nacht.

    Taumelnd benommen, meine Hand schreibt und schreibt.

    Welch Ungetüm mein Schicksal zu Lasten mir, Einsamkeit vermacht.

    Finster die Nacht, meiner Liebsten zum Andacht.
    Sehnsucht in Tobsucht, Leidenschaft entfacht.

  6. #6
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    Zitat Zitat von StummeWelt Beitrag anzeigen



    Welch Ungetüm mein Schicksal zu Lasten mir, Einsamkeit vermacht.

    Finster die Nacht, meiner Liebsten zum Andacht.
    Sehnsucht in Tobsucht, Leidenschaft entfacht.
    Vorschlag:

    Wie ein Nachtmahr auf der Schulter lastet Einsamkeit auf mir

    Finster die Nacht, schicksalhafte Stunde,
    Sehnsucht wird Tobsucht, Liebe verbrennt


    Ich denke, so wäre es klarer. Ob's besser passt, weiß ich nicht. Musste auch eine Weile probieren.

    Die Punkte am Ende der Strophen würde ich weglassen, das Strophenende reicht als Endpunkt.

    Gruß
    Majolu

  7. #7
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    Drangsal

    Vielen Dank für deine Vorschläge und Anregungen.



    Welch Ungetüm wahrlich die Einsamkeit.

    Meiner Liebe zum Andacht, mein Schicksal mir bloß vermacht.

    -Finster die Nacht, thronend Sehnsucht auf ihr, ein Flammenmeer der Leidenschafft entfacht.

  8. #8
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    Hallo StummeWelt.

    Zitat Zitat von StummeWelt Beitrag anzeigen
    Welch Ungetüm wahrlich die Einsamkeit.
    Da fehlt ein Verb.

    Zitat Zitat von StummeWelt Beitrag anzeigen
    Meiner Liebe zum Andacht, mein Schicksal mir bloß vermacht.
    zur Andacht. Und nach "Schicksal" scheint ein "wurde" oder "ist" zu fehlen.
    Wobei ich dann aber immer noch nicht weiß, was das bedeuten soll.

    Zitat Zitat von StummeWelt Beitrag anzeigen
    -Finster die Nacht, thronend Sehnsucht auf ihr, ein Flammenmeer der Leidenschafft entfacht.
    Während die Stimmung in deinem Gedicht eher gedrückt ist, kommt für mich "Das Flammenmeer der Leidenschaft" am Ende recht überraschend.
    Auf mich wirkt das etwas beliebig und künstlich dramatisiert. Oder wo kommt die Leidenschaft plötzlich her? Die passt meiner Meinung nicht zur Sehnsucht, die ja eher ein melancholisches Gefühl beschreibt. Oder willst du damit eine sexuelle Komponente (Selbstbefriedigung) andeuten?

    Eventuell musst du dir vor dem Niederschreiben klarer werden, was du überhaupt sagen willst. Und du solltest Sätze meiden, die sich zwar düster/romantisch/mysteriös anhören, aber einfach keinen Sinn ergeben.

    Gruß,
    leuchtendgrau

  9. #9
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    Sobald der Mond erklommen die Nacht.

    Taumelnd benommen, meine Hand schreibt und schreibt

    So treibt hinfort mit Sehnsucht umgarnt, abhanden mir ist gekommen mein kümmerlich Herz entzweit.




    - das andere Ende werde ich später benutzen

    Vielen Dank für eure Hilfe!
    Leider keine Selbstverständlichkeit mehr!
    Geändert von StummeWelt (28.12.2019 um 05:59 Uhr)

  10. #10
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    Vielleicht liegt es auch an den verdrehten Satzstellungen, dass es ein bisschen murkselig wirkt? Majolu hat ja schon ein paar Vorschläge zur Satzstellung gemacht. LG gugol

    Hat der Mond die Nacht erklommen,
    taumelnd benommen,
    schreibt meine Hand und schreibt.
    Welch Ungetüm mein Schicksal!
    Es hat mir Einsamkeit vermacht -
    (als Last.) brauchts eigentlich nicht, Einsamkeit wird hier sowieso nicht positiv gelesen

    Finster die Nacht,
    schreibend der Liebsten gedacht.
    Sehnsucht wird Tobsucht,
    durch Leidenschaft entfacht.
    Geändert von Gugol (28.12.2019 um 06:22 Uhr)

  11. #11
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    Nun bin ich wirklich sprachlos.
    Merke schon, muss noch vieles lernen.
    Traue mich gar nicht danach fragen, ob ich meinen Namen darunter setzen darf.

    Einfach nur Klasse von euch, Danke!

  12. #12
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    Es ist immer dein Gedicht, alles was wir vorschlugen, entstand deinen Bildern entlang und hat sich aus deinen Zwischenständen entwickelt. Am Ende muss es wieder für dich und nur für dich passen.
    Ich bin übrigens beeindruckt, wie du dich auf die Textarbeit eingelassen hast. Davon kann ich mir eine Scheibe abschneiden. LG gugol

  13. #13
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    Zitat Zitat von Gugol Beitrag anzeigen
    Hat der Mond die Nacht erklommen,
    taumelnd benommen,
    schreibt meine Hand und schreibt.
    Welch Ungetüm mein Schicksal!
    Es hat mir Einsamkeit vermacht -

    Finster die Nacht,
    schreibend der Liebsten gedacht.
    Sehnsucht wird Tobsucht,
    durch Leidenschaft entfacht.
    2x Nacht und schreibt/schreibend könnte man noch ändern.
    Mit der Zeile "Sehnsucht wird Tobsucht" komme ich nicht klar, aber vielleicht ist das mein ganz persönliches Problem.

  14. #14
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    Drangsal

    Sobald taumelnd benommen,
    der Mond die Nacht hat erklommen.
    Wird meiner Liebe zum Andacht
    Sehnsucht zu Tobsucht, durch Leidenschaft entfacht.

    Welch Ungetüm mein Schicksal!
    Es hat mir Einsamkeit vermacht.

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