1. #1
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    Des Narren falsches Spiel

    Wie er lacht und tanzt, trinkt und singt.
    Aus Absicht gestürzt...
    Gelächter dann seine unerträgliche Stille verschlingt.
    Dieses falsch beherzte Scherzen, lang geübt und gestellt...
    vom Narr der verspricht und selbiges hält.

    Kling klang... Laute und Glöckchen,
    Kostüm und Stimme.
    Sing sang... schlägt sein Rad albern,
    also in diesem Sinne, bis du reingefallen...
    ging's dir hier so wie allen.

    Denn alle Augen konnten nur aus Kurzsicht...
    erblickten sicherlich Kostüm und Spiel...
    doch sahen Ihn nicht.

    Schwer wiegt seine Krone der gezwungenen Heiterkeit...
    weil jeder, der an sie glaubt,
    ihr mehr und mehr Gewicht verleiht.

  2. #2
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    Hi Nooma, das gefaellt mir sehr gut, erinnert mich an Vergangenes, wie alle jemandem in dessen Scheisse folgten und wie du sagst, sie (dadurch) groesser und stinkiger wird. Dieserart "Persoenlichkeiten" sind krank, ihre Nahrung ist, andere leiden zu machen und leiden zu sehen, LG

  3. #3
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    Interessante Perspektive.

    Jetzt lies es aus der Sicht des Narren, der eigentlich sehr einsam ist und sein wahres Ich verbirgt.

    Trotzdem, finde ich deine Ansicht ebenfalls passend.

    Danke

  4. #4
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    Klar doch, aber Mitleid steht dem nicht zu, auch ist er dem Untergang geweiht, und dann vielleicht, ganz am Ende, geht ihm ein Licht auf, und die Welt oeffnet sich (nochmals) fuer ihn, LG

  5. #5
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    Hi Nooma,

    der eigentlich traurige Mensch hinter einem Clown ist ein Mythos. Auch dieses Klischee wird offen bedient. Er ist ein Schauspieler, dessen Werkzeuge aus dem Dualismus von Heiterkeit und Melancholie stammen. Insofern bist auch du ihm auf den Leim gegangen.

    Was die Heiterkeit betrifft: Da muss sich ein Clown nicht anstrengen. Er lebt für die Manege und ist währenddessen glücklich, wenn gelacht und auch um ihn getrauert wird, denn das ist seine Rolle, nicht das Wesen des Menschen dahinter.

    LG
    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
    Henry van Dyke

  6. #6
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    Mag sein.
    Für die Allgemeinheit und die Berufung zum Clown, ja.

    Nur bin ich hier der Narr.
    Denn die Fassade ist bekanntlich nur Schein.
    Geb mir Mühe meine Probleme, die sicherlich nicht jeden angehen, keinem zu zeigen.

    Und das Spiel ermüdet... die gewählte "Krone", wiegt schwer.

  7. #7
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    Um vom Gemeinplatz Clown metaphorisch auf ein autobiograph. LI zu leiten, fehlen Hinweise. Der einfachste wäre schon mal als LI zu schreiben. Desweiteren könnte das Leben des LI als die gemeinte Manege, bestenfalls zum Schluss, gekennzeichnet werden.
    Zum anderen ist der Narr kein Clown. Im Titel erscheint Ersterer und beschrieben ist letzterer. Der Narr ist ein Spötter, der Clown ein Tölpel.
    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
    Henry van Dyke

  8. #8
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    Ich habe nie vom Clown gesprochen, sondern du.
    Habe nur deine Argument den Clown betreffend bestätigt.

    Ich finde befremdlich, dass man ein Werk so sehr analysiert und zerlegt, ja sogar als ungenügend empfindet weil Hinweise oder ähnliches fehlen.

    Ich müsste also vorerst ein "how to", mit allen Regeln und Gesetzmäßigkeiten, verinnerlichen.
    Es stört mich so ungemein.
    Kann sich bitte mal ein jeder einfach nur an den Worten erfreuen oder darüber sinnieren, ohne es zu zerlegen und mit dem Finger auf Ungereimtheiten zu zeigen.

  9. #9
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    Moin Nooma,

    Zitat Zitat von Nooma Beitrag anzeigen
    Ich habe nie vom Clown gesprochen, sondern du.
    Habe nur deine Argument den Clown betreffend bestätigt.

    Ich finde befremdlich, dass man ein Werk so sehr analysiert und zerlegt, ja sogar als ungenügend empfindet weil Hinweise oder ähnliches fehlen.

    Ich müsste also vorerst ein "how to", mit allen Regeln und Gesetzmäßigkeiten, verinnerlichen.
    Es stört mich so ungemein.
    Kann sich bitte mal ein jeder einfach nur an den Worten erfreuen oder darüber sinnieren, ohne es zu zerlegen und mit dem Finger auf Ungereimtheiten zu zeigen.
    ist diese Aussage dein Ernst? Du bekommst hier Rückmeldungen zu einem Text, den du in einem Forum veröffentlicht hast, das sich der Textarbeit und der Diskussion verschrieben hat. Dem hast du mit deiner Anmeldung zugestimmt. Und nun forderst du, man solle doch den Text bitte nur gut finden? Sorry, wenn das deine Intention ist, bist du, entschuldige, im falschen Forum.
    Man kann hier viel lernen und sein lyrisches Knowhow verbessern. Dafür sollte man offen sein, auch für vielleicht weniger lobesvolle Kritik.

    Zu deinem Text:
    Wie er lacht und tanzt, trinkt und singt.
    Aus Absicht gestürzt...
    Gelächter dann seine unerträgliche Stille verschlingt.
    Dieses falsch beherzte Scherzen, lang geübt und gestellt...
    vom Narr der verspricht und selbiges hält.

    Kling klang... Laute und Glöckchen,
    Kostüm und Stimme.
    Sing sang... schlägt sein Rad albern,
    also in diesem Sinne, bis du reingefallen...
    ging's dir hier so wie allen.

    Denn alle Augen konnten nur aus Kurzsicht...
    erblickten sicherlich Kostüm und Spiel...
    doch sahen Ihn nicht.

    Schwer wiegt seine Krone der gezwungenen Heiterkeit...
    weil jeder, der an sie glaubt,
    ihr mehr und mehr Gewicht verleiht.
    Reime:
    Du bemühst dich, Reime zu verwenden, ein festes Reimschema ist aber nicht zu erkennen.
    Auffällig dabei sind im gereimten Kontext natürlich immer die Reim-Waisen (rot hervorgehoben).
    Die stechen einfach heraus, wenn wir uns im gereimten Kontext befinden. Damit kommt ihnen viel Bedeutung, auch inhaltlich zu.
    Mit diesem Mittel könntest du bei der Thematik des Narren sicherlich gut spielen.
    Er ist ja eben der, der die Regeln verspottet und es ganz anders macht, als alle anderen, der eine andere Perspektive hat.

    In deinem Fall hier scheint mir das ganze aber sehr willkürlich. Ich glaube: Du wolltest einige Worte unbedingt verbauen, konntest die Verse dann aber nicht zu einem reimenden Ende bringen.
    Das ist schade, da hier an einzelnen Stellen durchaus Potenzial ist.
    Mir gefällt etwa der Schlagreim beherzte Scherzen und deine Anfangsreim-Alliteration aus Kling klang und Sing sang. Das macht den Text lebendig, bringt ihn zum Fließen und erzeugt meinetwegen auch eine gespielte Unbeschwertheit, die, zumindest in deiner Deutung des Narren doch gut passt. Tatsächlich bin ich nämlich eher bei Arkadier, der hier eher das Bild des tragischen Clowns verarbeitet sieht.

    Bilder und Sprache:
    Es macht einen Text nicht per se schlechter, wenn er mit ungewohnten Bildern arbeitet, wo kämen wir da hin.
    Du musst dann aber auch damit leben, dass mancher mit dem Narren etwas grundanderes als du verbindet.
    Wenn dein Text es da nicht schafft, ein überzeugendes Bild abzuliefern, ja dann ist da eben doch etwas schlecht gelaufen.
    In der Tat verweist dein genutztes Vokabular ganz klar auf den tragischen Clown.
    Die Kritik an dieser Stelle musst du dir also gefallen lassen und ich bin mir sicher, wenn du dich darauf einlässt, kannst du darauf aufbauen.
    Auffällig ist auch, dass du teilweise recht unverdichtet schreibst. Es fehlt mir an mancher Stelle eine bildlichere Sprache.
    Etwa: "also in diesem Sinne, bis du reingefallen...
    ging's dir hier so wie allen." ist mir viel zu beschreibend. (Dem bist fehlt übrigens noch sein t)
    Hinzu kommen dann noch zahlreiche Auslassungen (Ellipsen), die das ganze sehr zerstückeln, unter anderem auch beim "Kling klang"-Teil. Ellipsen sind ein rhetorisches Stilmittel und durchaus erlaubt. Nur sollte man ihre Wirksamkeit und Wirkung berücksichtigen.
    Zeitungen etwa nutzen die Ellipse oft in Überschriften, um wesentliche Aussagen kurz und knapp darzustellen.
    In deinem Fall an genannter Stelle verkürzt du für meinen Geschmack aber zu viel. Am Ende stehen hier nur noch durch "und" verbundene Hauptwörter, das ist mir zu reduziert und trägt das Bild auch einfach nicht gut.

    Dass du nämlich durchaus eine bildliche Sprache bedienen kannst und willst, zeigt dann ja etwa die schwer wiegende Krone.
    Denn nicht etwa eine echte Krone, erschwert sein Haupt. Nein die Erwartungen der anderen machen ihm zu schaffen.
    Und so möchte ich hiermit auch schließen und hoffe, dir machen die Erwartungen dieses Forums nicht allzu sehr zu schaffen und du erkennst es vielmehr als Chance, intensiver an deinen Texten arbeiten zu können.

    Schlussgedanken:
    Im nächsten Schritt etwa könntest du schauen, wie du in deinem Text ein fließendes Metrum, spricht den regelmäßigen Wechsel von betonten und unbetonten Silben, einsetzen könntest. Gerade in Verbindung mit Reimen ist das für einen fließenden, klingenden Text eigentlich unabdingbar.
    Es gibt dafür hier im Forum übrigens auch jede Menge Info-Themen und Übungen, an denen man sich ausprobieren kann.
    Alles, was man dafür braucht, findet man hier im Sprechzimmer.
    Lass dich nicht entmutigen und, viel wichtiger, verfall nicht in eine Verteidigungshaltung. Du wirst hier nicht persönlich angegriffen (zumindest nicht von den letzten Kommentatoren unter deinem Text hier) und dir muss einfach klar sein, worauf in diesem Forum der Fokus liegt.
    Wenn du damit leben kannst, dass du daher nicht bloße Gefallensbekundungen bekommst und daraus vielleicht sogar einen Nutzen für dein weiteres dichterisches Handeln ziehst, dann kannst du hier viel Spaß haben.

    Das wünsche ich dir,
    LG AC
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  10. #10
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    Das nenn ich lehrreich.
    Kritik wie ich sie mir vorstelle.
    Ich will mich nicht Bauchpinseln lassen.
    Hab eher ein Problem damit mich Regeln zu unterwerfen.

    Danke

  11. #11
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    Ich habe nie vom Clown gesprochen, sondern du.
    Gesprochen hast du vom Clown nicht, aber ihn beschrieben. Dazu von mir:

    Zum anderen ist der Narr kein Clown. Im Titel erscheint Ersterer und beschrieben ist letzterer.
    LG
    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
    Henry van Dyke

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