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Thema: gute Kritiken

  1. #1
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    gute Kritiken

    Hallo, mir scheint, das einzige Kriterium für eine gute Kritik ist deren Ausführlichkeit bzw. Länge. Ich klickte probehalber den ersten Link* aus dem Nominierungsfaden #93 zu einer Kritik (EDIT) an und sehe beim Querlesen den Satz "wunderschön fliessende Alexandriner", dies zu einem fast durchgängig 5-hebigen Gedicht. Da stellt sich mir die (zugegeben rhetorische) Frage: Muss es nur nach was klingen oder sollte doch auch inhaltlich was dran sein? Ausserdem ist es doch auch eine Kunst, in Kürze das Wesentliche herauszuarbeiten. Werde mich bemühen, demnächst eine gute kurze Kritik zu nominieren. LG gugol

    * https://www.gedichte.com/showthread....14#post1018914
    Geändert von Gugol (01.01.2020 um 14:57 Uhr) Grund: Name entfernt

  2. #2
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    mir scheint, das einzige Kriterium für eine gute Kritik ist deren Ausführlichkeit
    Das hatte ich...im Nominierungsfaden selbst...auch schon kritisiert. Da wird nicht selten mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Wichtig ist mE, dass derjenige...für den die Kritik bestimmt ist...mit der Kritik auch etwas anfangen kann - und da kann ein kurzer...fundierter Hinweis nützlicher sein...als ein ausführlicher...wissenschaftlicher Exkurs. Das meine ich jedoch ganz allgemein...und nicht auf die Kritik von Mythenfreund bezogen.
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  3. #3
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    Hallo Gugol,

    mir scheint, das einzige Kriterium für eine gute Kritik ist deren Ausführlichkeit.
    nein, der Schein trügt. Wichtig ist, dass die Kritik dem Autor und interessierten Mitlesern etwas zu sagen hat. Wir hatten auch schon sehr kurze Kritiken im Nominierungsfaden.

    "wunderschön fliessende Alexandriner", dies zu einem fast durchgängig 5-hebigen Gedicht.
    Aha, Du hast ein Haar in der Suppe gefunden. Seltsam allerdings, dass Du das hier nochmal unters Mikroskop legen musst, obwohl das Missverständnis längst geklärt wurde. Für mich hat das schon ein Geschmäckle. Aber wo gehobelt wird, fallen nun mal Späne und niemand ist fehlerfrei. Durch das Schreiben von Kritiken lässt sich jedenfalls auch allerhand lernen. Kommentare zu verfassen, will genauso geübt werden wie Gedichte zu schreiben.

    Als Autorin ist für mich vor allem interessant, ob mein Gedicht beim Leser so ankommt, wie ich mir das erhofft hatte, sowohl beim erfahrenen, als auch beim unerfahrenen Kritiker, und was sich außer dem von mir angedachten noch alles mit meinem Text machen lässt. Und ja, je intensiver sich jemand mit meinem Text beschäftigt, umso hilfreicher ist das Feedback. Das hat aber nur bedingt mit der Länge des Kommentars zu tun.

    Wie siehst Du das denn? Ich fänds schön, diesen Faden zum Austausch über die unterschiedlichen Vorlieben und Erwartungen zu nutzen, ohne dabei auf bestimmten Usern herumzuhacken.

    LG Claudi
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  4. #4
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    Wer sich gross in Szene setzt, wird gesehen. Ich habe nicht gesucht, es sprang mir ins Auge und es gäbe viele Haarschöpfe, aber spielt hier jetzt nicht weiter eine Rolle, da es um eine Grundsatzfrage geht. Ich erwarte von einer guten Kritik, dass sie durchdacht und sauber verfasst ist, man also erkennt, dass sie nicht einfach mal so hingeschrieben ist. Das beginnt bei minimalen formalen Ansprüchen, deren Einhaltung auch etwas mit Wertschätzung zu tun hat; etwa dass offensichtliche Nomen gross geschrieben werden - etwas, das jeder halbwegs intelligente 5. Klässler hinkriegt, wenn er sich Mühe gibt. Dann erwarte ich, dass sich die Kritik mit ausgewählten, wesentlichen Aspekten befasst und sich auch darauf beschränkt, seien es formale oder inhaltliche. Mit laienhaften Fullsize-Analysen kann ich nichts anfangen, und die meisten hier, ich eingeschlossen, sind Laien.
    Das Ganze kann aber auch eine Frage der Kultur sein, denn mir fiel schon an der Uni auf und tut es ebenso an meiner Arbeitsstelle, dass Deutsche gern mehr Worte machen als wir Schweizer. Dies eine reine, völlig wertfreie, Feststellung. Bloss: Wenn schon viele Worte, dann bitte auch mit Hand und Fuss, wie ich es bei AntiChris wahrnehme.
    Geändert von Gugol (01.01.2020 um 10:25 Uhr) Grund: Komma

  5. #5
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    wenn ich kritiken schreibe laufe ich immer Gefahr darin eine selbstentblößung draus zu machen, denn auch ich bin nicht fehlerfrei, aber wenn meine Kritik fehler hat kann man mich darauf hinweisen anstatt mich weiter bloß zu stellen in kurzen fiesen kritiken zu meinem gesagten
    wie ich schon mal sagte, kritiken helfen Autor und Kritiker

    wenn ich mich so kurz fasse wie möglich, wirke ich auch unangreifbar, denn dann gibt es nichts das einer Diskussion einen grund bietet, egal auf welcher ebene
    dann ist es Selbstdarstellung in meinen augen und reines stagnieren
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  6. #6
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    Moin Gugol,

    schönes Thema.
    Ich hab daraufhin mal geschaut, was eigentlich die hier aufgesetzten Kriterien für die Kritik des Monats sind:

    • Ist die Kritik sachlich formuliert, orientiert sie sich am Text oder ist sie persönlich gefärbt und eher auf den Autoren bezogen?
    • Wie ausführlich ist die Kritik? Wird auf Form und Inhalt eingegangen oder werden wichtige Textaspekte vernachlässigt?
    • Handelt es sich um eine konstruktive Kritik? Werden Möglichkeiten aufgezeigt oder Vorschriften gemacht?
    • Wurde die Kritik verständlich formuliert? Inwieweit hat sich der Kritiker auf das Textniveau eingestellt?
    • Wie hoch ist das fachliche Niveau der Kritik? Werden beispielsweise Fachtermini korrekt benutzt und weniger gängige ggf. präzise erläutert oder werden Fremdwörter willkürlich durcheinander geschmissen, sodass der Lehrgehalt zum Leergehalt wird?


    Von dir hier angesprochen ist wohl Punkt 2. Der spricht zwar von Ausführlichkeit, nicht aber von Länge.
    Vielmehr geht es darum, dass alles, was für den Text und für den Autor wichtig ist, in der Kritik enthalten ist.
    Ausführlich ist es dann etwa, wenn man einem Frischling auch erklärt, was Jambus denn nun bedeutet.
    Bei erfahrenen Schreibern ist das sicherlich überflüssig.

    Bei meinen eigenen Kritiken kommt neben wichtig für den Text und wichtig für den Autor auch noch wichtig für mich selbst hinzu. Ich schreibe Kritiken auch, weil es mir ziemlich Spaß macht. Ich liebe die Textarbeit.
    Das hat im Deutschunterricht damals schon angefangen, als ich meinen Mitschülern erklärt habe, welches Metrum ein Gedicht hat (übrigens allein durch das Wissen, das ich hier bei dotcom durch Kommentare erlangt habe)
    und hat sich dann auch über mein Studium hinaus fortgesetzt.

    Ich persönlich versuche so viele Aspekte wie möglich in einem Text anzukratzen.
    Zuweilen denkt sich einer ja auch was bei dem, was er da erdichtet hat und bei meinen eigenen Texten freut es mich immer sehr, wenn jemand diese Aspekte dann auch anspricht!

    Ist natürlich schade, dass manchen diese Art von Kritik nicht gefällt. Aber wenn es dem Autor, dem Text und mir genügen kann, bin ich da schon sehr zufrieden^^

    Zitat Zitat von Gugol
    Werde mich bemühen, demnächst eine gute kurze Kritik zu nominieren. LG gugol
    Find ich klasse, ich hatte mir auch vorgenommen, die Augen weiter offen zu halten.
    Ich selbst hatte zuletzt auch nur eine einzige Kritik nominiert. Der Kritiken-Faden kann durchaus belebter sein, das tut dem Forum gut

    LG AC

    Edit: Achso, frohes Neues an alle
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  7. #7
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    Hey AC, stimme dir in allem zu. Insbesondere dem hier:

    Vielmehr geht es darum, dass alles, was für den Text und für den Autor wichtig ist, in der Kritik enthalten ist.
    Ausführlich ist es dann etwa, wenn man einem Frischling auch erklärt, was Jambus denn nun bedeutet.
    Bei erfahrenen Schreibern ist das sicherlich überflüssig.
    Genau, einem erfahrenen Schreiber muss ich nicht aufzeigen, dass er Kreuzreim abab verwendet hat und im Jambus schreibt, ausser ich gehe darauf als Stilmittel ein, indem ich gewählte Form und Aussage diskutiere, was dann schon höhere Schule ist, die vielleicht die ein oder andere Recherchearbeit auch des Kritikers voraussetzt, damit sie Hand und Fuss hat.
    Und genau was ich eingangs kritisierte, meint das hier:
    Wie hoch ist das fachliche Niveau der Kritik? Werden beispielsweise Fachtermini korrekt benutzt und weniger gängige ggf. präzise erläutert oder werden Fremdwörter willkürlich durcheinander geschmissen, sodass der Lehrgehalt zum Leergehalt wird?
    Und ja, einem Frischling zeigt man dann aber besser nur den einen Punkt (z.B. was ist der Jambus, wo hast du ihn verwendet, wo ist er dir entglitten) auf, damit er sich darauf konzentrieren kann, so zumindest sehe ich das. LG gugol
    Geändert von Gugol (01.01.2020 um 15:49 Uhr)

  8. #8
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    Ausführlich ist es dann etwa, wenn man einem Frischling auch erklärt, was Jambus denn nun bedeutet.
    Bei erfahrenen Schreibern ist das sicherlich überflüssig.
    dem kann ich nur bedingt zustimmen
    hätte man mir nicht aufgrund meiner ausführlichen Kritik gesagt das meine annahme einen Jambus vor mir zu haben, egal ob 5-hebig oder einen Alexandriner falsch bezeichnet zu haben, so wie einen Trochäus mit Daktylus als Hexameter zu erklären, wäre ich heute noch so dumm wie vorher

    es scheint dass die Ausführlichkeit meiner kritiken, mir selber mehr von nutzen sind als denen die ich kritisiere, also kommt es wenigstens mir damit zugute und vermutlich jedem der bisher genau so dachte und aufgrund der antwort auf die Kritik neue Erkenntnisse erlangt
    als Kritiker muss es mir auch erlaubt sein fehler zu machen, damit ich aus den selben lernen kann
    bisher hat es mir sehr geholfen, wenn auch nicht meinem ansehen hier, aber das ist mir relativ egal, was mir nützlich erscheint filtere ich heraus
    aber oft zweifel ich an der art und weise wie auf eine Kritik geantwortet wird

    wenn ich einem Neuling sage dass er den Jambus gut eingehalten hat, fragt er sich, was den rest des textes darstellt und ohne konkrete hilfe wird er nicht in der lage sein einen Jambus daraus zu gestalten, da er auch kaum wissen wird was ein Trochäus ist
    auch recherche im eigenantrieb, kann fehlgeleitet sein
    wie zeigt man ihm den punkt des entglittenen Jambus denn auf? mit den worten "das war nix denn das macht so niemand"?

    meine Gedanken zu den aufgeführten punkten sehen wie folgt aus

    Ist die Kritik sachlich formuliert, orientiert sie sich am Text oder ist sie persönlich gefärbt und eher auf den Autoren bezogen?
    sachlich-fachlich formuliert, aber diskussionsbejahend und fragen zulassend, auch hingehend auf die Richtigkeit des Kritikers
    persönlicher bezug zum Autoren kann nur dann infrage gestellt werden, wenn der text als persönlich geleitet herausgestellt wird, ansonsten sollte der text als autonom betrachtet werden

    Wie ausführlich ist die Kritik? Wird auf Form und Inhalt eingegangen oder werden wichtige Textaspekte vernachlässigt?
    länge hat nichts mit Kritik zu schaffen, aber Ausführlichkeit angesprochener punkte, was auch ein erläutern anhand des textinhaltes und dem verwendetet Metrum in betracht zieht, sowie rethorische mängel oder sogar Besonderheiten, wie metaebenen die aufgrund des textes und dessen Beschaffenheit ermöglicht werden.
    meiner Meinung nach ist es also schwierig einem text mit nur 5 sätzen als antwortkritik überhaupt gerecht zu werden, denn die arbeit des Autoren erhält somit nicht die nötige wertschäzung wenn nur schnelle beiläufige antworten gegeben werden die mehr einer persönlichen Meinung gleichen, als einem sachlichen auseinander setzen mit dem text
    ich habe beobachtet das gedichte mit ausführlichen kritiken, sehr oft sehr eingehend besprochen werden, da es viele punkte gibt die abgehandelt und hinterfragt werden können.

    Handelt es sich um eine konstruktive Kritik? Werden Möglichkeiten aufgezeigt oder Vorschriften gemacht?
    konstruktive Kritik sehe ich hier sehr selten, oft sind es nur beweihräuchernde Kommentare die beipflichten wie gut etwas gelungen ist, mit hinweisen auf Rechtschreibfehlern um überhaupt am text orientiert zu antworten, oder hinweise auf andere dichter und deren werke womit man die Individualität des Autoren überhaupt nicht berücksichtigt "guck mal wie Goethe das handhabt, guck mal was Schiller dazu geschrieben hat, ich hab keine lust was zu formulieren, hier ist ein link der gleich wieder moderativ gelöscht wird, schade für dich"
    Möglichkeiten kann man in kurzen kritiken nicht aufzeigen, da sich Möglichkeiten immer auf etwas aufbauen wie einer eingehenden textarbeit um seinen Standpunkt zu untermauern um überhaupt auf das Verständnis des Autoren zu treffen, ohne dass der sagt "ok schade, dann vielleicht beim nächsten gedicht dass ich schreibe" das eigentliche gedicht das kritisiert wird, wird oft gar nicht mehr überarbeitet weil überhaupt nicht klar heraus gelesen wird was verlangt wird ohne Vorschriften zu machen, sondern Möglichkeiten darzustellen

    Wurde die Kritik verständlich formuliert? Inwieweit hat sich der Kritiker auf das Textniveau eingestellt?
    was ist verständliches formulieren? wenn ich jemanden schreibe das Assonanzen schön gelungen sind und derjenige nicht mal weiß was Assonanzen sein sollen da es ohne Beispiele nur geäußert wird, oder wenn ich schreibe das ein umarmender reim ohne reimmuster Darstellung vorhanden ist wie bei a,b,b,a ohne darauf einzugehen das a das umarmende Moment ist, frage ich mich ob man nicht auch a,a,a,a als umarmend durchgehen lassen könnte oder ob in dem falle nicht sogar von einem ausschliessenden reim gesprochen werden kann, da der b -reim den a-reim ausgrenzt
    das einstellen des Kritikers auf das textniveau sollte meiner Meinung nach immer hoch sein, denn ich unterstehe mich irgendeinem text zu unterstellen dass er kein Niveau hat, bis nicht an textarbeit in hinsicht auf Kritik herausgestellt wird, dass es kein Niveau gibt auf dessen Basis man eine Kritik bzw eine Diskussion abhalten kann, ansonsten wäre es ein herablassen auf das Niveau und von dem zug springe ich dann lieber schnell ab, weil es keiner seite hilft
    ebenso wenig hilft es kleine rethorische fallen in kritiken/kommentaren zu stellen, anhand dessen man sich am Kritiker aufgeilen kann um ihn bloß zu stellen mit haltlosen Aspekten oder Gegenüberstellungen

    Wie hoch ist das fachliche Niveau der Kritik? Werden beispielsweise Fachtermini korrekt benutzt und weniger gängige ggf. präzise erläutert oder werden Fremdwörter willkürlich durcheinander geschmissen, sodass der Lehrgehalt zum Leergehalt wird?
    das fachliche Niveau sollte hoch sein, selbst wenn der Kritiker fachlich nicht die korrekten ausdrücke benutzt, denn selbst dann kann man jemadem helfen sich zu verbessern. der Wissensstand des Kritikers darf hinterfragt werden und korrigiert werden, denn ohne sich selbst überhaupt zu trauen fehler zu machen kann man kaum hilfe erwarten
    der ton der antwort darauf spielt oft eine viel größere rolle. wird man nett auf fehler hingewiesen in seiner Kritik oder wird man belächelt und sogar konkret angegriffen nur weil man nicht perfekt ist in seinen aussagen? oft wird meine eigene Kritik zum hauptthema und das auf derart herablassende art und weise, dass ich mich frage was gerade im Vordergrund steht. das geht oft sogar fern der Kritik und nahe an redundanz gegenüber meinen weiteren geäußerten worten in Anbetracht einer sonst schlüssigen Kritik
    aber zum glück wird hier Kritik als allgemein benannt und nicht auf mich abzielend
    obwohl Moment, ganz zu beginn in #1 fiel ja mein Name, mal wieder
    entweder bin ich größenwahnsinnig oder ich hab eine Führungsposition da man ja anscheinend schwer ohne mich mit hinein zu ziehen argumentieren kann, ich möchte fast behaupten Zuviel der Ehre
    lg die EDIT
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  9. #9
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    Eine Kritik auf hohem analytisch-literaturwissenschaftlichen Niveau ist wahrscheinlich den wenigsten Foristen möglich (sollte ich jemandem jetzt zu Nahe treten, fühle er sich bitte nicht angegriffen )! Im Sinne einer fundierten, dem Autor weiterhelfenden Kritik ist eine ausführliche Textarbeit - auch ohne Fachtermini - wohl unerlässlich; einzig der Faktor Zeit könnte da vielen einen Strich durch die Rechnung machen.

    Reine Lobhudelei liest wohl fast jeder Autor mitunter auch gerne, es ist nur immer die Frage, inwiefern die Ausrichtung des Forums auf diese "ich gebe ein Like"-Mentalität hier passt; das wissen andere bessere als ich.

    Ansonsten stimme ich Mythenfreund im Wesentlichen absolut zu!

  10. #10
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    Gegen eine ausführliche und sachlich fundierte Kritik ist sicherlich nichts einzuwenden - ob eine solche Kritik auch immer angebracht ist...das ist eine andere Frage. Ich selbst lehne eine all zu technische Herangehensweise in Sachen Lyrik ab- nach meinen Beobachtungen geht dabei die Leichtigkeit, die gute Lyrik mE auszeichnet, verloren...sofern sie überhaupt vorhanden war. Klar versetzt die Technik so manchen in die Lage ganz brauchbare Gedichte zu schreiben...obwohl ihm/ihr das ansonsten gar nicht im Blut liegt. Aber wie gesagt...man spürt das auch sofort...bzw ich meine das herauslesen zu können.
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  11. #11
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    Hi,

    für mich hat eine Kritik hier im Forum immer auch die Aufgabe, den Dichter zu ermutigen. Ich lese allzu viele "Kritiken" hier, in denen das Gegenteil passiert. Dies vorausgesetzt bin ich gegen Kritiken, die als Aufsummierung von "Fehlern" daherkommen. Ich will auch gar nicht verhehlen, dass ich dabei auch unsere Großkritiker Mythenfreund und Anti Chris im Blick habe. Wenn man eine solche umfangreiche Fehlerliste erhält, ist die betrübte Dichterseele nicht dankbar sondern wütend oder gelähmt, weil sie gar nicht mehr weiß, wo sie mit ihren Korrekturen überhaupt anfangen soll. Etwaig mitgegebene Änderungsvorschläge machen die Sache oft nicht besser, besonders dann nicht, wenn sie darauf hinauslaufen, dass das ganze Gedicht umzuschreiben ist. Damit signalisiert man dem Kritisierten nur, dass er es nicht kann.

    Der Forderung nach Ausführlichkeit einer Kritik stimme ich daher ausdrücklich nicht zu, wenn Ausführlichkeit meint, dass auf alle Aspekte eines Gedichtes eingegangen werden soll. Ich plädiere stattdessen dafür, dass exemplarisch kritisiert wird. Das heißt, die Suppe wird nicht nach Haaren durchgesiebt, sondern es werden ein oder zwei grobe Fehler beispielhaft und im Detail besprochen.
    Die dankbarsten Gegenstände der Kritik sind in meinen Augen deshalb die mittelprächtigen Gedichte, die eigentlich ganz ok sind, aber ein, zwei Schwächen haben, die den Gesamteindruck trüben. Wenn man als Kritiker auf diese Fehler hinweist, kann man dem Dichter, der Dichterin wirklich helfen. Vollkommen missratene Texte einer umfassenden Fehleranalyse zu unterwerfen bringt dagegen niemanden weiter.

    Bei den wenigen wirklich guten Gedichten sollte die kleinteilige Arbeit am Text ergänzt oder ersetzt werden durch eine Interpretation. Denn gute Gedichte weisen jene Mehrschichtigkeit auf, die zur Auslegung herausfordert. Dieses Sinnpotenzial zu heben, ist eine weitere Aufgabe des "Kritikers".

    So dacht ich
    Onegin
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  12. #12
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    Ich lese allzu viele "Kritiken" hier, in denen das Gegenteil passiert. Dies vorausgesetzt bin ich gegen Kritiken, die als Aufsummierung von "Fehlern" daherkommen. Ich will auch gar nicht verhehlen, dass ich dabei auch unsere Großkritiker Mythenfreund und Anti Chris im Blick habe.
    und da stellt sich mir die frage ob man meine kritiken eigentlich wirklich liest denn bisher habe ich selten fehler aufgezeigt, nur sehr eingehende Interpretationen gegeben und verständnisfragen gestellt.
    wobei im näheren betrachten auch kleinere mängel dabei waren, die ich aber nie als fehler angesehen habe, sondern nicht erkannt habe in welchem bezug sie gestellt waren
    ich halte mich fern davon fehler anzusprechen, da sich ja anscheinend nur die wenigsten tatsächlich verbessern möchten
    und an texten wird ohnehin nicht mehr nachträglich viel gearbeitet, also verschwende ich meine Energie darauf nicht, zudem würde man mich noch weniger respektieren wenn ich damit anfangen würde, wo ich selber weiß das Rechtschreibung und interpunktion eine große schwäche von mir sind

    Ich plädiere stattdessen dafür, dass exemplarisch kritisiert wird. Das heißt, die Suppe wird nicht nach Haaren durchgesiebt, sondern es werden ein oder zwei grobe Fehler beispielhaft und im Detail besprochen.
    dir ist es also lieber wenn ich 8 mal in dein gedicht poste und dir jedesmal 2 weitere fehler aufzeige, wenn ich das denn tun würde, anstatt einmal alles anzusprechen was ich sehe, damit du sofort auch diese sachen mit einbeziehen kannst, ohne auch die vorarbeit erneut zu überdenken, falls dadurch logische Aspekte des gedichtes zerrüttet werden?
    ich käme mir schon nach dem 3ten mal fehler aufzeigen vor als würde ich ausschliesslich nur zum meckern vorbei kommen und wer weiß, beim 4 mal sehe ich vielleicht schon gar keine "fehler" mehr, weil mir dein text dann ohnehin nichts mehr gibt dass sich zu lesen lohnt

    meine kritiken sind keine Richtlinie, zudem hat bisher auch noch niemand meine kritiken zum umarbeiten für voll genommen
    selbst dr.karg hat seinen fehler provozierend noch verschlimmert als ich ansprach das "die beide" klein geschrieben wird und ein "BEIDE" daraus gemacht
    ein erwachsener mann der trotzig reagiert wie ein kleines Kind
    und das ist leider die Mentalität des gesamten Forums
    von daher weigere ich mich fehler aufzuzeigen, würde ich das tun würde man nicht die hilfe dahinter sehen, sondern ausschliesslich dass ich es bin der kritisiert und man kommt auch ausschliesslich darauf hin in meine gedichte um nach fehlern konkret zu suchen, selbst wenn man dafür den Kontext meiner gedichte auseinander reißen muss, aber auch damit gehe ich erwachsener um als einige

    Bei den wenigen wirklich guten Gedichten sollte die kleinteilige Arbeit am Text ergänzt oder ersetzt werden durch eine Interpretation.
    und da stellt sich mir die frage ob man meine kritiken eigentlich wirklich liest denn bisher habe ich selten fehler aufgezeigt, nur sehr eingehende Interpretationen gegeben
    ich antworte eigentlich nur auf gedichte die ich als gut betrachte oder die mich in irgendeiner weise ansprechen
    würden sie mich nicht ansprechen, würde ich mich eher fern halten und die fehler Behebungen anderen überlassen
    wie kritikern die mit kurzen aufzählungen ausschliesslich fehler aufzeigen und dann verkünden das im eigentlichen gar nichts vermittelt wurde
    wenn das hier die gewünschte art ist, werde ich meine kritiken eventuell überdenken, ich bin noch am beobachten
    allerdings schreibe ich eigentlich zu gerne und zu ausführlich als dass ich andere derart nebensächlich einfach nur abhandeln möchte


    Im Sinne einer fundierten, dem Autor weiterhelfenden Kritik ist eine ausführliche Textarbeit - auch ohne Fachtermini - wohl unerlässlich; einzig der Faktor Zeit könnte da vielen einen Strich durch die Rechnung machen.
    da stimme ich dir zu,
    aber dann schreibt man eben mal eine ausführliche zeitaufwendige Kritik, anstatt 20 Schnellschusskritiken nebenbei, die nicht mal annähernd am Sinngehalt und Inhalt eines textes kratzen oder diesen hinterfragen
    wer hetzt denn hier? alle rennen durch die gedichte und posten so schnell es geht, wie wäre es mal mit etwas Entschleunigung?
    der alltag ist doch schon rasant genug
    ich bin nicht hier um alles schnell schnell abzuarbeiten und ich arbeite sogar noch Vollzeit und nehme mir trotzdem die zeit abends zu "kritisieren"
    bei mir liegt es im Moment eher an der lust die mich verlässt, fast alle schreien nach kurzen kritiken und das man diese respektieren und tollereieren soll und dafür ist jedes respektlose und intolerante mittel recht
    egal wie abwertend und beiläufig fällt immer mein Name im negativen sinne wenn es um kritiken geht
    ich habe kein Problem mit meinen kritiken, fragt euch lieber wo ihr eures habt
    Geändert von Mythenfreund (04.01.2020 um 04:05 Uhr)
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  13. #13
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    Hi

    mythenfreund,

    ich habe mit zwei Sätzen kritisiert und Du schreibst diese ganze Suada zu deiner Selbstverteidigung! Das Urteil darüber überlasse ich dem Leser.
    Mir ging es im Kern um etwas anderes. Ich plädiere für mehr pädagogisches Fingerspitzengefühl und Mäßigung insbesondere im Umgang mit schwachen Texten. Denn ich meine auch schwache Texte und wenig kundige Autoren haben in diesem Forum ihren Platz.

    Jeder weiß, dass die Texte hier eingestellt werden, um Aufmerksamkeit, Liebe, Bewunderung, Verständnis, Wertschätzung zu bekommen. Das "zeig mir, wie ich es besser machen kann" ist dagegen eine große Ausnahme. Die Enttäuschung darüber, dass Kritik nicht angenommen wird, ist deswegen heuchlerisch. Der Kritiker muss mit Widerstand und Ablehnung rechnen. Diese Dünnhäutigkeit gegenüber Einwänden ist ein geradezu klassisches Merkmal von Künstlern, angefangen vom Hobbyschreiber bis zu Günther Grass.
    Love´s not Time´s fool W. S.

  14. #14
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    Vom Prinzip her finde ich es ja sehr schade, dass Kritiker hier an den Pranger gestellt werden, weil sie sich Mühe machen.

    LG AC
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  15. #15
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    Oh, ich hoffe, mein Beitrag wurde nicht als Teil des Prangers aufgefasst. Ich finde Mythenfreunds Ansatz, nur Gedichte zu kommentieren, die mir als Leser "gefallen" oder zumindest etwas sagen, sehr brauchbar. Ich schreibe ungern Verrisse / harte Kritiken, wenn ich nicht explizit darum gebeten werde, kritisch hinzusehen und selbst dann macht - wie Mythenfreund es schon ausführlich dargestellt hat - der Ton die Musik.

    Andererseits: Wenn jemand in einem Lyrikforum, das zumindest laut Grundregelwerk (so wie ich es verstehe), darauf ausgerichtet ist, vernünftige Textarbeit zu leisten, nur Schnellschüsse oder eine Aneinanderreihung von intimen Phrasen produziert, die als Gedicht fragwürdig sind, sollte er/sie zumindest sachliche Kritik ertragen. Andernfalls könnte man sich einfach eine Homepage basteln und dort kommentarlos seine Werke publizieren.

    Die Zeit, mich mit handwerklich schludrig bis schaurigen Texten zu beschäftigen, würde ich mir tatsächlich nicht einfach so nehmen. Das wäre vielleicht vor ein paar Jahren als Student noch anders gewesen.

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