Ach Herr, so hört ich mich einst klagen,
Du strafst die Welt an allen Tagen,
Schickst Not und Elend, Pestilenz,
Den Hunger und die Dekadenz.

Ach Herr, so tat ich weiter klagen,
Gib mir doch Antwort auf die Fragen,
Die quälen mich mit stetig Pein,
Warum soll dies Dein Wille sein?

Die Stille ließ mich fast verstummen.
Nur seelig schien mir, sind die Dummen.
Kein Echo schallt vom Weltall her,
Wir sind allein, so galubt ich sehr.

Und doch, ein Wärmeschaur bleibt,
Ein wenig Hoffnung in mir keimt.
Ich schau zurück auf die Epochen,
Da kommt es in mir hochgekrochen.

Es wurde besser, Stück für Stück,
Ich sehe es, bei klarem Blick.
Wir sind, bei Gott hier nicht allein.
Wir können frohen Mutes sein.

In dem Moment, so weis ich nun,
Vernahm ich Gott, verstand sein tun.

Martin Seidel 2020