1. #1
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    Wie nimmst du die Welt wahr?

    Ich bin Atheist, ich glaube an nichts, ich habe manchmal Depressionen.
    Dazu der Kommentar meiner Frau:
    Kein Wunder, dass du Depressionen hast, wenn du an gar nichts glaubst.

    Nach einer langen Schrecksekunde habe ich mich hingesetzt und
    folgendes Gedicht geschrieben:

    Siehst du die Welt so wie sie ist,
    dann bist du ein schlechter Christ.
    Traurig schleichst du durch das Leben,
    kann es denn nichts Bess'res geben?

    Himmel, Kirch' und Gottessohn,
    versprechen dir manch reichen Lohn.
    Alles kann man schön sich lügen,
    es wird sich dann zum Ganzen fügen.

    Das Heil schmeißt sich an dich heran,
    weis es nicht ab, nimm es doch an.
    Da wirst du gänzlich eingelullt,
    wer traurig ist, hat selber schuld.

    He Leute, im Dom von Köln ruhen die Gebeine der Heiligen Drei Könige.
    Auch das glaube ich nicht, es ist ein Elend mit mir!

  2. #2
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    Verstehe ich vollkommen. Meine Gebeine ruhen auch schon irgendwo aber ich habe noch Mitleid mit den Leuten die glücklich sind weil sie glauben, da die niemals merken werden wie traurig es ist wenn gar nichts mehr traurig ist. Und da springst du dann hervor und zeigst der Welt was sie übersehen hat.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  3. #3
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    lieber alfredo

    wenn man alles glauben soll,was hier so geschieht,bekommt man wirklich depressionen.
    das ist mal wieder ein gedicht in meinem sinne. es steht viel wahrheit drin.

    ich glaube auch nur was ich sehe
    und was geschieht in meiner nähe
    es ist ein elend auch mit mir
    doch leider kann ich nichts dafür

    dir einen schönen abend

    liebe grüsse margot
    Geändert von Margot (14.01.2020 um 00:34 Uhr)

  4. #4
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    Hallo Terrorist, danke für deinen Kommentar, da steckt viel tiefsinnige Ironie drinnen.

    Hallo Margot, der Gedanke, dass man auch Depressionen bekommen kann, wenn
    man zuviel glaubt, ist sehr faszinierend. Da schlummert viel Weisheit in den Zeilen.

    Ein gutes neues Jahr wünscht euch allen

    Allfredo

    Mein Wahlspruch für 2020:
    Wirft der Arsch auch Falten, wir bleiben doch die Alten.

  5. #5
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    Ob mit oder ohne Glaube, wer am Ende auf ein erfülltes Leben zurückblicken kann...der hat vieles richtig gemacht.

    Der Glaube ist eine Art "Kiffen auf Rezept"...und tatsächlich sind das Christentum und Cannabis eng miteinander verbunden.

    Da auch ich kein gläubiger Mensch bin (ich wäre gerne einer, müsste dann aber meinen Verstand ausschalten), muss ich zu Ersatz-Drogen greifen.

    Studien beweisen...dass gläubige Menschen in der Tat glücklicher leben...als all die Gottlosen. Der Glaube federt ab und betäubt.

    Das Judentum ist 4000...das Christentum 2000 Jahre alt...die biblische Geschichte gibt es aber schon seit mindestens 4500 Jahren
    Und es ist auch keine biblische...sondern eine altägyptische Geschichte...dafür gibt es wissenschaftliche Beweise.

    Was vermutlich tatsächlich wahr ist...das ist der Exodus. Mit ziemlicher Sicherheit war Moses ein enger Verwandter des Pharaos Echnaton...den die Ägypter so sehr hassten...dass sie alles vernichteten...was an ihn hätte erinnern können. So liegt es auf der Hand...dass dessen Nachkommen oder sonstigen Verwandten auswanderten. Und ob Islam, Christen oder Judentum...alle erzählen sie im Prinzip eine Migrantengeschichte. Die Vertriebenen nahm ihre alten geschichten aus de Heimat mit und erzählten sie weiter...so wie das auch heutige Migranten tun.

    Und wer immer da in Köln betattet wurde...die Heligen drei Könige sind es nicht - versprochen!
    Geändert von AndereDimension (10.01.2020 um 17:58 Uhr)
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  6. #6
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    Kann man die Welt überhaupt wahrnehmen? Und wenn ja warum so allumfassend ohne dafür ein Wahrnehmungsorgan zu besitzen? Und hat Glauben etwas mit Wahrnehmung zu tun? Wie verarbeitest du alles zu einer "Welt" wäre wohl die Frage.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  7. #7
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    Nicht "kann"...man muss die Welt wahrnehmen...ob man will oder nicht. Wenn man ins Grab steigt...bleibt nur noch die Frage "wars schön, oder weniger schön?"-da spielt es dann keine Rolle mehr mit was man die Welt wahrgenommen hat - nur das "Wie" zählt. Ob Mutter Theresa, Adolf Hitler oder Mickie Krause...das persönliche Fazit könnte sehr ähnlich sein.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  8. #8
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    Das mit was(womit) und wie bedingen einander in einer mechanischen Hirnknochenoperation die sich als Welt bezeichnen lässt damit keine anderen Dimensionen berücksichtigt werden müssen. Und Modalverbdiskussionen bringen noch mehr als wenn Ferdi sich hier einschalten würde. Da hätten wir es dann auf die ganz verständliche Art aus der Quelle sozusagen. Aber danke für die Themenverschiebung in mein Ressort. Geht wohl doch drum wie man sich den Zwang schönredet.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  9. #9
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    So verkürzt wollte ich das nicht dargestellt haben. Das wäre in etwa so trivial...als wenn es um einen selbst ging. Willst Du jede Tür eintreten, die keine Klinke hat? Etwas Wirklichkeit werden lassen wollen...das in der Vorstellung nicht existiert...wär kleiner Idee...und was könnte/sollte das sein?!? Der Glaube bleibt immer nur ein Entwurf...so sehr man diesen auch mit Leben füllt. Tausend Architekten...aber kein Statiker in Sicht - da bricht irgendwann jedes Fundament weg
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  10. #10
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    Es freut mich, dass mein harmloses Gedicht eine kleine intellektuelle Diskussion ausgelöst hat. Es gibt natürlich mehr, als wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können. Zum Beispiel Radiowellen, die wir nicht spüren, Luft, die wir nicht riechen, Töne, die wir nicht von uns geben, das Spaghettimonster, das wir nicht sehen, obwohl es jeden Freitag an der Nudelmesse teilnimmt. Da bin ich mir ganz sicher.

    Was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, wird in elektrische Reize umgewandelt und im Gehirn zu einem Bild zusammengebaut. Wie sehr dieses Bild der Wirklichkeit ähnelt, wissen wir nicht. Das werden wir auch nie erfahren.

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