Thema: [Januarnebel]

  1. #1
    Registriert seit
    Dec 2005
    Ort
    südlich
    Beiträge
    988

    [Januarnebel]




    Minutenweise
    nur streifen Sonnenstrahlen
    gebündelt durchs Feld

    wo sich die neblige Luft
    schnell mit dem Atem vermischt




  2. #2
    Registriert seit
    Oct 2019
    Ort
    main-reim
    Beiträge
    127
    hallo Honigblume,
    das gefällt mir sehr, ein schönes Bild dicht verwoben, auch wenn sich's wie ein Satz liest, ich meine, das schadet ihm nicht,

    herzlichen Gruß und danke für dein Gedicht,
    saegefisch

  3. #3
    Registriert seit
    Dec 2005
    Ort
    südlich
    Beiträge
    988
    Hallo saegefisch!

    Hab lieben Dank für deine Zeilen zu diesem Satz! Ich wollte die Regeln des Tanka einhalten, wenigstens nach der allgemein fürs Deutsche festgelegten Silbenzahl. Ob’s als Tanka durchginge? Immerhin wechselt die Perspektive, das Bild, in den beiden letzten Zeilen vom Himmel zum Boden.

    Ja, es war am vergangenen 6. Januar, als ich am frühen Nachmittag in einem kleinen Tal spazieren ging. Während in der größeren Stadt nur wenige Kilometer entfernt und wo ich wohne, an diesem Tag die Sonne Oberhand gewonnen hatte, hielt sich in diesem Tal der Nebel zäh direkt über dem Boden. Er ließ die Sonne nur für Momente durchscheinen. Es war bisweilen schon eine eigenartige Stimmung, als manche Bäume oder Abschnitte im Feld im Nebel plötzlich hell beschienen wurden und im nächsten Moment wieder ergrauten.

    Diese Eindrücke wollte ich mit diesem Fünfzeiler festhalten (auf einen Dreizeiler, also ein Haiku oder Senryu, konnte ich meine Eindrücke nicht komprimieren).

    Es hat mich sehr gefreut, dass diese Zeilen dich ansprachen! 😊

    Herzlich
    Honigblume

  4. #4
    Registriert seit
    Oct 2019
    Ort
    main-reim
    Beiträge
    127
    Liebe Honigblume,
    ja, man spürt, dass du mit deinen Zeilen ein unmittelbares Erlebens in ein Gedicht gefasst hast, und wenn du es als Tanka geschrieben hast, ist es eins, wie gesagt, eher satzhaft, aber sehr weich, wie ein Nebel sich in eine Landschaft schmiegt, es tät mir leid, würdest du daran etwas ändern, es ist schön, wie es ist,
    liebe Grüße,
    saegefisch

  5. #5
    Registriert seit
    Dec 2005
    Ort
    südlich
    Beiträge
    988
    Hallo saegefisch!

    Lieben Dank, dass du nochmals zurückgekehrt bist zu diesem Fünfzeiler !

    Es freut mich sehr, dass du erspürt hast, dass diese fünf Zeilen von mir nicht einfach erdacht, sondern erlebt wurden.

    Ich unterschlug in diesem Tanka, dass mein Hund dabei war (es ist mein erster, ein kleiner Hund). Er ist noch kein Jahr alt, er sah das Reh nicht, das ca. 30 Meter von uns entfernt unseren Weg kreuzte. Ich nahm ihn dann lieber mal an die Leine, aber als wir die Stelle erreichten, wo das Reh den Weg überquert hatte, wurde er für einen Moment eher ängstlich …

    Man kann nicht immer alle Eindrücke in einem Gedicht festhalten, sondern muss sich reduzieren – und versuchen, die anderen, nicht verwerteten Erinnerungen zu speichern, vielleicht für später, für ein anderes Gedicht oder einfach für sich selbst. - Mein Hund kann nicht dichten, aber hat sicherlich auch etwas für sich festgehalten von diesem Spaziergang an diesem nebligen Tag im Januar 😊

    Und dann denke ich, dass ein Gedicht, in dem ein Hund eine (Haupt-)Rolle spielen würde, wohl am Geschmack der allermeisten Leser vorbeizielte. – Ach, zum Menschen und seiner Haltung, seiner Nähe, seiner Ferne zur Natur - und zu seinem seltsamen Verhältnis zu Hunden! - lässt sich so vieles sagen. Vielleicht auch in Gedichtform …

    Nochmals vielen Dank für deine zweite Antwort

    Herzlich
    Honigblume

    (PS: Es tut mir leid, dass ich dir nicht früher antworten konnte.)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden