1. #1
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    Eine kleine Liebesweise

    He du, ja du, ich meine dich,
    ich hab dir Wichtiges zu sagen.
    Ich schwöre dir, ganz sicherlich
    will ich mich nicht bei dir beklagen.

    Will endlich einmal sagen, was mir auf der Zunge brennt
    und finde heute wieder nicht die rechten Worte.
    Ich übe Sätze, mal piano, dann in forte,
    verflixt, ich bin doch sonst so ungeheuer eloquent.

    Doch wie gelähmt verharre ich, wenn du in meiner Nähe bist,
    erstarre, wenn dein warmer Atemhauch die Wange mir berührt
    und wünsch mir im Geheimen, dass mich deine rote Lippe küsst,
    das Schicksal uns auf Blumenwegen in den Garten Eden führt.

    Auf diesen Pfaden ins Elysium vernehmen wir
    die klarsten Klänge eines Lerchenchors aus weiter Ferne.
    Ich wollt, ich könnt so schön wie Orpheus singen; o wie gerne
    besänge ich mit Freude meine Liebe, die nur dir

    gehört und pflückt am Wegesrand
    die Blumen, die für dich nur blühen,
    sie brächten bald dein Herz zum Glühen,
    das endlich dann für mich entbrannt.
    Geändert von Festival (09.01.2020 um 22:23 Uhr)

  2. #2
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    Hey Festival, wie war das nochmal mit den mehr als tausend Worten? Mag sein, ein "ich liebe dich" streichelt die Seele. Das Blümlein und gemeinsame der Lerche Lauschen sind aber genauso schöne verbindende Momente.
    Ein formschönes Gedicht, bei dem nichts den Lesegenuss stört. Sehr schön finde ich die 4-hebigen Verse zu Beginn und Schluss, welche die langatmigeren einrahmen.
    S2: 7 6 6 7
    S3: 4x8
    S4: 4x7
    Diese Verslängen sind offensichtlich nicht zufällig entstanden, lesen sich leicht, und ohne drauf zu achten, bemerkte ich die Wechsel gar nicht. Trotzdem erlaube ich mir die Frage, warum du es so gemacht hast. LG gugol

  3. #3
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    Liebe Gugol,
    um fünf Uhr in der Frühe - Du scheinst wie ich so oft, die Nacht zum Tage zu machen.
    Erst einmal danke für das "formschöne" Gedicht! Das Wesentliche hast Du schon selbst genannt: Es scheint ein ganz und gar "symmetrisches" Gedicht zu sein:
    mmmm
    mmmmmmm
    mmmmmmmm
    mmmmmmm
    mmmm

    Ich vergleiche es einem riefen Atemzug, einem langen Seufzer, in dem im Goldenen Schnitt (das ist nach meiner Theorie die Stelle, die - mulipliziert man die Anzahl der Versfüße - 30 - mit o,618 auf den 19,5ten "Doch wie gelähmt verharre ich, wenn du in meiner Nähe bist,
    erstarre, wenn dein warmer Atem..."
    kommt. Hier "gipfelt" das Gedicht und dem langen Einatmen folgt das Ausatmen. Bei genauer Symmetrie wäre der 15. Versfuß die "Mitte" des Gedichts. Entgegen aller Strophen (kreuzgereimt) schließt die letzte mit einem umarmenden Reim, sozusagen einem achterlastigen Nebenschwerpunkt. (Meine "Theorie" über die Anwendung der Regel für die "Divina proportio" bedürfte einer längeren Abhandlung. Aber wenn man einem Schmetterling die Flügel ausreißt, ist er nicht mehr schön. Sollte Dich die Neugier anfallen, schreib ich Dir dazu mehr.
    Liebe Grüße,
    Festival

  4. #4
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    Das dachte ich mir, dass da ganz viel Konzept dahintersteckt und finde ich sehr interessant, lyrisch den goldenen Schnitt zu beachten. Ich mach mich selbst noch ein bisschen schlau zu den von dir angesprochenen Aspekten. Hohe Schule der Lyrik. Klasse und chapeau!
    LG gugol

  5. #5
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    Liebe Gugol,
    ich habe in der Literatur viel über den Goldenen Schnitt in der Kunst (in der bildenden) und der Natur gelesen, aber nirgends und nie etwas darüber, dass er auch in der Lyrik oder anderen Formen bewusste Anwendung findet. Meine Angebote an Studenten/Studentinnen fanden kein Echo. Dabei wäre es doch ein Klasse-Thema. Ich selbst habe viele Gedichte "überprüft", als ein Beispiel gebe ich Dir Goethes Mailied ("Wie herrlich leuchtet mir die Natur..."). Es ist sehr auffällig, dass (wenn man die Anzahl der Strophen zählt und die mit 0,618 multipliziert) man nach den Versen über die Natur sehr deutlich auf den Vers "O Mädchen, Mädchen, wie lieb ich dich", also den Schwenk auf das "Objekt der Begierde" liest. Das hat mich neugierig gemacht und weiteres Nachlesen erbracht sehr oft erstaunliche Resultate.
    Ob wir unser ästhetisches Empfinden sozusagen im Blut haben und ein Gedicht harmonisch empfinden, wenn es die Regeln des Goldenen Schnittes bewusst oder unbewusst befolgt - mal sehen, ob ich meinen alten Prof noch neugierig machen kann.
    Herzlichen Dank für Dein Lob!
    Liebe Grüße,
    Festival

  6. #6
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    hallo Festival
    der goldene schnitt wird mit 1,6 multipliziert und nicht mit 0,6, soweit ich weiß

    in der Floristik arbeite ich vieles im goldenen schnitt, der sich auf die Gesamtheit drittelt um den Schwerpunkt nicht zum optischen Ungleichgewicht zu bringen

    meißtens bezieht er sich nach meinem wissen auf ungerade zahlen
    3:5:7 bzw nach Berücksichtigung der Anordnung dann 5:3:7 da Haupt und nebengruppe immer beieinander stehen
    es gibt 3 gruppen welche sich in 7 als Hauptgruppe, 5 als gegengruppe und 3 als nebengruppe zur Hauptgruppe hinzustellen
    in der Lyrik ist mir die Anwendung noch nie begegnet, aber es sieht sehr spannend aus zumal mir auch die sprache gefällt die du in deiner Version benutzt

    an deinem Beispiel würde ich fast sagen, das 5 Strophen fast schon Zuviel des guten sind da es damit nicht mehr dem goldenen schnitt zuzuordnen ist, sondern eher optisch ein wellenförmiges muster aufweist

    mmmm 4
    mmmmmmm 8
    mmmmmmmm 9 zu 9 wäre der cut in den nebengruppen eigentlich eher bei 6 gelegen
    mmmmmmm 8
    mmmm4
    mmmmmmm gegengruppe

    mmmm nebengruppe
    mmmmmmmm hauptgruppe
    mmmm nebengruppe

    mmmmmmm gegengruppe

    das wäre der goldene schnitt aus meinem Verständnis heraus (das ist nur meine Ansicht aus der floristischen anwendung)
    zudem ist es mit ungeraden zahlen vermutlich einfacher zu bewerkstelligen? da sie schon eine gewisse asymmetrie mit je einem Mittelpunkt in sich tragen
    werden nur die worte gezählt oder sind es silbenbedingte zahlen die zum gebrauch kommen?
    das ganze ist sehr interessant ob es gut umgesetzt ist kann ich nicht sagen, da ich das zum ersten mal so sehe
    aber dein gedicht wirkt dennoch sehr authentisch, ich mag die sprache
    Geändert von Mythenfreund (08.01.2020 um 12:59 Uhr)

  7. #7
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    Moin Festival,

    ich verstehe deinen Rechenweg mit dem Goldenen Schnitt nicht.
    Von 30 Versfüßen auszugehen, weil du je Strophe nur eine Zeile berücksichtigst, scheint mir für die Berechnung eines Goldenen Schnitts nicht richtig zu sein, insbesondere weil Strophe 2 sowohl 7- also auch 6-hebige Verse aufweist.
    Dank an Gugol für das Zählen aller Versfüße, so kommen wir für dein gesamtes Gedicht auf 118 Versfüße.

    Berechnung des Goldenen Schnitts:
    Du hast dir den Major des Goldenen Schnitts (0,618) ausgesucht, das heißt: Die "weite" Strecke bis zum Goldenen Schnitt. Das lange Stück kommt also zuerst, dann folgt das kurze Stück.
    Der Major des Goldenen Schnitts liegt bei dir beim Versfuß 72,924, denmach also zwischen Gar- und -ten.

    Der Goldene Schnitt ist für mich in der Lyrik Neuland, für mein Verständnis sollte er aber formal auf das ENDE des Verses, idealerweise auf das Ende der gesamten Strophe fallen ODER mindestens inhaltlich einen markanten Punkt im Text markieren.

    Zur genauen Symmetrie: Die Mitte ist die Mitte, liegt aber wiederum nicht am 15. sondern am 59. Versfuß: "und wünsch" in S3V3.

    Zusammenfassend:
    An sich finde ich es ganz spannend, den Goldenen Schnitt in die Lyrik zu übertragen.
    Für meinen Geschmack ist dein Text formal aber kaum danach ausgerichtet.
    Die Symmetrie, die du hier so betonst, ist dabei aber gar nicht so wichtig, immerhin betont der Goldene Schnitt ja gerade ein asymmetrisches Verhältnis.
    Ich sehe anhand deiner Ausführungen eine inhaltliche Orientierung (Einatmen-Ausatmen), die aber durch deine falsche Rechnung nicht mit dem Goldenen Schnitt vereinbar ist.
    Hinzu kommt rein logisch, dass ein langes Einatmen auch ein langes Ausatmen bedingen würde, die Intervalle müssten also gleich lang sein und nicht in einem asymmetrischen Verhältnis wie der Goldene Schnitt.

    Inhalt:
    Der Inhalt deines Textes ist recht offensichtlich.
    Ich spare mir da eine Interpretation und möchte lieber noch anmerken, dass mir das Thema für dich recht ungewöhnlich vorkommt und ich deinen Text von der ersten Silbe an sehr parodistisch gelesen habe.

    LG AC
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  8. #8
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    Hallo Mythenfreund,
    mit dem Goldenen Schnitt hat die Größe, Höhe oder Gesamtlänge eines Objekts erst einmal gar nichts zu tun. Der Goldene Schnitt sagt etwas über die Proportionen aus (proportio divina). Wenn ich eine Strecke gemäß der Formel für den Goldenen Schnitt teile, dann gilt, dass das Verhältnis der Gesamtstrecke zum größeren Teil der Strecke das gleiche ist, wie das Verhältnis der größeren Strecke zur kleineren.
    Nehme ich der Einfachheit halber (ich bin kein Mathematiker) eine Gesamtstrecke von 1000 (Millimeter, Zentimeter, Meter, Kilometer oder Meilen) ergeben sich zwei Teilstrecken, einer größeren und einer kleineren. Das Verhältnis der Gesamtstrecke zu der größeren Teilstrecke ist dasselbe wie das Verhältnis der größeren zur kleiner Teilstrecke. Das ist der Fall, wenn bei der Gesamtstrecke (1000) die größere Teilstrecke 618, die kleinere 382 ist. Teile ich nun die Gesamtstrecke durch 618, komme ich auf rund 1,618; teile ich die größere Teilstrecke (618) durch die kleinere (382), komme ich ebenfalls auf die Zahl 1,618.
    Gehe ich umgekehrt an eine Gesamtstrecke heran (hier der Einfachheit halber 1000) und teile sie durch 1,618, erhalte ich rund 618.
    Die größere Strecke misst bei einer Gesamtstrecke also 618; das drücke ich mal so aus: Der Goldene Schnitt liegt also bei 1000 Gesamtstrecke bei 618 Tausendstel (= 0,618). Jetzt kann ich jede beliebige Gesamtstrecke nehmen und mit 0,618 multiplizieren und kenne das Maß der größeren Teilstrecke.
    Beispiel: Nimm einen normal gewachsenen Menschen mit einer Körperlänge von 1,75 m. Multipliziere die 1,75 m mit den ominösen 0,618, dann kommst Du auf rund 1,08 m. Vom Boden gemessen müsste bei 1,08 m der Goldene Schnitt markiert werden (muss er aber nicht, weil die Natur vorgesogt hat und genau da den Bauchnabel platziert hat.
    Nimm ein beliebiges Landschaftsfoto oder -gemälde. Miss die Breite des Bildes (sagen wir 60 cm) und multipliziere die 60 cm mit 0,618 und Du wirst bei einem harmonisch wirkenden Bild bei ca. 37 cm vom Rand aus gemessen etwas besonderes, z.B. einen Baum, einen Kirchturm o.ä. finden.
    So, und nun "meine" Vermutung: Bei harmonisch (gut proportionierten) gestalteten Gedichten gibt es auch einen Goldenen Schnitt. Sagen wir, es hat neun Strophen. Nach meiner "Theorie müsste also in der (9 x 0,618 = 5,56, aufgerundet 6) sechsten Strophe - im Goldenen Schnitt Außergewöhnliches, Besonders "passieren")

    Wie herrlich leuchtet
    Mir die Natur!
    Wie glänzt die Sonne!
    Wie lacht die Flur!

    Es dringen Blüten
    Aus jedem Zweig
    Und tausend Stimmen
    Aus dem Gesträuch

    Und Freud' und Wonne
    Aus jeder Brust.
    O Erd', o Sonne!
    O Glück, o Lust!

    O Lieb', o Liebe!
    So golden schön,
    Wie Morgenwolken
    Auf jenen Höhn!

    Du segnest herrlich
    Das frische Feld,
    Im Blütendampfe
    Die volle Welt.

    O Mädchen, Mädchen,
    Wie lieb' ich dich!
    Wie blickt dein Auge!
    Wie liebst du mich!
    .......bis zum Ende der fünften Strophe: Natur, Natur, Natur und dann " O Mädchen..."

    So liebt die Lerche
    Gesang und Luft,
    Und Morgenblumen
    Den Himmelsduft,

    Wie ich dich liebe
    Mit warmem Blut,
    Die du mir Jugend
    Und Freud' und Mut

    Zu neuen Liedern
    Und Tänzen gibst.
    Sei ewig glücklich,
    Wie du mich liebst!

    In meiner Antwort an Gugol habe ich nicht die Versfüße, sondern die Verse gezählt. Zähle ich die Versfüße, komme ich fast zum gleichen Resultat. In einem Werklein von mir habe ich es auf die Spitze getrieben und das Zusammenbasteln einer Göttinnen-Statue beschrieben, die Worter gezählt (das betreffende Teilstück meines Gedichts war in freien Rhythmen geschrieben) und die Gesamtzahl der Wörter mit 0,618 multipliziert und - das betreffende Wort heißt "Nabel". Ein Fehler ist mir allerdings unterlaufen: Ich habe nicht vom Boden, sondern vom Scheitel gemessen - aber das war auch noch am Anfang meiner "Karriere".

    Lieber Anti Chris,
    (dies ist eine Berichtigung dam Claudis scharfen Augen). Ich habe mir beim Zählen der Versfüße selbst ein Bein gestellt.
    Es sind insgesamt 120 Versfüße. Fie mit 0,618 multipliziert ergibt ca. 74. Die entsprechende Stelle liegt also beim 74ten Versfuß = Garten Eden. Womit Du Recht behältst. Erspar mir bitte die Wiederholung dessen, was ich Mythenfreund gerade zu verklickern versuchte.
    Das Gesicht - für mich "ungewöhnlich"? Andere User sagen mir, ich solle neben Liebesgedichten auch mal was anderes schreiben.
    Was das Ein- und Ausatmen angeht: Ich hole tief Luft und dann entlasse ich sie, als wenn man in einen aufgepumpten Schlauch ein Loch schneidet.

    Ich danke Euch beiden für die intensive Beschäftigung mit meinem Werklein!

    Liebe Grüße,
    Festival
    Geändert von Festival (09.01.2020 um 04:51 Uhr)

  9. #9
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    Hi Festival,

    oblgeich ich als bekennender fan deiner dichtkunst bekannt bin, muß ich hier einräumen, daß mich dieses werk jenseits seiner beeindruckenden äußeren architektur nicht so sehr überzeigt. ganz problematisch sind dabei die letzten sechs verse, in denen dir sinn und grammatik sprachlich aus den händen gleitet. das verb "plückt" und was davor und danach steht, ist ein hauptteil des anstoßes. auch die eine oder andere satzstellung und elision weist darauf hin, daß die form den inhalt überwältigt, wo sie ihn doch stützen sollte (beispiel letzter vers).

    lg W.
    Keine Signatur ist auch eine. Die andere wurde gelöscht.

  10. #10
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    Lieber Anti Chris,
    wahrscheinlich hast Du die Versfüße genommen und ich die Verse. Aber egal, der Garten Eden wäre auch eine hübsche Stelle. Erspar mir bitte die Wiederholung dessen, was ich Mythenfreund gerade zu verklickern versuchte.
    Lieber Heinz,

    Du schriebst anfangs, Du hättest die Versfüße gezählt, was anscheinend ein Verschreiber war, weil Du jetzt sagst, Du meintest Verse. Wie kommst Du aber auf 30? Ich zähle nur 20 Verse und da sollte der Major des goldenen Schnittes etwa bei 12,4 liegen?

    LG Claudi
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  11. #11
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    hallo festival, ich bin ein freund der freien interpunktion - einer interpunktion, die sich den regeln der grammatik entzieht. allerdings nur dann...wenn ich dahinter einen masterplan entdecken kann...ein stilmittel..eine strategie - nenn es...wie du willst.
    davon kann ich hier nichts erkennen - mir scheint...hier handelt es sich einfach nur um eine "schwäche". schade...denn ein text...der nicht gelesen werden kann...ist für die katz.

    unabhängig davon:

    1. wenn die eine lippe rot ist...welche farbe hat dann die andere?
    2.
    das endlich dann für mich entbrannt
    ...was wolltest du hier zum ausdruck bringen?


    gruß, a.d.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  12. #12
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    Beides ist korrekt:
    vom kleineren zum grösseren Abschnitt (1+ √5) / 2 = 1.62 fach rechnen
    vom grösseren zum kleineren Abschnitt: (√5 - 1) / 2 = 0.62 fach rechnen

    @ AD: Wo siehst du Regelwidrigkeiten in der Interpunktion?

  13. #13
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    Lieber Walther,
    nicht immer gelingt ein großer Wurf und Deine Kritik ist immer bedenkenswert. Also werde ich mir mein Geschreibsel noch einmal mit kritischen Augen anschauen.

    Liebe Ckaudi,
    Du hast Recht! Bei der ganzen Zählerei habe ich den Überblick verloren. Danke für Dein scharfes Auge!

    Hallo AD.,
    Schwächen zuzugeben gehört zu meinen Stärken. Bei meiner Interpunktion, ich mag mich irren, erkenne ich keine Fehler.
    Was "die Lippe" angeht: Im oben zitierten Mailied (Goethe) heißt es in einem Vers "Wie blickt dein Auge", und kein Mensch außer Dir vielleicht käme auf die Idee zu fragen: Und wie blickte das andere Auge oder hat sich das LI in eine Einäugige verguckt.
    Man nennt solche Sprachfiguren ("die Segel" für Boote) "pars pro toto" und Deine Frage nach der Farbe der anderen Lippe ist neckisch aber überflüssig. Die letzte Strophe und der letzte Vers der voran gegangenen müssten korrekt ausgeschrieben so lauten

    besänge ich mit Freude meine Liebe, die nur dir


    gehört und pflückt am Wegesrand, (und würde dann am Wegesrand ... Blumen pflücken)
    die Blumen, die für dich nur blühen,
    sie brächten bald dein Herz zum Glühen,
    das endlich dann für mich entbrannt. (das endlich dann für mich entbrennen würde)

    Sowohl beim "pflückt" als auch beim "entbrannt" könntest Du mir mit Recht einen zu leichtsinnigen Gebrauch des Konjunktivs vorwerfen und - ich könnte damit leben.

    Liebe Gugol,
    danke für beide Bemerkungen.

    Liebe Grüße an alle,
    Festival
    Geändert von Festival (10.01.2020 um 16:10 Uhr)

  14. #14
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    Zitat Zitat von Gugol Beitrag anzeigen
    Beides ist korrekt:
    vom kleineren zum grösseren Abschnitt (1+ √5) / 2 = 1.62 fach rechnen
    vom grösseren zum kleineren Abschnitt: (√5 - 1) / 2 = 0.62 fach rechnen

    @ AD: Wo siehst du Regelwidrigkeiten in der Interpunktion?

    Ich hatte Dir ausführlich geantwortet, bevor mir dann der PC abschmierte.

    Es geht vor allem um diese Passage:

    o wie gerne
    besänge ich mit Freude meine Liebe, die nur dir

    gehört und pflückt am Wegesrand,
    die Blumen, die für dich nur blühen,

    sie brächten bald dein Herz zum Glühen,
    das endlich dann für mich entbrannt.

    Vielleicht fällt es dir von ganz alleine ins Auge...anonsten melde ich mich morgen nochmal ausführlicher zu Wort.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  15. #15
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    Hallo AD,
    Dein scharfes Auge hat das überflüssige Komma erkannt. Ich habe es eliminiert und bin dankbar für jede berechtigte Kritik.
    Was die Lippe angeht - hier noch ein weiterer "Beleg": "...es küsst sich die Lippe der zweiten, wie kaum sich die Lippe der ersten geküsst."
    Ich bin gespannt, ob meiner Einsicht hinsichtlich der Interpunktion eine weitere folgt.
    Festival

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