6. Der König

"Ich hatte mal einen Sohn der heute so aussehen könnte wie du, sein Name war Bertram".

Ich sah Bertram an und merkte wie sich sein Gesicht verzerrte und Tränen in seine Augen stiegen.
"Ich, ich, ...Vater, ich bin Bertram, ... euer Sohn der euch so vermisst hat".
Er öffnete die Arme und auch der Gärtner Kunibert, der eigentlich ein König war, breitete weit seine
Arme aus. Beide umarmten und herzten sich ausgiebig.
Eine lange Unterhaltung schloss sich an."Und warum arbeitet Ihr hier als Gärtner lieber Vater ?"
"Weißt du Sohn, deine Mutter liebte so sehr die Blumen, vor allem Hibiskusblüten, das ich ihr auf diese Weise nah sein wollte, wenn ich schon für Arab als Leibeigener arbeiten musste. Aber wie seit ihr beiden Jungs eigentlich hier her gekommen ?"

"Verzeiht mir Vater, wir haben uns aus Neugier in deine Schatzkammer geschlichen und dort diesen Zaubergürtel entdeckt und ausprobiert".
"Gut, sehr gut Sohn, dann können wir hier ja ganz einfach weg".
"Majestät" sagte ich,"Arab hat meine Tasche und darin ist oder war der Gürtel. Ich fürchte er hat ihn längst entdeckt und wird uns ihn kaum herausgeben".
"Ach Heinrich, weder braucht Arab einen Zaubergürtel, noch kann er ihn überhaupt nutzen. Der Gürtel funktioniert nur bei seinem rechtmäßigen Besitzer oder dessen Angehörigen." Bertram fiel ihm ins Wort: "Dann ist mir klar warum der turkmenische Dieb meine Mutter mitnehmen musste".

Kunibert überlegte kurz und sprach "es wird wohl so gewesen sein. Doch jetzt sollte Heinrich, der kluge Bub, zu Arab gehen und ihm den Gürtel wieder abjagen".

Ich ging also wieder ins Haus und unter der Begleitung eines Dieners konnte ich zu Arab gehen.
Wie ich es mir dachte hatte er meine Tasche bereits ausgeräumt und sich am Zaubergürtel zu schaffen gemacht. "Nun Bengel bevor ich euch meinen Arbeitern zuteile , zeig mir mal was dieses Teil so alles kann", sprach er und winkte mich zu sich".
"Verehrter Herr Zauberer, keiner dem der Gürtel nicht rechtmäßig gehört kann seine Dienste in Anspruch nehmen, also auch ich nicht". Er wußte ja nicht, das ich mit Bertram und dem König verwandt bin. "Wie kann mir dieses blöde Ding also irgendwie dienlich sein ?"
Ich habe da eine Idee". "So,So, raus damit !" "Ich könnte, natürlich nur zusammen mit Herzog Bertram, zu unserer Schatzkammer reisen und blitzschnell mit einer Menge Silberlingen wieder zurück sein. Natürlich würde ich damit uns und auch Kunibert auslösen". Arab überlegte kurz.
"Silberlinge, Silber hab ich Säckeweise, Gibt es keine Diamanten in eurer Schatzkammer ?"
"Ja schon, ...eine Handvoll könnte ich dort wohl finden". "Zwei Hände voll und der Deal gilt".

Ich unterrichtete die beiden im Garten. Bertram und ich machten uns auf geübter Weise auf den Weg. Wir waren also wieder in der Schatzkammer unseres Schlosses. In einer Schale lagen etwa 100 recht große Diamanten. Jeder von uns steckte welche in seine Hosentasche und ich konnte es kaum glauben, so wie wir Edelsteine entnahmen füllte sich die Schale gleich wieder auf. Wir lachten und griffen noch einige Male mehr zu als nötig war.
Plötzlich hörten wir Stimmen vor der Kammertür. "Bleib hier stehen Soldat und lass keinen hier hinein". Als das Schloss Geräusche machte, standen wir schon hinter dem Vorhang und verhielten uns still. Nur der Vormund sprach leise vor sich her. "Die dummen Bengels haben sich mit dem Gürtel aus dem Staub gemacht. Ich hoffe sie stellen den Schalter nicht auf 'Dawhat Matrah', sonst treffen sie nachher noch auf Bertrams Mutter, die ich da an den Sultan verkauft habe".
Am liebsten hätte Bertram wohl diesen Betrüger mit der Gürtelschnalle erschlagen, doch ich konnte ihn zurück halten. Als wir wieder alleine waren rätselten wir ob vielleicht die freundliche Küchenfrau im Palast des Sultans die Königin, also Bertrams Mutter, sein könnte.
Wir beschlossen dann zu erst den König und danach zusammen die Königin auszulösen.
Wieder stellten wir uns Rücken an Rücken und ich stellte den Gürtel auf Tabuk.