Thema: Heulsuse

  1. #1
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    Heulsuse

    Der Fähigkeit zu tränen beraubt,
    schleiche ich nun durch die Tage,
    nicht wie früher, gekrümmt das Haupt,
    jedes Wort scheint eine Klage.



    Hallo ihr lieben. Das ist mein erstes Gedicht, das ich veröffentlichen möchte. Ich hätte gerne ein wenig Feedback :)

  2. #2
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    Hallo Septus

    Erstmal herzlich willkommen in unserem Forum.
    Über Feedback freut sich hier übrigens jeder��
    Hab dein Gedicht jetzt mehrfach gelesen und finde es eine Interessante Idee.

    Was mir fehlt ist ein wenig der Hintergrund.
    Warum ist der Heulsuse die Fähigkeit zu weinen genommen wurden? Von wem oder was?
    Scheinbar hat sie gerne geweint, sonst würde sie nicht durch die Tage schleichen.
    Scheinbar hat sich auch etwas an ihrer Haltung verändert. Nicht mehr gekrümmt.
    Klingt fast ein wenig (ich hoffe ich liege jetzt nicht komplett falsch) als wenn jemand unter Depressionen gelitten hat und in Therapie gekommen ist und nun Antidepressiva nimmt (vielleicht der Grund der beraubten Fähigkeit zu tränen). Aber scheinbar hilft es trotzdem nicht wenn immer noch jedes Wort wie eine Klage ist.

    Ich persönlich würde die Letzte Zeile umstellen.

    Anstelle von

    Jedes Wort scheint wie eine Klage

    Würde ich schreiben

    Scheint mir jedes Wort, wie eine Klage.

    Da du dann nochmal den direkten Bezug zum Ich Erzähler herstellsr und es noch dramatischer auf den Leser wirkt.
    Aber das ist Geschmackssache.

    Liebe Grüsse Mone
    Geändert von Dornenrose (18.01.2020 um 11:42 Uhr)
    Wer glücklich sein will, muss wissen was Traurigkeit bedeutet!

  3. #3
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    Hallo Septus,

    anbei ein paar Anmerkungen:

    Der Fähigkeit zu tränen beraubt,
    Die Augen tränen, wenn es windig ist oder einem etwas ins Auge fliegt.
    Man sagt auch nicht "ich kann nicht mehr tränen".
    Da ist "weinen" das passende Wort.

    nicht wie früher, gekrümmt das Haupt,
    Das "nicht wie früher" kommt für meinen Geschmack ein wenig substanzlos daher und es wird nicht so ganz klar, ob sich das direkt auf das gekrümmte Haupt bezieht.
    Wie man den Kopf krümmt, müsstest du mir übrigens mal zeigen.
    Das Haupt kann man beugen, den Rücken krümmen.

    "Heulsuse" ist ein eher flapsiger Begriff, ist das als Kontrast zum Text so gewollt?

    Interessanter erster Text, wenn auch noch ausbaufähig.
    Viel Spaß bei den nächsten Versuchen.

    Gruß,
    leuchtendgrau
    Geändert von leuchtendgrau (18.01.2020 um 14:25 Uhr)

  4. #4
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    Hallo Mone,

    erstmal vielen Dank für dein Feedback!
    Ich weiß, dass der Text recht kurz ist. Am Hintergrund muss ich wohl noch ein wenig arbeiten, das stimmt.

    Die Idee mit den Antidepressiva und der Therapie ist nicht schlecht aber wie man merkt, geht es dem oder derjenigen immer noch nicht gut ("jedes Wort scheint eine Klage"/ "schleiche ich nun"). Für mich geht es dabei viel mehr um eine Abstumpfung oder ein "Zurückstecken" auf Kosten der Person. Verbunden mit deiner Idee der Therapie kann man das eventuell auch als Folge einer Desensibilisierung verstehen.

    Deinen Ansatz, dass die Person gerne geweint hat kann ich nicht ganz nachvollziehen. Liegt es an dem Wort "nun"? Das schleichen muss ja nicht zwingen eine Konsequenz davon sein

    Das mit der Umstellung des letzten Verses ist eine gute Idee. Ich versuche mal das Gedicht zu überarbeiten sofern ich demnächst mehr Zeit habe.


    Liebe Grüße
    Septus



    Hallo leuchtendgrau,

    auch dir danke ich für deine Kritik!

    Der Fähigkeit zu tränen beraubt,
    Das Tränen meint hier nur die äußerliche, körperliche und beobachtbare Reaktion, deshalb habe ich das Wort bewusst so gewählt. Es soll ein Indikator dafür sein, dass die inneren Prozesse vom beobachtbaren zu trennen sind

    nicht wie früher, gekrümmt das Haupt
    Ich dachte mir, dass das Wort "gekrümmt" hier besser passt als z.B. "geneigt", da "geneigt" auch eine freiwillige oder respektvolle Handlung sein kann. Zudem ging ich davon aus, dass "gekrümmt" ein wenig destruktiver wirkt. Hast du eine Idee für ein besseres Wort?

    Heulsuse ist bewusst so gewählt worden. Es soll einen Kontrast zu dem text herstellen, vor allem zu der ersten Zeile

    Liebe Grüße,
    Septus

  5. #5
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    Hallo Septus,

    Zitat Zitat von Septus Beitrag anzeigen
    Der Fähigkeit zu tränen beraubt,
    Das Tränen meint hier nur die äußerliche, körperliche und beobachtbare Reaktion, deshalb habe ich das Wort bewusst so gewählt. Es soll ein Indikator dafür sein, dass die inneren Prozesse vom beobachtbaren zu trennen sind :
    'tränen' als Verb wird verwendet, wenn eine Reizung der Augen vorliegt und eben keine Emotion.
    Ich finde die erste Zeile sehr unglücklich formuliert.

    Zitat Zitat von Septus Beitrag anzeigen
    nicht wie früher, gekrümmt das Haupt
    Ich dachte mir, dass das Wort "gekrümmt" hier besser passt als z.B. "geneigt", da "geneigt" auch eine freiwillige oder respektvolle Handlung sein kann. Zudem ging ich davon aus, dass "gekrümmt" ein wenig destruktiver wirkt. Hast du eine Idee für ein besseres Wort?
    (nach unten) gebeugt oder hängend

    Gruß,
    leuchtendgrau
    Geändert von leuchtendgrau (18.01.2020 um 18:21 Uhr)

  6. #6
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    Hallo, Septus,
    Mein Vorschlag:

    Der Fähigkeit zum Weinen beraubt,
    so schleiche ich durch die Tage,
    nichts ist wie früher, gebeugt das Haupt,
    jedes Wort scheint eine einzige Klage.

    LG, Cara

  7. #7
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    Hallo Septus
    Das Gefühl dass das lyr. Ich gerne geweint hat wird nicht durch das Wort nun ausgelöst das ist eher ergänzend dazu als durch das Wort geraubt.
    Rauben kann man nur als etwas wegnehmen, stehlen betrachten und hinzukommt das das Tränen als Fähigkeit dargestellt ist und nicht als Last.
    Alternativ würde es es sonst ergeben
    Von der Last zu Tränen befreit
    Das würde aber dann wiederum eher etwas hoffnungsvolles positives ergeben.
    Meine Idee war aber zu deiner Zeile dass Lyr. ich das weinen möchte. Weinen kann etwas befreiende entlastende stressabbauendes Sein. Und würde ich nicht prinzipiell als schlecht sehen. Ich weine auch hin und wieder ne Träne wenn ich einen schönen Film sehe oder mich über etwas sehr freue.
    Die Zeile nicht wie früher unterstützt diese Idee vom entlastenen weinen sogar noch.
    Nicht wie früher........ (jetzt ist das Haupt gekrümmt) quasi kann die Last nicht mehr abgeschüttelt werden. Nicht durch weinen entlastet werden. Verstehst du wie ich das meine?
    Wenn ich jetzt deine Idee mit der Abstumpfung der Aussenwelt hinzunehmen wäre es auch noch Stimmig. Weil wer verschreibt Antidepressiva wer verordnet Therapie. Danach ist doch alles wieder in Ordnung oder ? In dem Fall wohl eher nicht aber das scheint die Aussenwelt nicht zu merken. Jedes Wort scheint wie eine Klage. (Es geht dir bald besser... (stell dich nicht so an) alles wird gut ( dein ewiges Gejammer nervt) )
    Ich hoffe es war verständlich erklärt.
    Liebe Grüsse Mone
    Geändert von Dornenrose (19.01.2020 um 09:14 Uhr)
    Wer glücklich sein will, muss wissen was Traurigkeit bedeutet!

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