Thema: Was bleibt...

  1. #1
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    Was bleibt...

    Was bleibt....

    Es gibt keine Worte dafür,
    wie sehr ich dich liebe.
    Sie gingen verloren im Strudel der Zeit,
    als hätten sie nie existiert.

    Kein Himmelszelt ist groß genug,
    um meine Sehnsucht nach dir umspannen zu können.
    Die funkelnden Sterne reichen nicht aus,
    weil der kleine Campingplatz für Gefühl zu dunkel geworden ist.

    Aller Schmerz der Welt auf meinen Schultern
    kann nicht beschreiben,
    wie sehr dein Verlust an mir zehrt,
    und mich erdrückt mit Trauer und Trostlosigkeit.

    Alles ist Nichts - um uns,
    im Vergleich zu uns
    und Nichts bleibt - in uns,
    wenn wir vergehen...


    ...außer unserer Liebe?...


    KN 18/01/20
    Blätter fallen - Menschen auch...

  2. #2
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    Hallo Saalenixe,


    dein Gedicht ist mir aufgefallen, weil es dieselbe Überschrift trägt wie eines von meinen. Ich finde das aber nicht schlimm. Dein Gedicht habe ich als ansprechend empfunden. Mit dem freien Vers kannst Du dich wohl auch freier äußern. Die Sterne mit dem "Campingplatz des Gefühls" zu koppeln, hat schon was. Die überschwänglichen Beschreibungen der eigenen Gefühlswelt empfinde ich irgendwie als opernhaft, was aber auch nicht als Tadel gemeint ist. In Strophe 3 habe ich aber Probleme mit dem Schmerz, der etwas beschreibt.

    Insgesamt meine ich, dass du noch assoziativer, umwegiger und das heißt im eigentlichen Sinne poetischer schreiben könntest. Du gehst mit deinen Worten vielleicht noch zu direkt auf die Sache los, um die es dir zu tun ist. Beispiel: in Strophe 4 kommt "das Nichts " ins Spiel. Aufgerufen wir damit das berühmte Vanitas-Motiv, das Motiv der Vergänglichkeit. Du sprichst es geradeheraus aus. Wie wäre es stattdessen mit einem Bild? Es ist Essen aufgetragen aber der Geliebte ist vorzeitig gegangen und hat dabei sein Glas Wein umgestoßen. Ein anderes Bild für Vergänglichkeit: Es hat drei Tage geregnet und auf einmal entdeckst auf dem Bordstein die ersten gefallenen Blätter usw...

    Ich bin gespannt, was Du noch schreibst.

    Gruß Onegin
    Geändert von Onegin (19.01.2020 um 11:37 Uhr)
    Love´s not Time´s fool W. S.

  3. #3
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    Hallo Onegin,

    sorry, dass ich den selben Titel wie eines deiner Werke gewählt habe, war mir weder bekannt noch bewußt - also keine Absicht.

    Für gewöhnlich schreibe ich sehr detailliert und ausladend, was Gefühle, Emotionen, Emphatien usw. angeht. Das ist mir hier leider allzu oft zum Verhängnis geworden, weil das Zerfleischen meiner emotionsdusseligen und viel zu gefühlsgeladenen tragischen Werke viele Kritiker gefunden hat. Daher dachte ich, ich werde einfach direkter und konkreter. Nun, es ist schwer, die Balance und den Mittelweg zwischen dem Zuwenig und dem Zuviel zu finden. Doch ich werde in meiner freien Form weiter herumprobieren (bei Reimen breche ich mir immer einen ab, daher lasse ich das lieber - es kommt meist nur Murks bei raus).

    Danke fürs Lesen und deinen Kommentar,

    LG
    Saalenixe
    Blätter fallen - Menschen auch...

  4. #4
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    Mir tut es auch leid, dass zwei gleiche Titel gewählt wurden, aber ihr glaubt doch wohl im Ernst nicht, dass man sich dazu im Vorfeld absprechen könnte?
    Dann müsste man ja jeden User hier fragen und das geht einfach nicht. Was natürlich geht, ist den Titel nachträglich ändern entweder bei Saalenixe oder bei Onegin. ansonsten verwechsele ich dieses Meisterwerk mit dem anderen Meisterwerk und dann sind meine individuellen Interpretationsmechanismen gefährdet.
    Und das hat ja noch keines Gedicht geschafft. Wahrscheinlich weil hier das Thema in freier Form rumprobiert wurde und kein Murks rausgekommen ist. Was man nicht nur an den speziell benutzten Formulierungen merkt, sondern auch an Onegins 2. Kommentarteil.

    MFG!
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  5. #5
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    Hallo Saalenixe


    Du hättest deine Kritiker, die sich in er Tat manchmal ziemlich aufgespielt haben, missverstanden, wenn du glaubtest, sie hätten ein Übermaß an Emotionalität getadelt. Es ging vielmehr um das wie, um das wie sag ich es.

    Schau Dir mal diese Verse an. Sie stammen aus einem Volkslied aus dem 16. Jahrhundert:


    Es ist ein schne gefallen
    und ist es doch nit zeit,
    man wirft mich mit den pallen,
    der weg ist mir verschneit.

    Mein haus hat keinen gibel,
    es ist mir worden alt,
    zerbrochen sind die rigel,
    mein stüblein ist mir kalt.


    Da ist von Gefühlen direkt überhaupt nicht die Rede und trotzdem empfinde ich das Lied als sehr, sehr emotional. Es geht hier ja nicht um Meteorologie und Architektur. Sondern um menschliche Kälte, Verlassenheit, Weglosigkeit. Das alles ist in diesem Bild aufgefangen, das beim Leser viel mehr auslöst als wenn die Gefühle des LI direkt ausgesprochen würden.

    Das meinte ich mit assoziativ, bildhaft, umwegig schreiben.


    PS: Mein Posting hat sich mit dem von Terrorist überschnitten. Ich lese da ein Lob für dich. Ein Terrorismus-Lob ist etwas sehr seltenes...

    Gruß Onegin
    Geändert von Onegin (19.01.2020 um 12:29 Uhr)
    Love´s not Time´s fool W. S.

  6. #6
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    ja mal ohnegleich wieder böse sein zu wollen, jeder hat hier seine Masche und die ist weder alt noch neu. Wie man daran merkt welche Querbezuege des Gedichtes und der Kommentare sich wozu herstellen lassen ohne Spam sein zu müssen. Weil das ja abstrakter als kein Thema nicht ist. Und Ambivalenz heisst. Mehrfachanwendbarkeit der selben geschriebenen Zeile auf unterschiedliche Situationen und Sachverhälte die im Gefühlsbereich ja untrennbar miteinander korrelieren.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  7. #7
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    Es ist schon sehr gefühlsduselig. Es wäre für den Leser angenehmer, wenn du nicht so konkret davon sprichst, was dich erdrückt und das du dich erdrückt fühlst. Etwas mehr umschreiben, wäre da besser. Du musst bedenken, der Leser befindet sich mit ziemlicher Sicherheit nicht in einem ähnlichen Gefühlszustand, wie du, als du den Text geschrieben hast. Dennnoch kannst du ihn erreichen, wenn du die besprochenen Gefühle etwas nuancierter vermittelst. Sonst wird der Leser erschlagen von der Wucht der Gefühle und wendet sich genervt ab.

    L.G
    Patrick

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