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    Reise in die Vergangenheit Teil 7. - Die Rückkehr

    Rückkehr

    Wir waren also wieder in dem übelriechenden, Örtchen Tabuk angekommen und gingen Schnurstracks in das außerhalb gelegene Anwesen von Arab dem Zauberer. Wieder führten uns
    seine Schergen zu ihm in den großen Empfangsraum.
    "Habt ihr was ich wollte ?" sprach er und hielt beide Hände auf.
    "Kann schon sein" drängelte ich mich mit der Antwort vor. "Zu erst sollte der Gärtner Kunibert zu uns kommen, denke ich". "Was soll das, ich nehme mir einfach was ich brauche. Das solltet ihr doch bereits wissen". "Wie sie bemerken, haben wir noch den Zaubergürtel um den Leib. Ein Griff am Schalter und wir sind mit den Edelsteinen für immer weg".
    Grinsend ließ Arab den Gärtner holen.
    König Kunibert stand dann also bei uns, während Bertram eine Handvoll Diamanten vor sich auf den Boden legte, schnallte ich den riesigen Gürtel um uns alle drei und Bertram leerte den Inhalt der anderen Tasche vor sich aus". Arab's Augen glänzten vor Gier, er trat vor uns und bückte sich zu seinem neuesten Besitz hinunter. Und schon drehte ich den Zeiger an der Gürtelschnalle um eine Stellung rückwärts. Geschafft, wir waren innerhalb von Sekunden von einem Nebel im Anderen.
    Die Wachen von Matrah öffneten 'uns', als begünstigte des Sultans, bereitwillig das Tor. "Wer ist dieser Herr, vielleicht euer Diener Herzog ?" Wir erklärten Ihm das ein König an unserer Seite war, auch wenn er momentan sehr einfach gekleidet war. Man meldete uns beim Sultan an und dieser lies uns so gleich vor.
    "Meine jungen Freunde, wo wart ihr so schnell abgeblieben, ich dachte ihr wolltet noch viel von mir lernen. Und Er ? Wer seit Ihr, ich hörte ein König aus Europa ? Aussehen tut Ihr ja nicht so".
    Wir erklärten dem Sultan, dass der König entführt war und wir ihn gerade ausgelöst hatten.
    "Großer Sultan, die Reise hat uns hungrig gemacht. Dürfen wir uns in der Küche stärken während sich die hohen Herrschaften unterhalten" , "Recht so, ab mit euch und esst euch satt, meine jungen Freunde"
    So schnell wie wir beide hat noch niemand den Weg zur Palastküche geschafft. Da war sie, die Küchenfrau stand am großen Suppentopf und rührte kräftig.
    "Hallo gute Frau, wir haben Fragen an sie." "Ja bitte, fragt nur". "Wir würden gerne etwas über ihre
    Herkunft erfahren". "Ihr werdet es nicht glauben, ich war mal eine Königin". Bertram trat vor sie hin und sagte "ich glaube dir ". Sie legte den Kochlöffel aus der Hand, schaute sich Bertram genau an, dann wischte sie Ihre Hände an der Schürze ab und fragte "Bertram ?", "Ja Mutter, ich bin hier um dich heim zu holen". Ich glaube ich habe nie vorher oder nachher innigere Umarmungen und
    abgeknutsche gesehen, schon gar nicht von einer Königin.
    Dann kam auch noch König Kunibert in die Küche und die Herzerei ging weiter. Kunibert wurde plötzlich sehr ernst und sagte " Wir müssen uns beeilen, bevor Arab den Betrug bemerkt". "Welchen Betrug ?" fragte ich. "Er hat doch von uns bekommen was vereinbart war". "Denkst du Heinrich. Vor vielen Jahren bekam ich von einem Geburtstagsgast aus der Türkei eine goldene Schüssel mit Diamanten geschenkt, er sagte mir grinsend dabei, dass die Schüssel mehr Wert als die Edelsteine wären, denn die verschwinden wenn man sie ausgibt nach wenigen Stunden und erscheinen dann wieder in Ihrer Schüssel. Wenn Arab das bemerkt Gnade uns Gott".

    Schnell gingen wir alle vier zurück zum Sultan. "Großer 'Said ibn Taimur', soeben habe ich meine entführte Frau wieder gefunden, ich bitte euch, gebt sie frei. "
    "Was denn, meine Köchin ? Nein, ich hatte nie eine Bessere, sie kocht so schmackhaft, seht mich an, dann wisst ihr was ich meine. Außerdem hat sie so liebevoll einen Teil meines prächtigen Gartens hergerichtet. Ich würde sie am liebsten selber heiraten, diese Perle".
    Wieder mischte ich mich ein. "Wir würden sie gerne mit Edelsteinen frei kaufen".
    "Ungern, da müsst ihr aber ganz schön was auf den Tisch legen" antwortete der Sultan und ich machte eine meiner Taschen leer. Die zweite Tasche ließ ich vorsichtshalber voll.
    "Schweren Herzens, aber ich kann ja eurem Familienglück nicht im Wege stehn". Per Handschlag wurde das Geschäft besiegeld.
    Der König kam auf mich zu, nahm mich bei Seite und sagte zu mir "lieber Heinrich ich glaube ohne dich wäre meine Familie nie wieder zusammen gekommen. Ich werde immer in deiner Schuld stehen. Doch jetzt müssen wir uns leider erst mal von dir trennen, denn der Gürtel kann mit etwas Glück nur drei tragen. Später werde ich Bertram, zusammen mit dem turkmenischen Dieb zu dir zurückschicken. Diesen hinterlistigen Typ könnt ihr meinetwegen dem Ahab überlassen und du wirst dann mit Bertram zurückkehren". Da hatte ich gar nicht mit gerechnet. Mir war plötzlich sehr flau im Bauch aber ich sah ein, dass es anders wohl nicht ging. Wir umarmten uns noch einmal alle vier, dann verschwanden die Drei und ich blieb allein zurück.

    Ich irrte vor dem Stadttor am Hafen umher um in der Nähe zu sein, wenn Bertram zurück kehren würde.
    .... Doch er kam nicht. Nicht an diesem oder am nächsten noch an irgendeinem Tag des nächsten Jahres. Die Edelsteine aus meiner Tasche waren da schon lange weg. Ich konnte also auch den Sultan nicht um Hilfe bitten denn der hatte auch nichts mehr aus dem Handschlag besiegelten Geschäft mit uns. Schließlich machte ich mich als blinder Passagier in einem Segler auf den Weg in Richtung Europa.

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Ich habe bis hier her zwei Jahre gebraucht. Nach einem Sturz hatte ich mein Gedächtnis verloren. Ich lag wohl lange im Koma". "Heinrich hast du jemals versucht wieder nach hause zu kommen, zu deinem Cousin und deinem Onkel"? "..... Erst nach weiteren zwei Jahren ist mir alles wieder eingefallen, aber nicht mehr wo genau Kuniberts Königreich ist. Darum bin ich hier geblieben".
    "Das tut mir unsagbar Leid" sagte ich. "Bleib diese Nacht erst einmal bei mir, vielleicht kann ich dir helfen eine Bleibe und einen Job zu finden, damit du wieder ein etwas besseres Leben führen kannst"
    Heinrich wollte nicht bleiben. Er bedankte sich und ging, auch unter der Brücke habe ich ihn später nie mehr gesehen.
    Für mich war nun klar wie klein meine eigenen Probleme waren. Ich weiß nicht was ich von Heinrichs Geschichte halten soll, aber vergessen werde ich sie nie.
    Geändert von Heinz Geigelath (19.01.2020 um 13:56 Uhr)
    silbern ist mein Haar nicht grau

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